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30.08.1991 - 

US-Großkunden setzen die DV-Hersteller unter Druck

Anwender wollen bei Standards keine Bummelei mehr zulassen

FRAMINGHAM (IDG) - Die Durchsetzung von Standards ist nicht mehr allein eine Angelegenheit der Hersteller. Vor allem in den USA finden sich immer häufiger Anwendergruppen zusammen, um gemeinsam Druck auf die DV-Anbieter auszuüben, damit sich diese an Standards halten und Systeme liefern, die das Attribut "offen" wirklich verdienen. Besonders bekannt geworden ist die sogenannte "Group of Ten".

Ziel dieser Gruppe ist, den Herstellern exakt und gleichsam ultimativ vorzuschreiben, welche Fortschritte in Sachen Offenheit beziehungsweise Interoperabilität unterschiedlicher Systemumgebungen stattfinden sollen. Die Initiative der zehn Unternehmen, die sich zu einem losen Verbund zusammengeschlossen haben, wird von Analysten wegen der außerordentlichen Marktmacht der beteiligten Konzerne als erfolgversprechend eingeschätzt. In Zeiten sinkender Margen könne sich die internationale Computerindustrie weniger denn je erlauben, auf Abschlüsse mit den Großen der amerikanischen Wirtschaft zu verzichten.

Zum erlesenen Mitgliederkreis zählen Unternehmen wie die Dupont Company, American Airlines, General Motors oder Eastman Kodak. Bisher verzichteten die Weltkonzerne darauf, ihrer Anwendervereinigung einen offiziellen Namen zu geben, unter Insidern ist sie jedoch als "Group of Ten" längst bekannt.

Zur Zeit läßt diese Kooperative bei den wichtigsten großen DV-Herstellern eine Liste zirkulieren, auf der die verschiedenen Technologien vermerkt sind, deren Implementierung bis spätestens 1994 erwartet wird.

"Wir wollen ein Katalysator sein und dafür sorgen, daß sich offene Systeme schneller durchsetzen, als sie es bisher über die bekannten Kanäle zu tun scheinen", erläutert James Collins, Sprecher der Gruppe und Open-Systems-Manager bei der Dupont Company in Wilmington, Delaware.

Entsprechend rigide sind die Forderungen, die von den Anwendern an die DV-Anbieter gerichtet wurden: Die Hersteller sollen Spezifikationen wie Posix oder den X/Open Portability Guide berücksichtigen, die OSF/Motif-Oberfläche unterstützen und ihre Systeme mit Möglichkeiten des elektronischen Datenaustauschs (EDI) ausstatten. Verlangt wird auch die Unterstützung verschiedener OSI-Protokolle.

Ein entsprechendes Dokument, in dem die Hersteller außerdem zu einem gemeinsamen Workshop mit Anwendern eingeladen werden, wurde bereits an 100 Anbieter und Standards-Organisationen verschickt. Die geplante Veranstaltung will das National Institute of Standards and Technology (Nist), Gaithersburg, Maryland, finanzieren. Ziel des Meetings ist, gemeinsam einen Prozeß zu definieren, wie und in welcher Reihenfolge die verschiedenen Technologien implementiert werden können.

Eine weitere Gruppe, genannt Open User Recommended Systems, konzentriert sich in erster Linie auf Dinge, die sämtliche DV-Anbieter betreffen - darunter zum Beispiel Support und Service. Beide Vereinigungen können sich in ihrem Anliegen jetzt durch die Kehrtwende der X/Open-Gruppe bestärkt fühlen: Das von DV-Anbietern gegründete Konsortium hatte sich aufgrund stagnierender Umsätze und zunehmender Proteste seitens der Anwender zu einer umfassenden Reorganisation zugunsten des DV-Verbrauchers entschlossen (siehe CW Nr. 34 vom 23. August 1991, Seite 1: "X/Open hofft auf Marktbelebung..."). Bei der Verabschiedung von X/Open-Richtlinien soll künftig der Anwender die letzte entscheidende Instanz sein.