Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

27.07.2005

Apachecon: Auftritt für kleine Projekte

Die europäische Konferenz der Apache Software Foundation (ASF) in Stuttgart stand nicht nur im Zeichen der renommierten Projekte, sondern präsentierte auch einige weniger bekannte interessante Vorhaben.
Apache Forrest bringt für das Single-Source-Publishing verschiedene Quellformate in eine intermediäre Zwischenform.
Apache Forrest bringt für das Single-Source-Publishing verschiedene Quellformate in eine intermediäre Zwischenform.

Auf der erstmals in Deutschland abgehaltenen Open-Source-Veranstaltung gaben die Entwickler des Web-Server-Projekts einen Ausblick auf die bevorstehende Version 2.2. Derzeit liegt die Alpha-Ausführung des http-Servers 2.16 vor. Zu den wesentlichen Neuerungen (http://httpd.apache.org/docs/2.1/new_features_2_2.html) des Apache-Flaggschiffs zählt eine überarbeitete Schnittstelle für die Authentifizierung. Bisher mussten Programmierer von solchen Modulen für jedes Anmeldeverfahren sämtliche Features implementieren. In Zukunft sind die allen Services gemeinsamen Funktionen Teil des Systems, so dass sich die Entwicklung einer solchen Komponente vereinfacht.

Mehr zum Thema

www.computerwoche.de/go/

*75203: Apache plant freie Java-Implementierung;

*73770: Kommerzialisierung von Open Source schreitet voran;

*64618: Mit Rules Engines kommt die Flexibilität.

Die Version 2.2 verspricht zudem Geschwindigkeitssteigerungen durch Cache-Komponenten, die schon länger in einer experimentellen Fassung vorlagen. Zu den wesentlichen Veränderungen gehört zudem die Fähigkeit des Web-Servers, mittels mod_proxy die Arbeitslast über mehrere Tomcat-Server zu verteilen. Er nutzt dafür das Apache Java Protocol (AJP).

Zu einem Open-Source-Projekt im größeren Maßstab könnte sich "Harmony" entwickeln. Sein Ziel ist die freie Implementierung von J2SE, also einer vollständigen Java-Umgebung. Auf der Apachecon 2005 in Stuttgart gab es noch keine Vorträge zu diesem Vorhaben, das sich noch in der Incubator-Phase befindet. Nach Angaben von Apache-Mitgliedern zeichnet sich dafür jedoch schon großes Interesse in der Community ab, obwohl Harmony bei seiner Ankündigung vor ein paar Monaten auf erhebliche Kritik stieß.

Zu den weniger bekannten Projekten der ASF zählt Forrest, das ursprünglich als Dokumentations-Tool geplant war. Kurz vor der Apachecon erschien die Version 0.7, die nun als Framework für das Single-Source-Publishing beschrieben wird. Ziel des Projektes ist es somit, unterschiedliche Daten und Dokumentenstrukturen in mehreren Zielformaten wie HTML, PDF oder WAP auszugeben. Die Software basiert auf Cocoon und definiert ein XML-Zwischenformat, das alle gängigen Darstellungsoptionen repräsentieren kann. Zuerst werden die Quelldaten von einem jeweils zuständigen Plug-in in diese intermediäre Form gebracht. Zur Software gehören solche Importmodule für HTML, MS Word, Wikis und Open Office. Auf der Ausgabeseite bestimmen konfigurierbare Skins das Aussehen der Zieldokumente.

Freie Rules-Engine

Ein weiteres weniger bekanntes Projekt, das nicht zu Apache gehört, aber unter einer ähnlichen Lizenz steht, entwickelt die Rules-Engine "Drools". Diese Softwarekategorie geht auf die Expertensysteme der 80er Jahre zurück. Solche Tools sind in der Lage, aus einer Kombination von Regeln und Fakten selbständig Schlüsse zu ziehen. Früher waren sie vor allem komplexen Anwendungen im Finanzsektor vorbehalten, wo sich die vielfältigen Bedingungen (gesetzliche Vorschriften, Marktentwicklungen) laufend verändern und daher nicht als Anweisungen fest in die Programme codiert werden sollten. Vielmehr werden sie deklarativ als Regeln in eine Rules-Engine gefüttert und können dort zur Laufzeit der Anwendung aktualisiert werden.

Durch Open-Source-Implementierungen verlieren Rules-Engines ihren exklusiven Charakter, auch wenn kommerzielle Highend-Produkte wie Ilog wesentlich mächtiger sind. Das freie Drools eröffnet neue Einsatzgebiete in vielen zusätzlichen Anwendungen wie etwa der Personalisierung von Content, der Validierung komplexer Daten oder bei Workflows und der Orchestrierung von Geschäftsprozessen. (ws)