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11.12.1992 - 

Computer Users of Europe gegründet

Anwender wollen Einfluß der Hersteller auf die EG eindämmen

LONDON (IDG) - In London ist die herstellerunabhängige Interessengemeinschaft der Computer Users of Europe (CUE) gegründet worden.

Die Gruppe will künftig vor der EG-Kommission als Anwalt der Anwender auftreten und den bisher starken Einfluß der Hersteller auf die Gestaltung von IT-relevanten Gesetzen eindämmen. Die CUE repräsentiert zur Zeit 300 große europäische Anwender.

Die Interessenvertretung werde gebraucht, so ihr Chairman Bob Briggs, um ein Gegengewicht zu den bestehenden User-Groups zu bilden, die von den jeweiligen Herstellern beeinflußt seien.

In seiner Eröffnungsrede forderte Walter de Backer, Chefberater bei der EG für Informationstechnologie, daß sich auch Anwender an den europäischen Forschungsprojekten beteiligen sollten. In das Esprit-Programm, das Hersteller mit bis zu 50 Prozent ihrer Forschungsausgaben unterstütze, sollten auch Projekte von Anwendern aufgenommen werden.

"Sie können", sagte er an die anwesenden Anwender gewandt, "Hersteller als Subunternehmer engagieren, aber sie behalten die Kontrolle über die Entwicklungen." Als Beispiel nannte er das ISDN User Forum, eine unabhängige Körperschaft, die von der

EG-Kommission unterstützt werde.

Ian Forrester, Spezialist für EG-Recht, gab ein Beispiel für das derzeit herrschende Ungleichgewicht zwischen der Vertretung von Hersteller- und Anwenderinteressen. In der Debatte um die neuen EG-Softwarerichtlinien sei ein Unternehmen permanent

mit 95 Lobbyisten vertreten gewesen. "Für Anwender ist das sehr schwierig, deshalb brauchen sie Verbündete", sagte er. Noch werde der Gesetzentwurf zum Copyright und geistigen Eigentum heftig diskutiert, eine Balance zwischen der berechtigten Forderung nach Copyright und dem Willen zum freien Wettbewerb sei noch nicht gefunden.

Andrew Goltz, Development-Manager in der Automobil Asociation und im Beirat der CUE ging anläßlich der Gründungsveranstaltung auch mit der X/Open User-Group ins Gericht, die für ihn eine verkappte Herstellervereinigung darstellt: "Die Stimme der

Anwender ist dort nur sehr schwach." Die Anbieter, fügte er hinzu, die am meisten über offene Systeme redeten, seien diejenigen, die dafür sorgten, daß sich die Einigung auf Standards weiter verzögere, damit sie mehr Zeit für die Optimierung ihrer proprietären Systeme hätten.

Goltz versprach, daß die CUE den Anwenderinteressen bei den Beratungen über die künftigen Gesetze zum Copyright und geistigen Eigentum Gehör verschaffen und die Entwicklung offener Standards unterstützen werde.