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02.06.1989 - 

Netware 386: Umstandskrämerei bei Serveradressierung

Anwender warten auf Naming-Services

SAN FRANCISCO (IDG) - Die Netware-386-Euphorie hat einen Dämpfer erhalten. Wermutstropfen im neuen Betriebssystem ist nach Ansicht der Fachwelt das Fehlen des Features "Global-Naming", das unter anderem die Integration eines LAN in die WAN-Welt erleichtert. Laut Novell wird das Leistungsmerkmal frühestens im dritten Release realisiert sein.

Um die LAN-übergreifende Vernetzung besser steuern zu können, bedienen sich Netzwerkmanager der Hilfe sogenannter Naming-Services. Einen Service dieser Art stellt die Funktion "Global-Naming" dar, die mit nur einer Datei den Zugriff auf alle Netzserver steuert - ein Vorteil, der auch bei der Integration von LANs in WANs von Nutzen ist. Im Netzwerk-Betriebssystem Vines von Banyan deckt zum Beispiel der Naming-Service "Streettalk" die Steuerung der Zugriffsrechte ab.

Dagegen hat Novells Netware den Pferdefuß, daß in jedem Server des LAN ein eigenes Verzeichnis mit User-Namen und Zugriffsrechten geladen sein muß. Mit Naming-Services hingegen würde für alle Server des Netzes eine Zugriffsdatei genügen. Zwar erfordert der Status quo bei Netware kein eigenes Einloggen eines jeden Nutzers in jeden File-Server, aber nur solange wie der allgemeine Zugriff des Users durch "Logon-Scripts" gelenkt wird. Diese Scripts regeln das Zugriffsrecht der einzelnen Anwender auf die Ressourcen der File-Server im Netz und werden von den Netzkoordinatoren geschrieben. Problem: Wird das Netz mit neuen Ressourcen versehen oder diese von einem Server auf den anderen verlagert, müssen die Scripts für jeden User neu verfaßt werden.

Kein Wunder, daß bei den Netzmanagern der Ruf nach einer Überbrückungsmaßnahme laut wird, bis das Release mit dem Feature "Global-Naming" auf den Markt kommt. Bis es jedoch soweit ist, so ein Netzwerk-Experte einer amerikanischen Universität, wird Novell mit Sicherheit Kunden an Banyan verlieren.

Nicht alle Unternehmen können ein Jahr warten

Die Directory-Services, die Novell als geplante Verbesserungen von Netware 386 angekündigt hat und die das "Global-Naming" enthalten sollen, seien zwar gut, so der Insider, "aber nicht alle Unternehmen können ein Jahr warten. Unternehmen wie Johnson & Johnson sowie Compaq haben sich aufgrund des, Global-Naming bereits für Vines von Banyan entschieden."

Der Vorschlag einiger Netware-Anwender, die Funktion des Global-Naming" als eine Ebene im Service-Advertising-Protokoll (SAP) von Netware zu implementieren, ist bei Novell auf wenig Gegenliebe gestoßen. Begründung von Darell Miller, Vizepräsident der Software Group bei Novell: SAP sei zu eng verbunden mit dem Internetwork-Packet-Exchange-Transport-Protokoll, Novell strebe aber komplett unabhängige Directory-Services an.