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05.04.1996 - 

Hohe Lagerbestaende machen schwer zu schaffen

Apple kuendigt fuer zweites Quartal 700 Millionen Dollar Verlust an

Amelio sagte ferner, dass sowohl die Stueckzahlen ausgelieferter Rechner als auch der damit erzielte Umsatz wesentlich unter dem Niveau des vergleichbaren Vorjahreszeitraums liegen werden. Die in diesem Ausmass nicht erwartete Absatzflaute bei PCs schlage wiederum negativ auf den Wert des Inventars durch. Ausserdem muesse das Unternehmen erhebliche Aufwendungen fuer Restrukturierungsmassnahmen erbringen. Plaene, um diesen Problemen zu begegnen, werde man Anfang Mai 1996 bekanntgeben.

Die Verluste uebertreffen die Prognosen von Wall-Street-Analysten. Die beiden US-amerikanischen Rating-Unternehmen Standard & Poors Corp. (S&P) und Moodys Investors Service Inc. haben prompt ihre Bonitaetsbewertung fuer Apple zurueckgestuft.

Der Hersteller, so die Einschaetzung der Institute, sei zwar weltweit unter den ersten fuenf PC-Unternehmen, bewege sich aber in einem extrem wettbewerbsintensiven Umfeld. Zudem verliere die Apfel-Company Marktanteile. Darueber hinaus vergroessere sich der operative Verlust. Ferner blase Apple auf dem sehr wichtigen japanischen Markt der Wind kraeftig ins Gesicht.

Ausserdem, argumentieren die Analysten, gestalte sich die Lage am PC-Markt - zumindest in den USA - in den kommenden Jahren schwierig: Das Marktforschungsunternehmen Dataquest prognostizierte kuerzlich, der Markt fuer Heim-PCs werde sich jenseits des grossen Teichs dieses Jahr nur mehr um acht Prozent ausweiten. 1995 hatte er noch um 22, 1994 gar um 42 Prozent zugelegt. Kommendes Jahr sei bereits nicht mehr mit Wachstum zu rechnen, 1998 muesse man sogar von einem zweiprozentigen Rueckgang ausgehen.

Besonders fuer Apple sind dies insofern schlechte Nachrichten, als die Kalifornier mit ihren Rechnern im Geschaeft mit Grossunternehmen nie Fuss fassen konnten. Traditionell liegen ihre Staerken im Bildungs- und DTP-Bereich sowie bei Privatanwendern. Diese Segmente werden jedoch zunehmend auch von Intel-Prozessor- basierten und mit einem Windows-Betriebssystem ausgestatteten PCs bedient.

<H4>Aktie verlor nicht an Wert</H4>

Analysten vertreten die Meinung, dass kostenintensive Massnahmen, wie sie die Bereinigung der Lagerbestaende und die Entlassung von Mitarbeitern darstellen, unbedingt notwendig sind. Aehnlich habe die IBM 1993 gehandelt, schreibt das "Wall Street Journal" mit Bezug auf Argumente des Analysten Tim Bajarin von Creative Strategies. Damals hatte der gerade erst inthronisierte Big-Blue- CEO Louis Gerstner 8,9 Milliarden Dollar fuer Mitarbeiterentlassungen, Fabrikstillegungen und Restrukturierungsmassnahmen zurueckgestellt. Apples neuer CEO Amelio verfolgte bereits 1991 bei der angeschlagenen National Semiconductor Corp. eine aehnliche Strategie.

Moeglicherweise wegen solcher Einschaetzungen in Analystenkreisen verlor die Apple-Aktie trotz der riesigen Verlustankuendigung nicht an Wert. Vielmehr stieg sie sogar etwas an von 23,87 auf 24,62 Dollar.