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11.05.2001 - 

Gartner-Konferenz: Experten kritisieren die geplante Plattform

Anwendern ist .NET zu vage

MÜNCHEN (CW) - Seit nunmehr über zehn Monaten rührt Microsoft die Werbetrommel für sein Zukunftsprojekt .NET. Doch viele Analysten und Anwender sind skeptisch - die Strategie sei noch zu schwammig, und für Web-Services sei die Zeit nicht reif.

Auf der alljährlichen Windows-Konferenz der Gartner Group in Los Angeles nahmen Experten die .NET-Strategie der Gates-Company auseinander. ".NET ist eine Vision und nichts, was ich meinem CIO unterbreiten kann", meinte etwa Joe Drozynski, IT-Projekt-Manager bei Capital Blue Cross. Ein NT-Projektleiter bezeichnete es gar als "totale Vaporware", für die der Hersteller viel zu Großartiges verspreche, als dass es jemals in die Tat umgesetzt werden könnte. Sogar von Microsoft selbst sind kritische Töne zu vernehmen. So hat etwa Topmanager Jim Allchin erst kürzlich zugegeben: "Ich weiß, es ist alles etwas verwirrend."

Fazit der meisten IT-Profis auf der Gartner-Veranstaltung war, dass man sich bisher noch nicht ernsthaft mit .NET beschäftigt oder Pläne dafür ausgearbeitet habe. Man wolle erst einmal warten, bis die Redmonder ihre Absichten konkretisiert haben.

Allchin hatte auf der Gartner-Tagung Gelegenheit, für die ehrgeizigen .NET-Pläne zu werben. Er unterstrich dabei Vorteile wie das neue XML-basierte Programmiermodell für heterogene Umgebungen, die Meta-Internet-Services wie Passport oder Hailstorm (siehe Interview auf Seite 38), die neuen Tools wie "Visual Studio .NET" sowie die programmierbaren Web-Services.

Gartner-Analyst David Smith räumte anschließend ein, dass Allchin in einigen Punkten ein klareres Bild von .NET vermitteln konnte als bisher. Dennoch habe er die Konfusion nicht zu beseitigen vermocht. Als einen der irreführendsten Momente in Microsofts Kampagne bezeichnete Smith die Umetikettierung der gesamten Server-Suiten mit dem .NET-Kürzel. Denn die Enterprise-Server haben rein gar nichts mit Software- oder Web-Services zu tun.

Bei aller Verwirrung, die Microsoft gestiftet hat, messen Branchenkenner zumindest den .NET-Entwicklungs-Tools eine enorme Bedeutung bei. Gartner prophezeit, dass die meisten großen Unternehmen in den nächsten fünf Jahren sowohl .NET als auch Java in großem Umfang einsetzen werden. Doch auch Entwickler müssen sich noch gedulden, da mit der Fertigstellung von Visual Studio .NET erst gegen Ende des Jahres zu rechnen ist.

Erste Ansätze von .NET enthalten die kommenden Produkte wie Office XP oder Windows XP, wobei ein wichtiger Bestandteil der .NET-Infrastruktur, die Common Language Runtime (CLR), noch nicht im neuen Betriebssystem integriert sein wird.

Für IT-Abteilungen wird der Wechsel auf .NET nach Analystenmeinung einen erheblichen Aufwand mit sich bringen. So rechnet Gartner damit, dass für die optimale Anpassung bestehender Anwendungen etwa 60 Prozent des Codes umgeschrieben werden müssen.

Und auch mit seiner Preisgestaltung könnte sich Microsoft unbeliebt machen. Die Produktpreise dürften in den nächsten Jahren zwar relativ stabil bleiben, dennoch könnte auf die Kunden ein Kostenanstieg von bis zu 50 Prozent zukommen. Der Grund hierfür seien geänderte Lizenzmodelle und neue Abogebühren für Upgrades und Wartung.