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24.01.2008

Applaus für Suns MySQL-Kauf

Open-Source-Akteure begrüßen die Übernahme der Datenbank.

Rund eine Milliarde Dollar lässt sich Sun Microsystems die Akquisition kosten, um seine Position im Bereich Enterprise-IT sowie in einem Markt auszubauen, der zurzeit auf rund 15 Milliarden Dollar Umsatz pro Jahr geschätzt wird. Die verbreitete quelloffene Datenbank soll den Open-Source-Stack der Kalifornier komplettieren, in jedem Fall bringt sie Sun interessante Kunden: Große Web-2.0-Sites etwa von Facebook, Google, Nokia, Baidu und China Mobile nutzen MySQL. Immerhin kamen die Schweden mit ihren 400 Mitarbeitern in 25 Ländern im vergangenen Jahr auf rund 70 Millionen Dollar Umsatz. Anbieter von Open-Source-Produkten, darunter Sugar CRM, Zend Technologies, Springsource und Alfresco, begrüßen den Zusammenschluss.

Möglicherweise gelingt es MySQL unter dem Dach von Sun besser, bei den Kunden auch endlich im Bereich der unternehmenskritischen Infrastruktur voranzukommen. Bereits seit Jahren bemühen sich die Skandinavier, ihre mit neuen Engines und Enterprise-Services ausgestattete Datenbank im transaktionsintensiven Backend der Unternehmen zu etablieren. Allerdings hieß es unter Experten immer wieder, dass die Open-Source-Plattform keine Alternative zu ihren kommerziellen Pendants wie Oracle sei. Allenfalls ließen sich unkritischere Aufgaben dorthin auslagern, um die teuren Systeme zu entlasten. Ovum-Analyst Laurent Lachal formuliert es auf seine Weise: "Mit MySQL rückt Sun etwas mehr in Richtung des weniger anspruchsvollen Massenmarkts."

Fokus auf Enterprise 2.0

Interessant dürfte nun sein, wie Sun seine weitere Open-Source-Strategie gestaltet. Hat der Hersteller schon die Aufsicht über Java, erhält er sie nun auch über den De-facto-Standard unter den quelloffenen Datenbanken. Insider äußerten schon die Vermutung, Sun könne diese Rolle missbrauchen, um den Lamp-Stack (Linux, Apache, MySQL und PHP/Perl/Python) in Richtung einer Samp-Plattform zu rücken, bei der Linux durch das "S" von OpenSolaris ersetzt wird. Diesen Bedenken tritt Simon Phipps, Chief Open Source Officer bei Sun, vehement entgegen. "Wenn wir Open-Source-Anwender in Richtung Solaris drängen würden, wären wir verrückt", so der Sun-Manager. "MySQL ist bei uns in sicheren Händen, möglicherweise sogar in den sichersten."

Unterstützung erhält Phipps von namhaften Open-Source-Aktivisten wie Jon "Maddog" Hall. Ähnliche Übernahmen von Open-Source-Companies durch große kommerzielle Hersteller hätten bislang weitgehend positive Ergebnisse für die Communities gebracht. Als Beispiel nennt Hall Oracles Datenbankakquisitionen wie etwa die von Sleepycat. Auch Eben Moglen, Executive Director im New Yorker Free Software Law Center, sieht im Sun-MySQL-Deal einen Trend, für den er in den kommenden Monaten noch mehrere Beispiele erwartet. Wenn solche Fusionen dazu führen, dass die Community-gestützte Entwicklung von Software forciert abläuft, sei das positiv zu bewerten. (ue)