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21.02.1992 - 

Für entgangene Einnahmen durch Windows

Apple fordert von Microsoft Schadenersatz in Milliardenhöhe

CUPERTINO/REDMOND (CW) - Im Copyright-Streit in Sachen grafische Benutzeroberflächen zwischen Apple Computer und Microsoft sowie Hewlett-Packard geht es nun ans Eingemachte: Der kalifornische PC-Pionier fordert von dem Redmonder Softwareriesen einen Schadenersatz in Höhe von 4,37 Milliarden Dollar.

Seit nunmehr knapp vier Jahren liegen Apple, Microsoft und Hewlett-Packard im Clinch. Ohne Ende streiten sie darüber, ob Microsoft mit Windows und Hewlett-Packard mit New Wave, das auf Windows basiert, Apples Macintosh-Bildschirmführung teilweise illegal kopiert und damit die Urheberrechte der Kalifornier verletzt haben. Punktsiege für Apple zogen ebensolche für Microsoft nach sich. Eine endgültige gerichtliche Entscheidung aber steht noch immer aus.

Nun fährt der PC-Anbieter aus Cupertino neue Geschütze auf 4,37 Milliarden Dollar soll Microsoft an Apple bezahlen - und zwar mehr als drei Milliarden Dollar für entgangene Gewinne der Kalifornier seit der Markteinführung von Windows und 1,35 Milliarden Dollar für Microsoft-Software, die unter Windows läuft. Die Zahlen, so Apple, seien durch einen Experten ermittelt worden. Mit der Forderung auf Schadenersatz wollen die Kalifornien ebenfalls vor Gericht gehen.

William Neukom, Vice-President von Microsofts Büro für Rechtsangelegenheiten, bezeichnete die Forderung, die Apple Anfang des Monats Microsofts Anwälten schriftlich hatte zukommen lassen, als "unerträglich" und "spekulativ". Die Bill-Gates-Gesellschaft bestreitet nach wie vor, Apple-Patente verletzt zu haben und kündete ihrerseits zwei Maßnahmen an, um dem vierjährigen Copyright-GerangeI nun endlich ein Ende zu machen.

Zum einen will Microsoft bei einem Bundesrichter den Antrag stellen, Apples Klage niederzuschlagen und das Urheberrecht der Kalifornier an den zehn verbliebenen strittigen Bildschirm-Elementen, die von Microsoft illegal kopiert worden sein sollen, für ungültig zu erklären, da diese nicht originär von Apple stammen würden. Zum zweiten will der Softwareriese den Richter dazu bringen, alle Forderungen Apples in bezug auf Windows 3.0 als - so die Meinung der Kalifornier von Windows 2.03 abgeleitetem Produkt zurückzuweisen und zu erklären, daß die strittigen Elemente entweder lizenziert oder aber nicht urheberrechtlich geschützt sind.