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01.11.2002 - 

Bilanzen müssen geringfügig korrigiert werden

AOL kann Vertrauen zurückgewinnen

MÜNCHEN (CW) - Der Medienkonzern AOL Time Warner wird die Finanzergebnisse zweier Geschäftsjahre überarbeiten. Die Zahlen des gerade abgeschlossenen Berichtszeitraums sind im Rahmen der Erwartungen ausgefallen.

Im dritten Quartal (Ende: 30. September) setzte AOL Time Warner insgesamt 9,98 Milliarden Dollar um, sechs Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Nettogewinn belief sich auf 57 Millionen Dollar, nachdem vor zwölf Monaten noch ein Verlust von knapp einer Milliarde Dollar verzeichnet worden war. Damit lag das Unternehmen geringfügig über den Erwartungen der Wallstreet und konnte verlorenes Vertrauen wieder wettmachen.

Gleichzeitig gab der Konzern bekannt, dass die Bilanzen von September 2000 bis Juni 2002 korrigiert werden, weil Fehler bei der Online-Sparte AOL aufgetreten sind. Insgesamt reduziert sich deren Umsatz um 190 Millionen Dollar oder rund ein Prozent; die Proforma-Ergebnisse fallen 97 Millionen Dollar oder etwa zwei Prozent niedriger aus. Bislang hatte der Konzern Medienberichte heruntergespielt, wonach es zu Fehlbuchungen gekommen sei. Die US-amerikanische Börsenaufsicht und das Justizministerium hatten sich daraufhin in den Fall eingeschaltet. Weitere Berichtigungen soll es indes nicht geben, sagte Firmenchef Richard Parsons in einer Analystenkonferenz.

Da in der Online-Sparte die Geschäfte hinter den Erwartungen zurückgeblieben sind, gibt es erneut Gerüchte um die Position von Steve Case, dem Mitgründer von AOL und jetzigen Chairman des Konzerns. Die Einnahmen von AOL schrumpften um sieben Prozent, der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) brach gegenüber dem Vorjahr um 30 Prozent ein. Grund ist die schlechte Entwicklung der Online-Werbung, während die Einnahmen aus Internet-Zugängen zulegen konnten.

Derweil arbeitet der Konzern eigenen Angaben zufolge an einer Sanierung der Online-Sparte. Deren schwache Resultate werden indirekt vom Topmanagement dafür verantwortlich gemacht, dass der Aktienkurs des gesamten Unternehmens in diesem Jahr um mehr als 50 Prozent gefallen ist. Erste Ergebnisse der Sanierung sollen Anfang Dezember vorgestellt werden. Allerdings äußerte sich Finanzchef Wayne Pace dahingehend, dass der Turnaround der Online-Division "zweifellos Zeit braucht". Zudem deutete er an, dass es zu Goodwill-Abschreibungen kommen könnte. (ajf)