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01.09.1978

Anwenderbericht Datenzentrale Baden-Württemberg LINDA-VSAM: Kompatibel und effizient

Teil 1

Angeregt durch den Erfahrungsbericht über VSAM "Für 370-125-Anwender eine Nummer zu groß" in der Computerwoche vom 2. Juni 19T8, möchten wir hier einige Erfahrungen mitteilen, die Datenzentrale Baden-Württemberg mit VSAM gemacht hat. Der 1. Teil dieses Anwenderberichts enthält die "VSAM-Kritik". Im Teil 2 gehen die Autoren auf den VSAM-Anschluß an die "kompatible Schnittstelle für lineare Datenbanksysteme" (LINDA) ein.

Der Einsatz von VSAM wurde aktuell, als 1973/74 bekannt wurde, daß die Firma IBM das bis dahin in der öffentlichen Verwaltung weit verbreitete Datenverwaltungssystem UDB nicht mehr weiterentwickeln und pflegen würde. Die Datenzentrale hat daraufhin das damals neue Datenverwaltungssystem VSAM eingehend getestet, und zwar hinsichtlich seines Funktionsumfangs, seiner Stabilität und seines Laufzeitverhaltens.

Als Ergebnisse der Testversuche konnten wir feststellen:

- VSAM ist ein klar durchschaubares leistungsfähiges und benutzerfreundliches Datenverwaltungssystem, die klare Durchschaubarkeit beruht vor allem auf der neuen Datenorganisation, die offensichtlich ohne Anpassungszwänge an bestehende Systeme (etwa ISAM oder UDB) konzipiert wurde; es gibt keine Formatisierung und keine Überlaufbereiche mehr. Bei Blocküberläufen entstehen durch Kontrollintervallsplitts zwei neue gleichberechtigte und gleichstrukturierte Kontrollintervalle. Die physische Ordnung der Datensätze entspricht weitgehend ihrer logischen Ordnung,

Sprünge treten nur an den Kontrollintervallgrenzen auf.

- VSAM ist eine Vielfachzugriffsmethode, das heißt, es gibt drei verschiedene Datenformen:

- sequentielle Dateien (ESDS), nur auf Platte, nicht aber auf Band möglich;

- indexsequentielle Dateien (KSDS); Zugriff mit Schlüssel über vorgeschaltete Indexstufen; der Index wird mit Hilfe von Komprimierungsverfahren klein gehalten, was den Zugriff beschleunigt; neben dem Primärindex werden auch Sekundärindizes von VSAM aufgebaut und verwaltet;

- DA-Dateien (RRDS), Zugriff über die relative Satznummer.

Diese Vielfachzugriffsfunktionen von VSAM sind in mehrfacher Hinsicht interessant: Der Anwender hat für die üblichen Dateiformen eine einheitliche Zugriffsmethode und kann die jeweils effizientere einsetzen; es gibt zum Beispiel Datenbanksysteme, die den DA-Zugriff nicht kennen und Anwender, die dem entsprechend nachtrauern.

- VSAM bietet eine ganze Reihe wertvoller Optimierungsmöglichkeiten, wie zum Beispiel die variable Größe der Kontrollintervalle, Platzreserven, Pufferzuweisung, Verteilung der Indizes auf den Datenträgern, sprungsequentielle Verarbeitung. Bei Ausnutzung dieser Optimierungshilfen ist es uns bei einer Reihe von Verfahren gelungen, Laufzeiten zu erreichen, die mit Konkurrenzsystemen nicht erzielt werden konnten.

- Die Zugriffszeiten von VSAM wurden von der Datenzentrale in umfangreichen Tests gemessen; die in den Tabellen 1 bis 3 aufgeführten Zeiten geben nur einige

charakteristische Werte wieder, gemessen auf einer IBM-Anlage 370/145 mit 384 KB Hauptspeicher und dem Betriebssystem OS/VS1:

Die angegebenen Werte zeigen übrigens insbesondere auch den Einfluß einiger Optimierungsparameter.

Als Nachteile waren beziehungsweise sind bei VSAM zu nennen:

- In der Anfangsphase das Fehlen von Sekundärindizes; diese sind jedoch seit etwa 1975 verfügbar.

- Das Fehlen der Logband-Funktion für VSAM-Dateien; es gibt allerdings einen Benutzer-Exit, der bei Update-Funktionen aktiviert wird und zur Logdatei-Schreibung benutzt werden kann bei LINDA-VSAM wird auf diese Weise ein Logband erstellt.

Gestützt auf diese Erfahrungen wurde VSAM bei der Suche nach einem Nachfolgesystem für UDB mit in die engere Wahl gezogen, neben DL/I und ADABAS.

In einem eingehenden Vergleich der drei Systeme hinsichtlich

- angebotener (und benötigter) Funktionen,

- Aufwand für Hardware/Software, Installation, Schulung, Pflege, Laufzeiten,

- Sicherheit (Stabilität, Zukunftsicherheit, Hersteller)

fiel dann schließlich die Wahl auf VSAM.