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Öffnung für herstellerunabhängiges TCPIP

Anwenderverhalten zwingt IBM zu anderer APPN- und SNA-Politik

13.11.1992

SAN FRANZISKO (IDG) - Das katastrophale Echo auf ihre APPN-Lizenzierungspolitik scheint die IBM immerhin teilweise zur Umkehr zu bewegen. So will Big Blue in den nächsten Monaten alle erforderlichen Spezifikationen für den APPN Network Node veröffentlichen. Zudem arbeiten die Entwickler in Armonk an einer verbesserten Integration von TCP/IP sowohl in die APPN-Spezifikation als auch in SNA.

Den IBM-Verantwortlichen schwer zu denken gab offensichtlich der Verlauf der Interop '92. Dort war nicht das eigene APPN-Konzept in aller Munde; vielmehr rannten nach einem Bericht der CW-Schwesterpublikation "Computerworld" interessierte Anwender und OEMs dem von Cisco Systems initiierten APPI-Forum förmlich die Bude ein. Neben der Aussicht auf eine lizenzfreie APPN-Alternative stand bei den APPI-Interessenten vor allem ein technischer Aspekt im Vordergrund: Die Verbindung von SNA- und APPN-Komponenten über ein TCP/IP-Backbone.

Gerade dies war jedoch in Big Blues APPN-Konzept bis dato nicht vorgesehen, sprachen die blauen Strategen doch lediglich von einer Migrationsstufe für SNA-Anwender in Richtung Peer-to-peer-Networking. Um nicht noch mehr Kunden, so Insider, aufgrund fehlender TCP/IP-Kompatibilität zu verlieren ist die offizielle Armonker Lesart in puncto APPN und SNA seit kurzem jedoch eine andere: LAN-to-LAN-Connectivity sei das primäre Ziel von APPN, sowohl APPN als auch SNA sollen stärker für das herstellerunabhängige Übertragungsprotokoll TCP/IP geöffnet werden.

Nach Angaben von Ellen Hancock, IBM Vice-President und General Manager Networking Systems, wird Big Blue voraussichtlich schon zur Jahreswende eine TCP/IP-fähige APPN-Version ausliefern, gleichzeitig soll TCP/IP, das als offener De-facto-Standard innerhalb von SNA bislang so gut wie keine Rolle spielte, besser integriert werden dies vor allem, um bei den zahlreichen großen Firmenkunden das Routing von SNA-Applikationen über TCP/IP-Netze zu ermöglichen.

Mit einem auf TCP/IP erweiterten APPN werde, so die IBM-Managerin, dem APPI-Forum zumindest die technische Argumentationsbasis entzogen; es gebe daher für Entwickler keinen Grund mehr, sich in Sachen APPI zu engagieren. Zu klären bleibt allerdings noch immer die Frage der Lizenzgebühren. Zwar hat die IBM interessierten Entwicklern und OEMs für die nächsten Monate die Veröffentlichung aller notwendigen APPN-Spezifikationen in Aussicht gestellt, nach wie vor stehen jedoch Summen von rund 400 000 Dollar pro Lizenz im Raum.