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27.08.1999 - 

"Unechte" Flatrate in Deutschland, Gratiszugang in Großbritannien

AOL startet Attacke gegen T-Online

MÜNCHEN (CW) - Der in den vergangenen Monaten unter Druck geratene Internet-Anbieter AOL reagiert. Mit einer aggressiven Marketing- und Produktoffensive will AOL-Europachef Andreas Schmidt die in Deutschland an "T-Online" und in Großbritannien an "Freeserve" verlorenen Marktanteile zurückgewinnen.

"Jetzt sind wir bereit, dem Markt in Deutschland und Großbritannien die passende Antwort zu geben", zeigt sich Schmidt kampfeslustig. Unter dem Titel "Operation Jump" will AOL künftig nach und nach neue Produkte und Preise für das boomende Geschäft mit dem Internet in Europa vorstellen.

Zunächst sei die Einführung eines kostenlosen Internet-Zugangs in Großbritannien unter der Bezeichnung "Netscape Online" geplant. Der auflebende Wettbewerb auf der britischen Insel, insbesondere der Konkurrent Freeserve, hatte America Online in den vergangenen Monaten schwer zu schaffen gemacht. So sah sich AOL erst kürzlich auf den zweiten Platz der britischen Internet-Anbieter verwiesen, nachdem Freeserve mit seinem kostenlosen Angebot innerhalb von vier Monaten mehr als eine Million Abonnenten auf seine Seite bewegen konnte. Nicht weniger als 4,42 Millionen Dollar Werbe- und E-Commerce-Einnahmen hatte Freeserve damit innerhalb der ersten neun Monate erwirtschaftet.

Unbegrenzter Zugang für 20 Mark?

Kaum besser zeigt sich die Situation für AOL derzeit in anderen europäischen Staaten. Während in Frankreich der Ex-Monopolist France Télécom an den Marktanteilen von AOL rüttelt, konnte hierzulande die Deutsche Telekom mit dem Internet-Service T-Online den Konzern in die Schranken weisen. Alleine in den ersten sechs Monaten dieses Jahres vergrößerte der Bonner Carrier seinen Kundenstamm um 600000 auf rund 3,3 Millionen Nutzer. AOL brachte es gerademal auf ein Wachstum von 100000 Anwendern und insgesamt 1,1 Millionen Abonnenten.

Für einen Aufschwung in Deutschland will AOL-Topmanager Schmidt nun mit einer "unechten" Flatrate sorgen. Nur wenige Tage nach der Einführung von Netscape Online in Großbritannien soll hierzulande ein Internet-Zugang zum monatlichen Pauschalpreis erhältlich sein. Mit ihm ist Schmidt zufolge die unbegrenzte Internet-Nutzung abgegolten, für Telefongebühren müßten Anwender hingegen weiterhin zusätzlich aufkommen: "Unser Preis wird den Markt durcheinanderwirbeln", gab sich Schmidt zuversichtlich, nannte aber noch keinen Betrag. Insider berichten indes von einer Größenordnung um die 20 Mark. Unterstützt wird das Internet-Angebot durch eine Marketing-Kampagne und die anschließende Einführung von Net-scape Online in weiteren europäischen Staaten. "Es geht jetzt darum, wer in Zukunft den Markt beherrschen wird", begründet Schmidt das forcierte Engagement.

Langfristiges Ziel von AOL für Deutschland sei Schmidt zufolge jedoch nach wie vor eine echte Flatrate, also ein Pauschalangebot, das sowohl den Internet-Zugang selbst als auch die gesamten Telefongebühren beinhaltet: "Wir sind im Moment in einer ganzen Reihe von Gesprächen", erklärt der Topmanager.