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Salestech 2001: CRM für den Mittelstand


06.07.2001 - 

Anwender wollen schlanke Systeme und kurze Projekte

WIESBADEN (bs) - Auf der Salestech 2001 war Kunden-Management-Software für kleinere und mittlere Unternehmen (KMUs) gefragt. Produkte wie "Sales Logix", "Wincard", "Superoffice" und "Goldmine" lassen sich rasch einführen und versprechen dadurch einen schnellen Return on Investment.

Die Produkte für KMUs basieren im Wesentlichen auf Microsoft-Techniken: der "SQL Server" als Datenbank, "C++" für Server-Programme und "Visual Basic" oder Java am Frontend. Über ODBC-Treiber lassen sich bei größeren Installationen auch Oracle-, Sybase- oder andere Datenbanken anschließen. Darüber hinaus sind die Tools aus einem Browser heraus nutzbar. Office-Produkte wie "Word" und "Excel" lassen sich mittels OLE für die Angebotserstellung sowie Kunden-, Verkaufs- und Produktberichte einbinden. Auch für die Kopplung mit gängigen ERP-Systemen von SAP oder Navision sind vorgefertigte Schnittstellen oder zumindestens Entwicklungs-Kits verfügbar. Ein weiteres Merkmal der KMU-Pakete ist, dass sie vor allem horizontale Kernfunktionen etwa für Adressverwaltung, Kontakte, Aufträge, Berichte, Analysen und Projekte bieten, die sich von vielen verschiedenen Unternehmen und Branchen verwenden lassen.

Interact (www.interactcommerce.com), das im Mai von der Sage Group gekauft wurde, hat gleich zwei CRM-Pakete im Portfolio: "Act 2000", das für Einzelunternehmer und Kleinstbetriebe mit maximal 25 Arbeitsplätzen gedacht ist sowie "Saleslogix. NET", das für den gehobenen Mittelstand mit bis zu 500 Usern angeboten wird. Act 2000, das in der neuesten Version auf Microsoft XP läuft, ist ein Kontakt- und Adress-Management-Tool. Kunden lassen sich in Gruppen und Untergruppen einteilen. Mit Hilfe von Auswertungsfunktionen ist es möglich Verkaufstrends zu erkennen und Vertriebs sowie Marketing zu steuern. Das Tool ist netzwerkfähig, so dass Teammitglieder auf einen gemeinsamen Datenbestand und Kalenderfunktionen zugreifen können. Als Einzelplatzversion kostet Act 399 Mark, ab zehn Nutzern sinkt der Lizenzpreis auf 200 Mark pro User.

Unternehmen, die Support und Marketing unterstützen möchten, können aus gleichem Haus auf Sales Logix .NET zurückgreifen. Es hilft bei der Angebotserstellung etwa durch Konfiguratoren und bietet durch die Integration von "Chrystal Reports" zahlreiche Reporting-Funktionen. In der Marketing-Komponente gehören Kampagnen-Management und Data-Mining-Funktionen zum Leistungsumfang. Ein Internet-fähiges Einsteigerpaket mit Sales-Force-Automation-(SFA-)Funktionen kostet ab fünf User rund 800 Mark pro Arbeitsplatz plus 4200 Mark für den Server.

"Wincard CRM" der Team Brendel AG (www.team-brendel.de) ist für Unternehmen zwischen 10 und 200 Usern gedacht. Die Software bietet eine Interessenten- und Kundenverwaltung, Kontakt-, Termin- und Aktivitäts-Management, Projekte, Arbeitsberichte sowie Forecasting und Marketing-Funktionen. Die Schweizer Company konzentriert sich auf Branchen mit längeren Verkaufprozessen wie Maschinen- und Anlagenbau, die Bauindustrie und B-to-B-Dienstleistungsunternehmen. Mittels ODBC lassen sich Datenbanken wie SQL Server, Oracle, Sybase und Access für Wincard einsetzen. Brandneu ist ein Connector für die ERP-Lösung von Navision. Der Datenaustausch ist von beiden Systemen aus möglich, das Mapping erfolgt mittels Zuordnungstabellen in Wincard CRM. Auch für SAP R/3 bestehen Integrationsbausteine auf Basis von Middleware. Die Einstiegspreise für eine Zehn-User-Lizenz von Wincard CRM liegen bei rund 18 000 Mark.

Die aktuelle Version 5 von Superoffice des gleichnamigen Herstellers aus Norwegen (www.superoffice.de) verfügt über einen Navigator, bei dem alle wichtigen Tools immer am linken Bildschirmrand sichtbar sind. Verkaufslisten, Volltextsuchen, eine integrierte Dokumentenverwaltung, Kalenderfunktionen und Projekte gehören ebenso zum Produktumfang. Die Software lässt sich aus einem Browser heraus bedienen und ist damit standortunabhängig. Ebenso lassen sich Funktionen von einem PDA oder Handy aus bedienen. Die Server-Lizenz schlägt mit 1195 Mark zu Buche, Arbeitsplatzlizenzen für sechs User kosten 1075 Mark. Für eine Einzelplatzversion müssen Anwender 1995 Mark hinblättern.

Ein weiterer Player im KMU-Umfeld ist Frontrange mit seinen Produkten "Heat 6.0", "Goldmine Front Office" und "Goldmine 5.5". Die beiden letztgenannten unterstützen Aufgaben in Vertrieb und Marketing wie Opportunity Management, Kontakthistorie sowie Verkaufs- und Quotenanalysen. Microsoft "Outlook" ist als E-Mail-Client integriert und die Komponente "E-Mail-Center" hilft dabei, E-Mails automatisch zu bearbeiten und verwalten. Goldmine Front Office kostet ab fünf Benutzern 1700 Mark je Arbeitsplatz und beinhaltet Run-Time-Lizenzen für den SQL-Server und Chrystals Reports. Goldmine 5.5 basiert auf einer D-Base-Datenbank und schlägt mit 2500 Mark bei fünf Benutzern zu Buche.

Für Aufgaben im Helpdesk und Call-Center hält Frontrange Heat bereit. Bausteine sind die "Managers Console", die es erlaubt den Status von Systemen auf einen Blick zu überprüfen, sowie ein "Answer Wizzard". Dieser unterstützt den Helpdesk-Mitarbieter darin, den Problemursachen mit gezielten Fragen auf den Grund zu gehen. Für die Lösung müssen bei einer Zehn-Nutzerlizenz 6700 Mark veranschlagt werden.

Sales-Tech-MessesplitterGegenüber dem Vorjahr nahm die Zahl der Aussteller auf der Salestech 2001 von 135 auf 96 ab. Auch die Besucherzahl war mit 1485 gegenüber 1800 Gästen im Jahr 2000 rückläufig. Branchengrößen wie Siebel, Oracle, Invensys CRM (früher Baan) und Nortel Networks (Clarify) waren in Wiesbaden nicht zugegen. Messe und Kongress zeigten die aktuellen Trends, Technologien und Lösungswege innerhalb des CRM-Marktes auf. Die nächste Salestech wird vom 19. bis 20. Juni 2002 in Wiesbaden stattfinden.