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26.02.1999 - 

Preissenkung bei T-Online erzürnt die Konkurrenz

AOL Europe stellt die Telekom in Brüssel an den Pranger

MÜNCHEN (CW) - Der Online-Dienst AOL Bertelsmann Europe hat sich bei der Europäischen Kommission über die Geschäftspraktiken der Deutsche Telekom beschwert. Nach Überzeugung von AOL nutzt der Telekommunikationskonzern seine marktbeherrschende Stellung im Ortsnetz zugunsten seines eigenen Online-Service T-Online aus.

Stein des Anstoßes war die Ankündigung der Telekom, die Preise für den Web-Zugang zu senken. Ab April 1999 entrichten T-Online-Nutzer nur noch sechs Pfennig pro Minute, womit dann die Benutzung des Online-Dienstes sowie die Telefongebühr abgegolten sind. Im Gegensatz dazu müßten die deutschen Kunden des von America Online Inc. und Bertelsmann betriebenen Joint-ventures AOL Bertelsmann Europe GmbH allein schon für die Telefonverbindung minütlich acht Pfennig bezahlen. Die Telekom hält dagegen und verweist auf die Abhängigkeit des Leitungspreises von der Abnahmemenge, und da die Konzerntochter eben sehr viel abnimmt, so ein Firmensprecher, werde sie auch entsprechende Konditionen bekommen. Dem widerspricht AOL-Sprecher Frank Sarfeld entschieden. AOL habe etwa 800000 Kunden, die im Durchschnitt sieben Stunden im Monat online seien. Zwar bringe es T-Online auf 2,7 Millionen Mitglieder, dagegen würden diese im Mittel aber nur knapp zwei Stunden im Netz verweilen. Nach diesen Berechnungen fallen bei T-Online monatlich 324 Millionen Verbindungsminuten an, bei AOL sind es 336 Millionen Minuten - ein besonderer Rabatt für den Telekom-Web-Dienst will dan icht so recht einleuchten.

"Wenn diese Zahlen stimmen, erhält AOL bestimmt die gleichen Konditionen wie T-Online", schlußfolgert Telekom-Sprecher Ulrich Lissek. Gleichzeitig lud Lissek den Konkurrenten AOL zu Gesprächen über Verbindungspreise ein. "Wir sehen einer Überprüfung durch die EU-Kommission mit Gelassenheit entgegen", weicht Lissek der Frage aus, ob der Carrier seine Internet-Tochter quersubventioniere.

Die Brüsseler Behörde prüft die Beschwerde von AOL Bertelsmann und will innerhalb von sechs Wochen entscheiden, ob ein Verfahren gegen den Ex-Monopolisten eröffnet wird. Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (Reg TP) wurde bereits aktiv und hat das Bonner Telekommunikationsunternehmen aufgefordert, die für April geplante Preissenkung zu erläutern.

Möglicherweise werden die Karten im Poker um Online-Gebühren zumindest für AOL bald neu gemischt. Die Bertelsmann AG will demnächst ein Joint-venture mit einem deutschen Telekommunikationsunternehmen bekanntgeben.