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13.08.1982 - 

Internationaler Heidelberger Kongreß stößt auf das Interesse vieler deutscher Großanwender:

APL als Sprache für Manager entdeckt

HEIDELBERG - Die Manager in multinationalen und Großkonzernen bedienen sich in zunehmendem Maße der Programmiersprache APL. Mikrocomputer mausern sich zu intelligenten APL-Terminals und Softwareentwicklungsrechnern. Vom nächsten Jahr an wird es einen Ansi-APL-Standard geben. Die Möglichkeiten, APL im Zuge einer schulischen oder universitären Ausbildung zu erlernen, sind noch immer unbefriedigend. Diese Hauptaussagen und Grundströmungen kennzeichneten den "APL82-Weltkongreß", der vom 21. bis 30. Juli in Heidelberg stattfand.

APL, benannt nach dem vor 20 Jahren erschienenen Buch "A Programming Language" von Kenneth E. Iverson, hat nach Überzeugung der Kongreßveranstalter Zukunft. So glaubt Program Committee Chairman Professor Dr. Wolfgang Janko, daß die Charakteristika dieser Sprache dem Trend zur unmittelbaren Unterstützung des Endbenutzers entgegenkommen. Professor Dr. Wolffried Stucky, Schatzmeister des APL-Club Germany e.V. und, wie Janko, Hochschullehrer in Karlsruhe, berichtete über erste Erfolge bei der Hereinnahme von APL in offizielle Lehrpläne.

Congress Committee Chairman Michael ("Mike") Bergen von der Eschborner LKS Datenservice AG unterstrich, daß die APL-Strukturen wie geschaffen seien für die kommenden Parallel-Architekturen der Hardware. Organization Committee Chairman Dr. Claus O. Köhler vom Heidelberger Krebsforschungszentrum stellte in den Vordergrund, daß APL durch das programmiererlose Entwickeln von Applikationen kleine und mittlere Unternehmen kostenmäßig und personell entlaste.

Komitee-Mitglied Professor Dr. Walter Augsburger von der Mannheimer Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft stellte bei der überwiegenden Zahl der Hersteller einen Bewußtseinswandel gegenüber APL hin zum Positiven fest. Die gegen APL vorgebrachten Bedenken läßt Kongreßvorsitzender Bergen nicht unwidersprochen:

Der Bedarf an Systemressoursen, hervorgerufen durch mächtige APL-Programme, werde kompensiert durch die zunehmende Verbreitung intelligenter Mikro-Vorschaltrechner (DDP) und durch den Preisverfall der Hardware. Stichhaltiger sei der Vorwurf der unzulänglichen Systematisierung von APL-Anwendungen. Einerseits, meinte Bergen, sei die Individualität eines Produkts der Preis dafür, daß man von einer zentral gesteuerten Produktion absehe. Andererseits sei man auf Anwenderseite inzwischen darangegangen, einen Katalog von Empfehlungen erarbeiten, der Auswüchse in dieser Hinsicht verhindern könne.

Über 600 Teilnehmer aus 23 Ländern waren nach Heidelberg gekommen. In optimistischen Prognosen war zuvor mit 450 Teilnehmern gerechnet worden. Aus Deutschland kamen 237, aus USA 91, aus Großbritannien und Frankreich jeweils rund 50 APL-Interessierte.