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10.06.1994

Anwender und Analysten beurteilen "In-Touch"-Plaene unterschiedlich Neuer Kommunikations-Dienst: Milliarden-Umsatz fuer Big Blue?

FRAMINGHAM (IDG) - Die IBM plant eine umfassende Server- Architektur, mit der auch mobile Teilnehmer ueberall erreichbar sind. Erste Reaktionen auf die nun bekanntgewordenen Blue-Print- Details der Intelligent-Communications-Initiative fielen jedoch unterschiedlich aus: Anwender halten das System fuer utopisch, Analysten prognostizieren Big Blue indes bereits Umsaetze in Milliarden-Dollar-Hoehe.

"In-Touch", so der Code-Name des Backbone-Dienstes, soll private und oeffentliche Mail-Systeme, Informationsdienste und TK- Einrichtungen mit einem intelligenten Agent und Sicherheitsmechanismen verbinden. Anwender koennten dann, so die CW-Schwesterpublikation "Computerworld", ueber eine Mailbox Faxe, Mails und Sprache uebertragen. Das anvisierte Endprodukt soll mit nur einem Zugangscode den Zugriff auf das System - unabhaengig vom Standort und vom Rechnertyp ermoeglichen. Geschaeftsreisende wuerden beispielsweise mit Informationen ueber festinstallierte oder drahtlose Netze versorgt - unabhaengig davon, wo sie sich befinden.

Entwicklungs-Kit fuer Ende des Jahres angekuendigt

Erste Ergebnisse der Entwicklung will IBM bereits im vierten Quartal dieses Jahres praesentieren. Dann soll ein Entwicklungs-Kit auf den Markt kommen, mit dem Anbieter von Informationsdiensten ihre Nachrichten in das objektorientierte Format des Kommuniktionsservices bringen koennen. 1995 werden laut IBM die ersten Services folgen, die auf der Intelligent-Communications- Architektur basieren. Mit dem Dienst haette IBM zudem die Moeglichkeit, als Netzadministrator und Outsourcer fuer grosse Unternehmen zu fungieren, und das waere, so glauben viele Analysten, mit Sicherheit ein Milliarden-Dollar-Geschaeft fuer Big Blue.

Anwender reagierten in ersten Stellungnahmen eher skeptisch auf IBMs Ankuendigung: "Natuerlich wuerden wir es begruessen, wenn unsere User sich beim Einwaehlen nicht darum kuemmern braeuchten, wo sie sind und welches Zugangsverfahren sie benoetigen. Allerdings spricht IBM ueber etwas, fuer das es keine Produkte gibt," gab sich Victor Mutnick, Corporate Vice-President einer Versicherungsgesellschaft bedeckt. "Konzeptionell hoert sich die Idee wundervoll an, allerdings habe ich schon viele wundervolle Ankuendigungen darueber vernommen, wie sich die Welt aendern wird, und dann geschah nichts," aeusserte sich Glenn Jurmann, Section Manager of Office Technology bei der Baxter Healthcare Corp. in Deerfield.

Analysten teilen die Skepsis der Anwender allerdings nicht: IBMs Plan, einen Mailbox-Zugangspunkt fuer Dienste wie Advantis, Ardis, Compuserve oder das hauseigene Information Network anzubieten, beurteilen die Fachleute durchaus positiv. "Man wird nicht gleich die ganze Bandbreite zur Verfuegung haben, aber ich denke, IBM packt die Sache realistisch an," erklaerte William Ablondi von der BIS Strategic Decision.

Die Weiterentwicklung des Systems wird voraussichtlich mit entsprechenden Kooperationsankuendigungen einhergehen, wobei die ersten schon in den naechsten Wochen erwartet werden. Zwar mochte IBM noch keine Namen nennen, doch gehen Insider davon aus, dass Big Blue zunaechst regionale Carrier, Anbieter von Mobilfunkdiensten und Nachrichtendienste, ins Visier nehmen wird.

Eigenen Angaben zufolge fuehrt IBM bereits mit Applikations- Herstellern wie Lotus Gespraeche, um deren Produkt CC:Mail in das Kommuniktionssystem zu integrieren. Allerdings sei, so Doug Sweeney, General Manager bei IBM, noch unklar, inwiefern solche Entwicklungen ueberhaupt spezielle Partnerschaften erfordern.