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10.03.1978

Anwenderbericht Raiffeisen informationszentrale eG, Frankfurt:Almex-Klarschriftleser löst IBM-System 1285 ab

FRANKFURT - Die Raiffeisen Informationszentrale eG (RIZ), Frankfurt, entstand im Juni 1975 durch Zusammenschluß der ehemaligen Raiffeisen-Rechenzentrum eG, Frankfurt, und der Genossenschaftlichen Rechenzentrum eG (GRZ), Mutterstadt (Pfalz). Der RIZ sind 300 Kreditgenossenschaften mit rund acht Milliarden Mark Bilanzsumme sowie mehrere

Genossenschaften aus dem Verwertungsbereich, das heißt Molkereien, Winzergenossenschaften, Obst- und Gemüsegroßmärkte sowie Warengenossenschaften angeschlossen. Darüber hinaus werden über das Verbundunternehmen ORGA GmbH rund 1600 Buchhaltungen für nichtgenossenschaftliche Betriebe bearbeitet.

Bereits im Jahre 1969 hat die damalige GRZ im Bereich Pfalz begonnen, die Datenerfassung für die angeschlossenen Kundenbetriebe von Lochkartenerfassung auf Journalstreifenlesung umzustellen. Für das Rechenzentrum hatte diese Umstellung den Vorteil, daß das erfaßte Datenmaterial einfacher transportiert werden konnte: Der Informationsgehalt von zirka 3000 Lochkarten ließ sich auf einer Klarschriftstreifenrolle von der Größe einer Additionsrolle erfassen. Das Einlesen der Daten erfolgte über ein System IBM 1285, das mit einem zentralen IBM-Großrechner online verbunden war.

Störender Online-Anschluß

Mit dem Einsatz der Klarschriftstreifen war es nunmehr auch den mittleren und kleineren Genossenschaften möglich, sich der zentralen Datenverarbeitung anzuschließen, ohne selbst erhebliche Kosten für die Datenerfassung und für den Transport des Datenträgermaterials aufwenden zu müssen.

Im Jahre 1973 erfolgte im Bereich der ehemaligen Raiffeisen-Rechenzentrum eG, Frankfurt, ebenfalls die Umstellung der Datenerfassung auf Klarschriftstreifen. Auch dort wurde das Lesesystem IBM 1285 eingesetzt.

Mit den IBM-Lesern hatten wir dann allerdings Probleme: Einmal wirkte sich ihr Online-Anschluß störend auf den täglichen 370er-Betrieb aus, zum anderen hatten die IBM-Wartungstechniker zunehmend Mühe, das betagte System 1285 (wurde seit 1965 gebaut) instand zu halten. Der daraufhin von IBM als Alternative angebotene Belegleser 1287 war uns zu teuer.

Dreimal schneller als IBM

In dieser Phase hörten wir von dem schwedischen Offline-Klarschriftleser Almex-OCR-82, dessen Wartung in Deutschland die Digital Data Service GmbH, Bad Vilbel, übernommen hatte. Wir haben uns das System im praktischen Betrieb angesehen und waren begeistert. Folgende Eigenschaften des Almex-OCR-82 waren letztlich für seine Anschaffung in Mutterstadt (1974) und Frankfurt (1975) ausschlaggebend:

- Zirka dreifach höhere Lese-Leistung gegenüber der vorher eingesetzten Maschine (Nennleistungen: 300 000 Zeilen/h im Vergleich zu 100 000 Zeilen/h).

- Bessere Lese- und Erkennungslogik (jede Zeile wird bis zu 20mal gelesen).

- Bessere Korrekturmöglichkeiten/Bedienerfreundlicher

Auf einem Bildschirm wird sowohl die fehlerhafte als auch die korrekturfähige Zelle angezeigt. Darüberhinaus gibt eine Glasscheibe den Blick direkt auf den Klarschriftstreifen frei, so daß der Operator die gerade gelesene Zeile erkennen und das nicht erkannte Zeichen manuell eingeben kann.

99 Prozent Verfügbarkeit

Die Raiffeisen Informationszentrale verarbeitet im Tagesdurchschnitt in beiden Rechenzentren insgesamt rund 300 000 Buchungsposten im Bankenbereich. Hinzu kommen die zu verarbeitenden Klarschriftstreifen für den Verwertungs- und Privatkundenbereich. Die Verfügbarkeit der Almex-Systeme lag bis jetzt bei nahezu 99 Prozent. Dabei ist zu berücksichtigen, daß die Maschinen überwiegend in den Abendstunden zwischen 18.00 und 22.00 Uhr benutzt werden.

Ein besonderes Problem stellt sich der RIZ dadurch, daß von mehreren 100 dezentral installierten Datenerfassungsmaschinen Klarschriftstreifen angefertigt werden, deren Schriftqualität sehr unterschiedlich ist. Diesen qualitativ unterschiedlichen Schriften kann die Almex-Maschine aber durch eine manuelle Einstellung angepaßt werden: Es ist möglich, sowohl die Lesegeschwindigkeit als auch die Intensität einzustellen.

Ludwig Seckinger ist Vorstandsmitglied der Raiffeisen Informationszentrale eG.