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16.02.1990 - 

Das Jahr 1990 soll mehr Planungssicherheit für den Anwender bringen

Anwenderforum Count plädiert für eine Telekom-Clearingstelle

GÄUFELDEN (CW) - Das Benutzerforum Count will verstärkt mit Anwenderzweifeln in puncto tarif- und nutzungsrechtliche Aspekte bei Fernmeldenetzen aufräumen. Niederschlag finden die Ambitionen der User-Vereinigung unter anderem in der Forderung, eine Clearing-Stelle bei der Telekom einzurichten.

Der anvisierte Anlaufpunkt soll für Nutzer gedacht sein, die Netze auf nationaler und internationaler Basis unter Berücksichtigung unterschiedlicher Kommunikationsarten planen und dabei zunehmend unter den noch nicht hinreichend geklärten organisatorischen Strukturen, Unwägbarkeiten bei der Gebührenfrage sowie unter den Kompetenzen der Telekom zu leiden haben.

Um die Schwierigkeiten zu verdeutlichen, weist Count auf das folgende Beispiel hin: Wolle zum Beispiel ein Anwender eine außenliegende Nebenstelle über posteigene Festverbindungen für ISDN-Anwendungen nutzen, müsse er dafür die doppelte Verbindungsgebühr und eine dreifache Grundgebühr im Vergleich zu zwei analogen Festverbindungen zahlen (siehe Tabelle).

Für die verstärkte Nutzung von OSI-Protokollen setzt das Benutzergremium in diesem Jahr besonders auf seine neue Arbeitsgruppe mit dem Schwerpunkt "Erfahrungsaustausch OSI-Standards". Ihre vorrangigen Ziele sollen darin bestehen, - die Anforderungen der Anwender im Hinblick auf Konformitätsprüfungen in bestimmten Implementierungsumgebungen zu formulieren und an die Anwender heranzutragen,

- durch Erfahrungsaustausch mögliche Schwierigkeiten bei der Nutzung bestimmter Protokolle zu minimieren und

- durch einen Feedback mit den Herstellern die Produktentwicklung zu beschleunigen.

Ziel der Bemühungen ist es, den Netzanwender bei der Realisierung von OSI-Kommunikationslösungen in einem heterogenen Systemumfeld zwischen den Herstellerfronten nicht im Regen stehen zu lassen. Ein Durchbruch in der Nutzung von OSI-Protokollen könne nur durch ein geeignetes Instrumentarium für die Planung und die Überwachung entsprechender Implementierungen gewährleistet werden. Es gehe auch nicht an, die Unterschiede zwischen Pilotinstallationen im universitären Umfeld und dem Masseneinsatz im Bereich kommerzieller Anwendungen zu übersehen . Würden diese nicht berücksichtigt und keine passenden Lösungsmöglichkeiten seitens des Marktes offeriert,

bliebe die OSI-Nutzung auf wenige Sonderfälle beschränkt und der Benutzer folge dann in der Regel den Empfehlungen seines Hauslieferanten.

Als besonders problematische Bereiche sieht Count dabei auch das Netzwerk-Management sowie Sicherheitsmechanismen für einen netzweiten Zugriffsschutz an. Und hinsichtlich der schon erwähnten Konformitäts-Prüfung plädiert die Benutzervereinigung für dezentrale Ansätze und ein sogenanntes Software-Prüfstecker-Konzept.

Angestrebt wird darüber hinaus eine enge Kooperation des neuen "Zirkels" mit anderen relevanten Gruppen.

Im Rahmen der angesetzten Aktivitäten und der Count-Pläne für das Jahr 1990 ist auch ein VAN-Kongreß unter dem Motto "Die Entwicklung der Netzdienste" zu nennen, der am 12. und 13. Juni in Leinfelden bei Stuttgart stattfinden wird. Informationen sind über die folgende Adresse erhältlich: Benutzerforum über Netzwerk-Technologie und Kommunikation e. V. Count, Siedlerstraße 22, 7046 Gäufelden 1, Telefon 0 70 32/70 81. +

Telekom steht noch auf tönernen Füßen

Das Dilemma ist altbekannt: Geht es um Umstrukturierungen und neue Statuten, drohen hehre Ziele aufgrund von Vakanzen, Haarspaltereien und Interpretationsspielräumen auf der Strecke zu bleiben.

Es käme einem Wunder gleich, wenn nun ausgerechnet die Deutsche Bundespost Telekom gänzlich von derlei Schwierigkeiten verschont bliebe.

Auf der anderen Seite aber steht die Planungssicherheit des Anwenders auf dem Spiel. Insofern ist es verständlich, daß Anwender und Benutzervereinigungen wie Count entschuldigende Argumente nur bedingt gelten lassen.

Gerade im Hinblick auf nutzungs- und tarifrechtliche Fragen und die TKO-Auslegung schlagen " Count-Mannen " die Hände über dem Kopf zusammen. Wie sieht es - so fragt man sich hier - beispielsweise mit der Aufhebung von Beschränkungen bei kombinierten Diensten, den dringend gebotenen "Gebührenabmilderungen" bei digitalen Festverbindungen und der Benachteiligung ländlicher Gefilde speziell in diesem Bereich aus?

Patentrezepte zur Lösung der Probleme gibt es sicher keine. Deswegen die Hände in den Schoß zu legen, wäre aber auch falsch.

Darum sollte man der geforderten Clearing-Stelle eine Chance geben. Die Schaffung benutzerfreundlicher Strukturen könnte einer Telekom, die sich aufgrund der jetzt gegebenen Wettbewerbssituation bisweilen noch umschauen muß, auch selbst nur zugute kommen. sch