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11.10.1996

Anwendung oder Plattform?

Microsoft Office war immer schon mehr als eine Sammlung normaler Windows-Programme. So verdankt OLE seine Entwicklung dem Kooperationsbedarf der Büroanwendungen. Diese enge Verbindung zum Betriebssystem - die Drittanbietern verwehrt ist, - gibt es auch bei Office 97, das großzügig Änderungen an Windows 95 vornimmt. Es ersetzt bei der Installation gleich zehn Laufzeitbibliotheken (DLLs) im Systemverzeichnis: Die Modifikation betrifft unter anderem das OLE-Subsystem, DLLs für die Microsoft Foundation Classes (MFC) und die Messaging API (MAPI). Diese versteckten Teil-Upgrades von Windows sind ärgerlich für DV-Verantwortliche, die Überblick über die Versionen des Betriebssystems haben wollen (beispielsweise zur Fehlersuche). Anwender, die mit Office 97 arbeiten, benutzen nicht dasselbe Windows 95 wie die anderen.

Ein eigenes Logo-Programm ("Office compatible") inklusive Style Guide sowie die ungeklärte Arbeitsteilung zwischen Windows und den Büroanwendungen lassen darüber spekulieren, ob nicht Office das eigentliche Betriebssystem ist. Abgesehen vom kümmerlichen DOS- Batch-Prozessor beinhaltet keine Windows-Variante eine Scriptsprache. Das zu Office gehörige VBA kann hingegen Windows- übergreifend Aufgaben automatisieren und dabei auch Anwendungen anderer Hersteller einbeziehen. Es übernimmt damit eine Funktion, die anderswo das Betriebssystem innehat.

Solche Ungereimtheiten gibt es noch mehrere: Auf der Server-Seite liefert Microsoft das Indizierungsmodul mit Windows NT aus, am Desktop hingegen, wo auch andere Anwendungen vom Index auf HTML- Dateien profitieren könnten, kommt es mit Office. Flexibilität beweist die Gates-Company auch beim Terminplaner Schedule+ und den Mail-Funktionen. Ersterer war ursprünglich Bestandteil von Windows für Workgroups, wanderte aber mit Office 95 zum Büropaket ab. Zum Lieferumfang von Windows 95 gehört der Exchange Client, der dort nicht nur Verkaufsförderung für das zugehörige "Back-Office"- Produkt betreiben, sondern auch das Betriebssystem mit minimalen Kommunikationsfunktionen ausstatten sollte. Sein designierter Nachfolger Outlook kommt nun mit Office 97.