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10.03.1978

Anwenderbericht Stadtsparkasse Köln:"Reliability Plus" signalisiert Maschinenabstürze

KÖLN - Im Besitz eines "Frühwarnsystems" gegen Hardware-Ausfälle weiß sich seit kurzem die Stadtsparkasse Köln: "Wir haben ein Kontrollinstrument im Haus, das uns täglich übersichtliche Daten über Hardwarestörungen und Datenträgerfehler liefert", schwärmt RZ-Leiter Heinz Zündorf. Die Kölner setzen als Erep-Ersatz das Auswertungsprogramm "Reliability Plus" der amerikanischen Systems Evaluation Laboratories ein. Berichtet Zündorf: "In einem Fall sind wir gerade noch rechtzeitig auf systeminterne Fehler aufmerksam geworden, so daß die TP-Applikation vor dem Absturz auf eine Back-Up-Maschine genommen werden konnte."

Bei der Stadtsparkasse Köln sind zwei IBM-Rechner 370-158/168 installiert, die unter OS/VS 1 laufen.

Mit den vom IBM-Erep gelieferten Hardware- und Datenträger-Fehlermeldungen konnte der RZ-Boß nicht viel anfangen: "Das ist kein Hilfsmittel für den EDV-Benutzer, da die umfangreichen und komplizierten Ausgaben nur von IBM-Techniker gelesen werden können." So würden bei Band- oder Platte-Lesefehlern, bei denen vom Betriebssystem 100 Leseversuche gemacht werden, vom Erep 100 Blätter mit der gleichen Fehlermeldung vollgeschrieben: "Da verliert man schnell den Überblick " .

Als sie bei einer Werbeaktion auf "Reliability-Plus" stieß, griff die Stadtsparkasse schnell zu: Nach einer Probezeit von einem Monat wurde dieses Softwarepaket für 36 000 Mark gekauft. Es liefert dem Anwender eine komprimierte und übersichtliche Auswertung über seine Hardware- und Datenträgerfehler.

"R+ dient uns und darüber hinaus der Geschäftsleitung als Frühwarnsystem", berichtet der RZ-Chef und fügt hinzu: "Es zeigt uns die Entstehung und Entwicklung signifikanter Hardware-Probleme auf und wir können eingreifen, bevor diese Fehler zu plötzlichen schwerwiegenden Ausfällen führen". So seien in einem konkreten Fall von "R+" diverse system-interne "Softfehler" auf der 168 gemeldet worden, die dem Bediener normalerweise nicht angezeigt würden. Vorsorglich nahmen die Reliability-Fans daraufhin die Teleprocessing-Applikation von der 168 auf die 158: "Irgendwann mußte es bei dem rapiden Anstieg der Softfehler einfach knallen und das geschah ja dann auch", erinnert sich Zündorf. Eine nach CPU, Main-Storage, Kanälen, Platten und Bändern aufgeschlüsselte "Daily Reliability Summary" hatte das Ansteigen der Fehler signalisiert.

Neben dieser zweiseitigen EDV-Manager-Information liefert "R+" für den operativen RZ-Teil eine sogenannte "Historie", in der Bandarchivnummern registriert werden, die häufiger zu I/O-Fehlern geführt haben. "Wir haben unsere Magnetband-Probleme mit R+ in den Griff bekommen", sagt Zündorf, "denn anhand der Historie-Informationen konnten wir diejenigen Bänder herausfinden, die gereinigt oder beschnitten werden mußten".

Ein "R+"-Sonder-Service vergleicht den Zustand der Kunden-Anlage mit zirka 200 anderen in Amerika und Europa. Dazu muß die Stadtsparkasse ihr Erep-Band einmal im Monat zur Londoner "R+"-Vertretung schicken, die die Daten mit den Fehlermeldungen der anderen "R + "-Anwender vergleicht

Freut sich Heinz Zündorf über das Ergebnis: "Bei den Zentraleinheiten sind wir auf einer sehr guten Position in der Fehlerlos-Klasse A." Er schätzt diese Art der Auswertung als " Druckmittel gegenüber IBM": "Die Wartungs-Techniker sind nicht sehr erbaut, wenn ich mit den "R+" -Listen zu ihnen komme."

Allerdings könnten auch mit "R + " nicht alle Hardware-Fehler frühzeitig erkannt werden: "Wir haben schon den Fall gehabt, daß das System ohne Vorwarnung ausgestiegen ist," warnt Zündorf. Als Frühwarnsystem eigne sich das Paket nur, wenn sich die Fehlerzahl langsam hochschaukelt.

Streicht Zündorf die günstige Kosten-/ Nutzen-Relation des 36000 Mark-Paketes heraus: "In Mark und Pfennig läßt sich der Vorteil zwar nicht ausrechnen, aber wenn unser gesamtes TP-Netz durch einen Hardware-Fehler ausfällt dann beläuft sich der Schaden bestimmt auf 36 000 Mark."