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05.05.2000 - 

Nomina registriert über 1000 Lösungen

Anwendungen für Linux sind nicht mehr rar

MÜNCHEN (CW) - Die Zahl der Linux-Programme ist im letzten halben Jahr um rund ein Drittel gestiegen. Die Marktbeobachter von Nomina melden besonders hohe Zuwachsraten bei Anwendungen.

"Von einem Mangel an Anwendungen für Linux kann jetzt wirklich nicht mehr die Rede sein", kommentiert Nomina-Geschäftsführer Detlev Dehn die neuesten Zahlen des Isis-Software-Monitors. Anfang dieses Monats registrierte die Datenbank der Münchner Marktbeobachter erstmals mehr als 1000 kommerzielle Programmangebote für Linux-Systeme, genau 1013 gegenüber 762 im Oktober 1999.

Die neuen Zahlen belegen, dass nicht nur in den USA (siehe CW 15/00, Seite 24), sondern auch hierzulande im Segment Open-Source-Software das Angebot anwendungsorientierter Programme weit schneller zunimmt als das für Systemprogramme. Letzterer Kategorie ordnet Nomina derzeit 182 Programme zu, ein Plus von 23 Prozent gegenüber Oktober 1999. Nomina zählt hier Betriebssysteme und Systemerweiterungen, Software für System-Management, Internet-Lösungen, Programmentwicklung sowie Datenbanken und Datenverwaltung - alles in allem 18 Prozent des Marktangebots für Linux.

Spezielle technische Anwendungen - mit CAD, CAM, CAE und Engineering-Data-Management ein klassisches Unix-Feld - machen nur noch 6,4 Prozent des Marktes aus. Der "Rest", die überwältigende Mehrheit der Offerten, weist auf den Linux-Trend hin, aus der Spezialistennische herauszukommen.

Der mit 42,7 Prozent (433 Angebote) größte Teil des Linux-Programmangebots ist branchenunabhängig einsetzbar. Das reicht von Finanz- und Rechnungswesen über Personalverwaltung, Marketing, Vertrieb, Materialwesen, Fertigungsorganisation und Büroautomation bis hin zu Planungssystemen. Weitere 32,9 Prozent (333) der Programme sind branchenspezifische Lösungen, beispielsweise für Industrie, Handel, Transport und Verkehr, Banken, Versicherungen, private und öffentliche Dienstleistungsunternehmen, Gesundheitswesen, Versorgungsbetriebe und öffentliche Verwaltung. Branchenunabhängige Programme haben um 29 Prozent, branchenspezifische gar um 51 Prozent zugenommen.

Besonders auffällig ist das Angebot für die öffentliche Verwaltung beziehungsweise das Kommunalwesen gestiegen. Hier werden jetzt viermal mehr Lösungen als Anfang Oktober 1999 angeboten, was den Befürwortern einer Linux-Strategie in der aktuellen Debatte um das faktische Microsoft-Monopol in der Behörden-DV gute Argumente liefern dürfte. Stark ausgeweitet hat sich auch das Angebot für private Dienstleister sowie die Bau- und Versorgungswirtschaft.

Im Vergleich zum Angebot für andere Betriebssysteme kann Linux ebenfalls Gewinne verzeichnen. Zwar führt im PC-Markt mit weitem Abstand Microsoft, aber OS/2 ist auf Platz drei verdrängt. Im Unix-Markt steht Linux jetzt zusammen mit Solaris von Sun und SCO-Unix auf Position vier - hinter IBMs AIX, HP-UX und Reliant-Unix von Fujitsu-Siemens. Insgesamt wird ein Drittel aller bei Nomina registrierten 2700 Unix-Programme auch unter Linux angeboten.

Abb: Praktikabel: Eine Welle von fertigen Anwendungen für Linux dürfte die Alternative zu Microsoft noch interessanter machen. Quelle: Nomina