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26.10.1990

Apple: Frust kann sich einfressen

Als Big Blue Anfang der 80er Jahre in das PC Geschäft einstieg, verhöhnte Apple die neue Konkurrenz: "Welcome IBM" - zu sicher wähnte sich der selbsternannte Erfinder des Personal Computers. Das frühreife Früchtchen dachte nicht daran, dem Druck des Mainframe-Monopolisten nachzugeben, der in altbewährter Manier einen blauen Industrie-Standard durchsetzen wollte, auf Pump zwar - mit Systemzutaten versorgt von Intel und Microsoft -, dafür aber in bezug auf die Wirkung bei den Anwendern vom Allerfeinsten. IBMs verblüffend einfache Strategie: am Erfolg des PCs möglichst viele Third-Party-Unternehmen (Software- und Systemhäuser, Beratungsfirmen etc.) teilhaben zu lassen. Die Rechnung ging auf, mit dem Ergebnis, daß Big Blue zum PC-Leader avancierte, Apple dagegen Marktanteile verlor.

Solange sich Apple mit dem Macintosh auf ein überlegenes Konzept stützen konnte, was die Funktionalität der Benutzer-Schnittstelle betrifft, war man gegen negative Markteinflüsse (Beispiel: Clone-Syndrom) weitgehend immun. Nicht nur die Exklusivität schützte, auch die Qualität der Apple-Produkte ließ in den Augen der Mac-Fans nichts zu wünschen übrig Zweifelsfrei besaß die PC-Primadonna über lange Zeit einen Beliebtheitsvorsprung - was zu tun gewesen wäre, um ihn zu halten, darüber wurde im kalifornischen Cupertino zu wenig nachgedacht, und wenn doch, dann in die falsche Richtung. Jetzt wird Apple von der Entwicklung auf dem PC-Markt eingeholt. Was der Mac kann, können andere Personal Computer mit Windows 3.0 mittlerweile auch.

Da ist auf Umwegen zwar wieder richtig, daß sich eben die überlegene Technik durchgesetzt hat, nur kann sich Apple dafür heute nichts mehr kaufen. Daß die Mac-neu-Werbung auf dieser Linie argumentiert - "Welcome Windows" wird zwar nicht explizit gesagt, aber kaum versteckt angedeutet -, ist eher verwirrend. Der Alleinstellungsanspruch ist futsch, nur darauf kommt es an. Für Apple enthält die Windows-Herausforderung überdies eine Fußangel, mit dem erschwerenden Umstand, daß man die Einladung zu beweisen, wer das bessere Konzept besitzt, praktisch nicht ausschlagen kann.

Und der PC-Pionier reagiert: Den neuen Macintosh gibt's zwar nicht für'n Appel und'n Ei, aber man hat sich dem PC-Preisniveau angepaßt. Die beiden Manager an der Apple-Spitze, John Sculley und Michael Spindler, haben dem Unternehmen eine "Back-to-the-roots"-Kur verschrieben. Gemeint ist offenbar: Apple soll sich auf seine eigentlichen Stärken besinnen - die lägen im Personal Computing, nicht im Corporate Computing, wo man es mit IBM zu tun bekommen habe, was Apple nicht gut bekommen sei. Andererseits sind Billig-Macs kein Schutz gegen die asiatische PC-Konkurrenz. Es wird in jedem Fall schwer für Apple.