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14.05.1999 - 

Einnahmen verdreifacht - Gewinn erhöht - Aktienkurs im Keller

AOL enttäuscht Börse und Analysten trotz guter Quartalsergebnisse

MÜNCHEN (CW) - Der mit inzwischen knapp 17 Millionen Mitgliedern weltweit größte Online-Dienst AOL entfachte trotz satter Gewinnsprünge im jüngsten Bilanzquartal bei den meisten Beobachtern keine Begeisterungsstürme. Schuld daran könnte die fehlende Perspektive bei Breitbandtechnologien sein.

AOL vermeldete zum 31. März 1999 das erste Milliarden-Dollar-Quartal in der Firmengeschichte. In die Bilanz fließen erstmals die Ergebnisse der im November letzten Jahres übernommenen Netscape Communications mit ein. Die Einnahmen stiegen um 55 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf etwa 1,1 Milliarden Dollar - die Netscape-Zahlen eingerechnet sogar um zwei Drittel auf 1,25 Milliarden Dollar. Die Nettoerträge beliefen sich auf 117 Millionen Dollar oder elf Cents pro Aktie.

Obwohl die Analystengemeinde zuvor offiziell neun Cents erwartet hatte, rechnete sie doch insgeheim mit eben jenen Zahlen, die AOL tatsächlich erreicht hat. Viel Geld in die Kassen des Online-Dienstes haben sicher die 1,8 Millionen neuen Mitglieder gespült. Wichtiger aber dürften die Einnahmen aus Werbung und Electronic Commerce sein, da hier die Profitraten deutlich höher liegen. AOL konnte in diesem Bereich sein Ergebnis mit 220 Millionen Dollar fast verdoppeln.

Um so erstaunlicher ist die Reaktion des Aktienmarkts und der Analysten. Der AOL-Kurs fiel nach der Bekanntgabe des auf den ersten Blick hervorragenden Quartalsergebnisses von um über 30 Dollar in den Keller - und befindet sich weiter im Sinkflug. Ein Grund könnte sein, daß das Unternehmen eben nicht mehr als die hinter vorgehaltener Hand genannten elf Cent pro Aktie erwirtschaften konnte. Viel gravierender ist in den Augen vieler Beobachter allerdings die Tatsache, daß AOL nach wie vor keine kohärente Strategie für die Erschließung und Anwendung von Breitbandtechnologien wie Kabelnetzen oder Digital Subscriber Line (DSL) vorweisen kann. Genau das muß ein Content-Anbieter für das Verbreiten von Audio- und Videoübertragungen bieten.