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19.03.1993 - 

Netzanbieter mischen ueberall mit

Anwender waehlen Betriebssysteme nach den Netzwerk-Features aus

Als Konkurrenten um die Nachfolge fuer den PC-Veteranen MS-DOS hat "Computerworld" vor allem die 32-Bit-Betriebssysteme OS/2 von der IBM, Windows NT von Microsoft und Unixware vom Novell-Ableger Univel ausgemacht. Nicht erwaehnt werden allerdings Sunsofts "Solaris 2 fuer Intel", das ebensowenig lieferbar ist wie Windows NT, und SCO-Unix, das im Gegensatz zu Unixware schon am Markt ist. Auch Steven Jobs fuer Mai dieses Jahres angekuendigte Nextstep/486 wird nicht erwaehnt. Einen Grund fuer diese Auslassung gibt das US- Blatt nicht an.

Das Interesse von "Computerworld" galt den verschiedenen LAN- Konzepten der drei untersuchten Betriebssysteme. Windows NT nutzt den Microsoft-eigenen LAN Manager, IBM setzt mit OS/2 auf den LAN Server, und Unixware unterstuetzt neben dem mitgelieferten Netware das unter Unix uebliche TCP/IP-Protokoll inklusive dem Netware File System (NFS).

"Kein Netware- oder Vines-Anwender wird wegen des Desktop- Betriebssystems auf LAN Server oder LAN Manager umlernen", erklaert Jamie Lewis, Analyst von The Burton Group, Salt Lake City, warum das Netzwerk als K.o.-Kriterium gilt. Die Anwender wollen das kuenftige PC-Betriebssystem in ihre Netzumgebung einbinden koennen. Bei den Netzkunden hat Novell mit Netware klar die Nase vorn, das nahezu drei Viertel des US-Marktes dominiert. Die Nummer zwei ist dort die Banyan Systems Inc., die mit Vines rund 12 Prozentanteile haelt. Auch in Deutschland ist Novell mit rund 65 Prozent der Marktfuehrer, waehrend Banyan IDC zufolge nur etwa 2,2 Prozent der installierten Netze stellt.

An zweiter Stelle rangiert hierzulande Artisoft mit 14,3 Prozent Marktanteil. Nicht einmal zusammengenommen konnten dagegen Microsoft und IBM die Zehnprozent-Huerde ueberspringen. In Deutschland kam IBM 1991 auf 3,75 Prozent und Microsoft auf 2,64 Prozent Marktanteil.

Ginge es nur nach diesen Zahlen, so haette das Unixware-Produkt von Univel schon jetzt das Rennen gemacht. Doch die Konzernmutter Novell hat selbst dafuer gesorgt, dass die Marktdominanz von Netware sich nicht gegen die Betriebssysteme OS/2 und Windows NT richtet. Netware-Unterstuetzung soll es naemlich nicht nur fuer MS-DOS und Unixware, sondern auch fuer OS/2, Windows NT und das Macintosh-Betriebssystem der Version 7 geben.

"Natuerlich wuenschen wir uns einen Erfolg fuer unser Desktop-Unix, aber wir wollen die Kunden nicht in diese Richtung draengen, indem wir andere Plattformen vernachlaessigen", erklaert William Donahoo, Marketing-Leiter von Novells Desktop-Divison in Provo, Utah, den Kurs des Unternehmens. Eine aehnliche Strategie verfolgt auch Banyan. Das Unternehmen unterstuetzt neben MS-DOS auch SCO-Unix und OS/2. Eine Version fuer Windows NT ist angekuendigt.