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Wachstumseuphorie bekommt einen Dämpfer

Apple-Aktie fällt nach einer Gewinnwarnung auf die Hälfte

06.10.2000
MÜNCHEN (CW) - Apple hat für das vierte Quartal des laufenden Geschäftsjahres eine Gewinnwarnung ausgesprochen. Statt eines erhofften Gewinns in Höhe von 165 Millionen Dollar ständen nur 110 Millionen Dollar auf der Habenseite der Bilanz.

Die Bombe platzte am 28. September nach Börsenschluss. Apple-Manager offenbarten, der Hersteller werde seine Ziele im vierten Quartal des aktuellen Geschäftsjahres nicht erreichen können. Die Börse reagierte sehr empfindlich auf diese überraschende Botschaft. Der Kurs des Apple-Papiers brach um fast die Hälfte auf unter 30 Dollar ein.

Der Konzern mit dem angebissenen Apfel im Logo wird nach eigenen Prognosen für das vierte Quartal einen Umsatz von 1,85 bis 1,9 Milliarden Dollar sowie einen Gewinn in Höhe von 110 Millionen Dollar erwirtschaften. Das bedeutet für die Aktionäre ein Plus von 30 bis 33 Cent pro Anteilschein. Die Analysten waren bis zum schwarzen Donnerstag für den Computerhersteller von einem Umsatz deutlich über der Zwei-Milliarden-Grenze sowie einem Gewinn in Höhe von 165 Millionen Dollar ausgegangen. Damit hätten die Aktionäre mit etwa 45 Cent pro Papier rechnen können. Fred Anderson, Finanzchef bei Apple, versucht, Gründe für das schlechte Abschneiden des Computerherstellers zu finden. So habe der Markt im September dieses Jahres generell unter einer Schwächeperiode gelitten.

Außerdem sei im sonst traditionell sehr starken "Back-to-school"-Geschäft ein unerwartet geringer Umsatz zu spüren gewesen. Und zuletzt habe auch die Nachfrage nach den neuen Apple-Rechnern wie zum Beispiel dem "Power Mac G4 Cube" nicht die hohen Erwartungen der Verantwortlichen erfüllen können.

Analysten glauben nicht an EntschuldigungenDie Analysten wollen diese Erklärungen so nicht gelten lassen. Nach ihrer Einschätzung sei das Geschäft der Konkurrenz im September durchaus gut gelaufen. Insider vermuten vielmehr, dass Apple Probleme mit seinen Produktlinien habe. Der G4 Cube sei zu teuer, und außerdem würden die neuen Apple-Produkte die älteren Modelle stark unter Druck setzen, kritisieren Branchenkenner. Fast zeitgleich mit der Gewinnwarnung beschwerten sich US-amerikanische Anwender über Risse in den Gehäusen der neuen Apple-Rechner. Der Hersteller wies die schon symbolisch anmutende Kritik zurück und behauptete, die Risse seien feine Linien, die produktionsbedingt entständen.

Die Verantwortlichen bei Apple bleiben trotz der Turbulenzen gelassen. Laut Finanzchef Anderson würden jetzt die Pläne für die nächsten Monate noch einmal überprüft. Ferner werde man die Ziele für die folgenden Quartale etwas niedriger ansetzen. Georg Albrecht, Sprecher der deutschen Apple-Niederlassung, bezeichnet die Gewinnwarnung als Vollbremsung. "Danach ist es meist doch nicht so tragisch."

Für das Deutschland-Geschäft zieht Albrecht eine positive Bilanz. Obwohl der Hersteller keine Regionalergebnisse veröffentliche, könne man mitteilen, dass das vergangene Jahr das bislang beste in der deutschen Apple-Geschichte gewesen sei. Dennoch muss Albrecht schwächere Zahlen in Europa eingestehen. Auch eine gewisse Konkurrenz zwischen den eigenen Produktlinien muss er einräumen. Übereilte Änderungen der Strategie werde es jedoch nicht geben. Sicher müsse das eine oder andere überdacht werden, doch von einer Panikreaktion könne keine Rede sein.