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Weitere Topmanager wandern ab

Apple lagert das Geschäft mit Newton-Systemen aus

30.05.1997

Apple plant, sämtliche Aktivitäten, die im Zusammenhang mit dem Newton-Betriebssystem für Personal Digital Assistants (PDAs) stehen, in eine unabhängige Tochtergesellschaft mit der Bezeichnung Newton Inc. einzubringen. Dieses Unternehmen soll 170 Apple-Mitarbeiter übernehmen und binnen eines Jahres profitabel arbeiten. Die Transaktion wird voraussichtlich bis zum 30. Juni abgeschlossen sein.

Steve Jobs empfahl Verkauf von NewtonAls unabhängiges Unternehmen werde Newton Inc. mehr Flexibilität bei der Lizenzierung des Newton-Betriebssystems gewinnen, erklärten Apple-Manager zu der Entscheidung. Andererseits gestanden sie ein, daß eine unabhängige Geschäftseinheit leichter an externe Investoren zu verkaufen sei. Der Apple-Mitbegründer Steve Jobs hatte kürzlich am Rande der Apple-Entwicklerkonferenz in San Jose empfohlen, die unprofitabel arbeitende Newton-Einheit zu verkaufen. Das Unternehmen könne es sich nicht leisten, neben dem "Mac-OS" und der Entwicklung von "Rhapsody" ein drittes großes Projekt für Systemsoftware zu betreuen.

Wie das "Wall Street Journal" berichtet, hat Apple in der Tat versucht, das Newton-Geschäft ohne den Umweg einer Auslagerung zu verkaufen. Dabei sei es bereits zu Verhandlungen mit Interessenten wie Sun Microsystems oder dem schwedischen Telecom-Konzern Ericsson gekommen. Keiner der potentiellen Käufer hätte allerdings auch nur annähernd eine Summe zwischen 50 und 100 Millionen Dollar geboten, die Apple laut Insiderinformationen erzielen wollte.

Wie Apples Chief Financial Officer Fred Anderson mitteilte, hofft der Hersteller nun, binnen sechs Monaten nach der Neugründung von Newton Inc. eine deutliche Wertsteigerung der Gesellschaft zu erreichen. Nach anfänglicher finanzieller Unterstützung der Muttergesellschaft solle Newton Inc. verstärkt nach externen Investoren Ausschau halten oder versuchen, über Börsenmärkte an Kapital zu gelangen.

Nach Meinung einiger Analysten geht der Schritt Apples in die richtige Richtung und verspricht in der gegenwärigen Situation das geringste Risiko. Sollte Newton Inc. ein Erfolg werden, würde Apple als Aktienbesitzer davon profitieren. Erwiese sich die neue Gesellschaft aber als nicht überlebensfähig, kämen die Kalifornier um die hohen Kosten für die Schließung des Betriebs und die Entlassung von Mitarbeitern weitgehend herum.

Unterdessen hält die Abwanderung hochrangiger Führungskräfte bei Apple an. Chief Operating Officer (COO) George Scalise, der als rechte Hand von CEO Gilbert Amelio galt, verläßt das Unternehmen. Der Manager wechselt als President zur Semiconductor Industry Association (SIA). Scalise war wie Amelio von National Semiconductor zu Apple gekommen.

Wenige Tage vor der Kündigung Scalises war bekannt geworden, daß Rick LeFaivre, Vice-President of Research and Development, ebenfalls das Handtuch wirft. Der Manager wird bei Borland die Position des Chief Technology Officers übernehmen.