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14.01.1994

Anwender suchen nach Alternativen zu Netware Windows NT und Vines gefaehrden Novells Stellung im LAN-Bereich

AMSTERDAM/KRONBERG (CW) - Mit Windows NT scheint Microsoft zumindest im LAN-Business gute Karten fuer die Zukunft zu haben. So gehen die Marktforscher von IDC davon aus, dass das Betriebssystem aus Redmond den europaeischen Markt fuer LAN-Produkte nachhaltig beeinflussen wird und Novells bisher unangefochtene Stellung erschuettert. Die Analysten stuetzen sich bei ihrer Prognose auf die gestiegene Bereitschaft der deutschen Anwender zur Erprobung anderer Loesungen.

Neben Windows NT geben die Marktforscher der IDC in Amsterdam auch Banyan aufgrund seiner neuen, den Markterfordernissen angepassten Distributionspolitik gute Chancen, das Novell-Monopol im LAN- Bereich aufzubrechen. Wesentlicher Stuetzpfeiler fuer Microsofts Erfolg in diesem Segment ist aber nach Ansicht der Auguren die grosse Anzahl von OEM-Partnerschaften, die die Gates-Company in Europa eingegangen ist. Waehrend Microsoft besonders in Frankreich und Italien eine dominierende Stellung innehat, musste das Unternehmen der IDC-Studie "Analysis of the PC LAN Operating System Market in Western Europe" zufolge in Deutschland Verluste hinnehmen.

Insgesamt ist der europaeische Netzwerkmarkt allerdings immer noch fest in der Hand von Novell. 1992 beherrschte die Netware-Company europaweit fast 60 Prozent des Marktes, wobei Deutschland mit rund 75 Prozent die Novell-Hochburg war. So sind in hierzulande etwa zwei Drittel aller vernetzten PCs an einen Netware-3.X-Server angeschlossen, und auf 32 Prozent der Clients laeuft ebenfalls eine Netware-3.X-Version. Waehrend Banyan seinen Anteil von fuenf Prozent behaupten konnte, mussten Digital, IBM und Microsoft 1992 Einbussen hinnehmen. Trotz seiner Verluste bleibt Big Blue im Networking- Business hinter Novell nach wie vor die Nummer zwei.

Allerdings ist die dominante Stellung Novells in der Zukunft durch Microsoft und Banyan bedroht. Auch wenn die Auguren fuer Novell eine duestere Zukunft voraussagen, schaetzen sie die Entwicklung des LAN-Marktes insgesamt recht positiv ein. So soll im Laufe dieses Jahres die Zahl der vernetzten PCs in Europa von 43 Prozent (1992) auf 57 Prozent steigen. Bereits im vergangenen Jahr wuchs die Zahl der verkauften Lizenzen um 15 Prozent. Dies entspricht einer Umsatzsteigerung von einem Viertel. Die durschnittliche Knotenanzahl im LAN erhoeht sich dabei, so die Prognose, von 13 Rechnern auf 18 im Jahre 1997.

Die drei groessten LAN-Maerkte in Europa sind laut IDC Deutschland, Frankreich und Grossbritannien, wobei hierzulande mit einer Steigerungsrate von ueber sechs Prozent die hoechsten Zuwachsraten verbucht werden konnten. Bis 1997 sollen ueber 20 Prozent aller in Europa verkauften Lizenzen in Deutschland ueber den Ladentisch gehen. Trotz dieser Zuwachsraten erwarten die Marktforscher fuer den deutschen Markt aufgrund des haerteren Wettbewerbs einen enormen Preiskampf zwischen den einzelnen Herstellern.

Bei den Netzwerkarchitekturen favorisieren 66 Prozent der deutschen Anwender Ethernet-Umgebungen, waehrend knapp ein Drittel der Befragten eine Token-Ring-Installation bevorzugt. Nur eine Minderheit von neun Prozent nutzt Netze auf Arcnet-Basis. Obwohl der IDC-Studie "PC-Netzwerke: Struktur und Beschaffungskriterien von DV-Entscheidern in mittelstaendischen und Grossunternehmen in Deutschland" zufolge bereits ueber 35 Prozent der Betriebe mehr als ein Netz in Betrieb haben, tendieren die Anwender kaum dazu, verschiedene Architekturen gemeinsam zu benutzen. Durchschnittlich sind in deutschen Unternehmen zwei Netzwerke im Einsatz, wobei ein Netz im Schnitt 45 angeschlossene Arbeitsplaetze umfasst.

Die installierten Netze werden, so die Marktforscher, vornehmlich zur gemeinsamen Nutzung von Datenbanken und Druckern verwendet - folglich also nicht im Bereich unternehmenskritischer Anwendungen. Gerade aufgrund dieser vorrangigen Nutzung im nichtstrategischen Anwendungsumfeld ist bei den Unternehmen, wie die IDC-Experten meinen, eine Tendenz zur Erprobung neuer NOS erkennbar.