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20.06.2006

AOL wird heftig umworben

Angeblich bieten zehn Firmen für das deutsche Access-Geschäft.

Zuletzt verging kaum ein Tag, an dem nicht ein namhaftes Unternehmen aus dem Internet- und TK-Sektor mit der Übernahme von AOL Deutschland in Verbindung gebracht wurde. Hintergrund ist die Absicht von Time Warner, Geschäftsbereiche seiner AOL-Töchter in Frankreich, Großbritannien und eben auch in Deutschland abzustoßen. Allerdings soll nicht jeweils die komplette Niederlassung verkauft werden, sondern nur das Geschäft mit Internet-Zugängen. Dieses boomt derzeit, so dass sich Time Warner einen stattlichen Preis verspricht.

Berichten zufolge will die Konzernmutter bei einem Verkauf ihrer deutschen Access-Tochter bis zu 600 Millionen Euro erlösen, was von Beobachtern jedoch als ambitioniertes Vorhaben bewertet wird. AOL hat in Deutschland eigenen Angaben zufolge über 2,6 Millionen Kunden, davon haben zirka 1,1 Millionen einen breitbandigen DSL-Zugang ins Internet. Neben Resale-Anschlüssen der Telekom und eigenen Zugängen (Line-Sharing mit der Telekom) vermarktet das Unternehmen hierzulande seit kurzem auch ADSL2+-Anschlüsse des spanischen Carriers Telefonica (Line-Sharing). Behalten will AOL hingegen seine Marke sowie den Content- und Portalbereich, um die derzeit stark steigenden Ausgaben für Online-Werbung abzufischen.

Im Rennen um AOLs Access-Geschäft ist der Provider Freenet.de, der zuletzt für einen etwaigen Zukauf Berichten zufolge Rückendeckung von einem wichtigen Finanzinvestor erhielt. Im Gegensatz zu Freenet bestätigte Telecom Italia sein grundsätzliches Interesse - sowohl an der deutschen als auch an der französischen Tochter. Hier spekulierte eine italienische Zeitung auf einen Gesamtverkaufspreis von bis zu 700 Millionen Euro. Die Italiener kontrollieren hierzulande bereits den DSL-Anbieter Hansenet. Zuvor waren in Berichten noch die Vodafone-Tochter Arcor sowie Telefonica als potenzielle Bieter genannt worden. United Internet und zuletzt auch Versatel vervollständigen das Feld.

Anfang Juli, hieß es in unternehmensnahen Kreisen, wird die erste Runde abgeschlossen. Danach folgt die eigentliche Due-Diligence-Phase mit den von der Citigroup handverlesenen Bewerbern. (ajf)