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Nach der Versorgungskrise machen unabhängige Zulieferfirmen den großen Reibach:

Apple hat sich mit Chips verspekuliert

17.02.1989

CUPERTINO (CW) - Eine gravierende Fehleinschätzung des Halbleitermarkts kostet den größten Mikrocomputer-Hersteller nach IBM an die 30 Millionen Dollar. Die Apple Computer Inc. hatte sich auf dem Höhepunkt der Memory Versorgungskrise im letzten Sommer mit teuren DRAMs eingedeckt, konnte aber die Mehrkosten nicht wieder hereinholen.

Als die Apple-Manager bemerkten, daß der Verbrauch an DRAMs den disponierten Mengen weit vorauseilte, kauften sie auf Spotmärkten ein. Sie zahlten 38 Dollar pro 1-MBit-Chip - und orderten Millionen davon in der Annahme, die Knappheit werde lange andauern. Doch der Markt reagierte: Die Halbleiterhersteller fuhren die Kapazitäten ihrer Werke hoch, um von dem hohen Preisniveau zu profitieren.

Gleichzeitig statteten die Apple-Händler in den USA die nur in Minimalkonfiguration gelieferten Macs mit Memory-Boards von anderen Herstellern aus, die geschickter disponiert hatten als Apple und deshalb den Händlern niedrigere Preise bei höherer Rendite ermöglichten. Apple blieb, als die Spot-Lieferungen eintrafen, darauf sitzen. Heute liegen Vorräte für mehrere Monate am Lager - Chips, die heute um 15 Dollar das Stück weniger kosten.

Trotz der Fehldisposition entwickeln sich Apples Umsätze stetig aufwärts. Die Rede ist von 30 Prozent Zuwachs im laufenden Quartal. Doch der Aktienkurs bröckelt, weil der Nettogewinn wohl von 80 auf etwa 50 Millionen Dollar sinken wird. Schon hat ein Aktionär, der kurz vor Bekanntgabe des peinlichen Mißgeschicks in Apple-Titel investiert hatte, Klage eingereicht. Er fühlt sich getäuscht. In der Tat hätte er die Aktien wenige Tage später um fünf Dollar und mehr billiger erwerben können.