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18.05.2001 - 

Webgains Application Composer verspricht einfache Entwicklung

Anwendungen aus Bausteinen zimmern

San Mateo (CW) - Manager und Techniker haben jahrelang auf die Entwickung Komponenten-basierter Web- und Unternehmensanwendungen gewartet. Eines der Tools, die dank vorgefertigter Bausteine eine schnellere Programmierung erlauben, ist der "Webgain Application Composer". Todd Sunsted von der CW-Schwesterpublikation "Infoworld" hat das Werkzeug getestet.

Der Application Composer geht einen anderen Weg als herkömmliche Entwicklungs-Tools. Statt ein proprietäres Toolkit und Framework bereitzustellen und zu hoffen, dass Entwickler damit arbeiten, setzt er auf vorhandene Standards wie Java, Javabeans, Servlets, Enterprise Javabeans (EJB) und Java Server Pages (JSP). Damit lassen sich Web-Anwendungen ebenso bauen wie Applets oder separate Java-Anwendungen. Ein Wermutstropfen ist lediglich die fehlende Unterstüzung von Swing-Klassen für grafische Oberflächen sowie die nicht vorhandene Integration von Software zur Quellcode-Überwachung.

Das Produkt löst die üblichen Schwierigkeiten bei der Integration von Komponenten verschiedenartiger Herkunft, indem es einen Aufbauprozess einführt, der auf Verhaltensweisen (behaviors) und Ereignissen basiert. Nach dem Schema des Composers haben Komponenten Verhaltensweisen: Intern oder extern generierte Ereignisse rufen diese Verhaltensweisen auf, um die Operationen der Anwendung durchzuführen. Anders ausgedrückt, sind Verhaltensweisen der "prozedurale Klebstoff", der die Komponenten einer Application-Composer-Anwendung zusammenhält.

Es ist einfach, bestehende Projekte zu importieren. HTML-Seiten, Bilder und anderer statischer Inhalt kann direkt über das Menü eingefügt werden. Einmal eingebaut, sind diese Bestandteile auch für andere Komponenten eines Projekts verfügbar. Auch EJBs werden einfach importiert. Der Composer nutzt Javabeans, um für solche EJBs eine Benutzerschnittstelle zu erzeugen. Die Interface-Methoden importierter EJBs bleiben innerhalb des Tools verfügbar. Die meisten anderen Komponenten müssen innerhalb des Application Composers erzeugt werden.

Das Tool enthält den frei verfügbaren "Jboss 2.0 EJB Container" zum Testen von EJBs. Es integriert aber auch bekannte kommerzielle Container wie den des Weblogic 5.1 Application Servers von BEA.

Viele Entwicklungsumgebungen haben große Defizite im Bereich der Softwareverteilung. Application Composer kann hier Boden gut machen. Mit einem Klick verpackt er alle Projektdateien inklusive Support-Files in eine Web-Archiv-Datei (.war). Entwickler können diese .war-Datei auf jedem Web-Server oder JSP-Container nutzen, der die Java-Servlet-Spezifikation 2.2 unterstützt.

Negativ fällt auf, dass der Application Composer nur bedingt den umgekehrten Weg der Entwicklung unterstützt. So einfach es ist, eine .war-Datei zu erzeugen, so schwierig ist es, eine bestehende Anwendung, die mit verschiedenen Tools erzeugt oder per Hand modifiziert wurde, in ein Composer-Projekt umzuwandeln. Auch vermag das Programm keine der marktüblichen Programme zur Quellcode-Kontrolle zu unterstützen.

Obwohl es sich um eine 1.0-Version handelt, ist sie von überraschend hoher Qualität. Für Unternehmen, die sich mit der Entwicklung von wiederverwertbaren Komponenten beschäftigen, lohnt sich eine nähere Betrachtung des Application Composer. Interessenten können das Tool als 30-Tage-Testversion downloaden (www.webgain.com). Die Vollversion läuft unter Windows NT und 2000 und kostet 2990 Dollar pro Entwickler.

Webgain Application Composer 1.0Die potenziellen Vorteile komponentenbasierter Softwareentwicklung sind Wiederverwertung von Code, geringere Fehleranfälligkeit und niedrigere Wartungskosten. Der Application Composer soll dieses Versprechen einlösen. Das Tool stellt einen universellen Ansatz dar, um komponentenbasierte Anwendungen unter Einsatz einer grafischen Oberfläche mit Java, EJBs, Servlets und Javabeans zu erstellen.

Vorteile:

+ Keine proprietäre Sprache oder Framework.

+ Verbindet wiederverwertbare Komponenten mit wenig Code.

+Unterstützt Javabeans und EJB-Komponentenmodelle.

+ Gute Softwareverteilung.

Nachteile

- Keine Unterstützung für Swing-Klassen.

- Keine Integration von Anwendungen zur Quellcode-Kontrolle.