Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

18.05.1990 - 

PC-Host-Kommunikation gewinnt zunehmend an Bedeutung

APIs als Plattform für die integrierte ISDN-Anwendung

MÜNCHEN (CW) - Bei ISDN geht es heute in erster Linie darum, eine Bürokommunikations-Integration zu realisieren. Oft möchte der Benutzer zudem einen System-Wechsel vermeiden. Die im Artikel "DV-Idustrie muß ISDN-Anwendern auf die Sprünge helfen" (vgl. CW Nr. 15 und 16 vom 13. und 20. 4. 1990) aufgeführte Produkt und Projektübersicht soll daher an dieser Stelle noch einmal ergänzt werden.

Zu den jüngsten Offerten zählen "Meridian Link" von Northern Telecom und eine Anwendungs-Schnittstelle des Unternehmens Schaulandt, die zusammen mit dem Systemhaus Sotec realisiert wurde. Meridian Link, Ende März für Deutschland freigegeben, bietet die Möglichkeit einer intelligenten Verbindung zwischen einer Meridian-Anlage SL-1 und Host-Rechner. Über das Gateway auf der Basis des NT-Applikations-Protokoll (ISDN/AP) werden insbesondere Befehle und Statusmeldungen ausgetauscht, wodurch sich von einem Host-Terminal aus Funktionen der Telekommunikationsanlage wie die Weitervermittlung von Gesprächen oder das Einleiten von Anrufen ansteuern lassen.

Der Anrufer wird automatisch identifiziert

Andererseits liefert Meridian SL-1 Informationen an den angeschlossenen Rechner. So ist es möglich, den Anrufer automatisch zu identifizieren und speziell für das jeweilige Telefonat benötigte Informationen noch vor der Entgegennahme des Anrufs am Terminal anzuzeigen.

Auf der Basis der CIT-Entwicklungsplattform (CIT: Computer Integrated Telephony) "Meridian Link" können dann von Softwarehäusern oder Anwendern selbst Applikationen zum Beispiel für die Bereiche Telemarketing oder Kunden dienst erstellt werden.

Die Verbindung zwischen der Meridian SL-1 und dem Host-Rechner, in diesem Falle von einem TK-Anbieter selbst realisiert, erfolgt über den ESDI-Port, eine synchrone V.24 oder eine V.11-Schnittstelle. Das Übertragungsprotokoll basiert auf dem nach CCITT genormten D-Kanal-Protokoll Q.931. Zukünftig werden auch weitere Standard-Protokolle wie Q.932 oder Ethernet unterstützt.

Meridian Link ist für die Systeme Meridian SL-1 ST, NT mit "X.11 Release 13 Software" geeignet. Pro Einrichtung können bis zu 16 ISDN/AP-Verbindungen realisiert werden.

Zunächst steht die neue Koppelung für Host-Rechner von Digital Equipment zur Verfügung. Weitere Computerhersteller, mit denen Northern Telecom auf diesem Gebiet zusammenarbeitet, sind die Firmen IBM und Hewlett-Packard. In San Diego wurde auf einer Veranstaltung der Tele-Communications Association TCA eine ISDN-AP-Verbindung zwischen der Meridian SL-1 und einer AS/400 von IBM vorgestellt.

Die Schaulandt GmbH, Tochter der Hertie-Unternehmensgruppe, bietet zusammen mit dem Systemhaus Sotec eine neue Btx-Karte an, die auf dem "ISDN Common API" basiert und sich auch mit der speziell für Bildschirmtext konzipieren Janus-Software einsetzen läßt. AV-Schaulandt plant, die Karte Um die Funktionalität "Zeitschaltung" zu ergänzen. Da es bei ISDN keine Aufbauzeiten wie beispielsweise im Datex-L-Netz gibt, soll die Karte abgeschaltet werden können, sofern keine Verbindung zustande kommt.

Im Rahmen der Einführung von ISDN-Technologie sind neben dem TK-Hersteller in der Regel Softwarehäuser oder auch die Deutsche Bundespost Telekom mit von der Partie. Hinsichtlich der Anwenderunternehmen, die im Laufe der letzten Monate ihre TK-Konzepte und bereits installierte beziehungsweise lauffähige ISDN-Lösungen vorstellten, sind unter anderem die Firma Leicher (Nixdorf-Anlage 8818 mit Nigro-Software), der Sportwagen-Hersteller Porsche (SEL-System 12B) und die Essener Verkehrs AG (Ericsson-System MD 110) zu nennen.

Leicher setzte sich zum Ziel die bereits vorhandenen Bildschirme mit dem Standardprogramm Büro 38 und die neue PBX unter einen Hut zu bringen.

Im Bereich Telefon-Management entschied sich das mittelständische Unternehmen der Metallindustrie für die Nigro-Großhandelslösung, ebenfalls von Nixdorf, sowie GDI-Kommunikationssoftware für die Abwicklung von Telex und Telefax.

Geplant ist darüber hinaus der Einsatz von Bildschirmtext. Die hier vorrangigen Anwendungssparten: Einkauf, Fertigung, Logistik und Verkauf.

Sieht man speziell auf die Non-Voice-Features, so hat hier Porsche besonders viel erreicht: Als Leistungsmerkmale stehen neben Textkommunikation und PC-PC-Filetransfer PC-Peripheriegerät-Sharing, PC-ASCII-Host-Koppelung, PC-3270-Hostkoppelung und die Datenerfassung zur Verfügung.

Der Essener Verkehrs-AG war insbesondere daran gelegen, Standleitungen einzusparen und bestehende Rechnernetze mit Komponenten von Siemens, Prime und Telenorma in einen ISDN-Kommunikationsverbund zu integrieren. Bis Ende 1990 soll hier eine umfassende Sprach- und Datenkommunikation "greifen".