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26.01.1996 - 

Weitere Entlassungen und Verluste eingeplant

Apple-Management ist ueber Firmenzukunft verunsichert

Apples Nettoumsatz betrug im Zeitraum von Oktober bis Dezember 1995 3,1 Milliarden Dollar. Gegenueber dem gleichen Vierteljahr 1994 bedeutet dies eine Zunahme von elf Prozent. Im aktuellen Berichtszeitraum lieferte die Company von CEO Michael Spindler 1,3 Millionen Macintosh-Rechner aus. Dies entspricht zwar einer Steigerung von zwoelf Prozent. In der gesamten PC-Branche betrug die Zuwachsrate ausgelieferter Computer allerdings 25 Prozent. Die wichtigste Position auf der Ertragsseite, die Bruttogewinnmarge, schmolz im Quartal von Oktober bis Dezember 1995 darueber hinaus erheblich: Sie halbierte sich in Apples erstem Geschaeftsvierteljahr nahezu von 28,7 auf 15,1 Prozent.

Die sinkende Bruttogewinnmarge ist ein Indiz fuer den knallharten Wettbewerb, dem sich Apple gegenueber der Phalanx von PC- Herstellern ausgesetzt sieht. Die Kalifornier sind dieser geballten Konkurrenz fast wehrlos ausgesetzt, stehen sie mit ihrer proprietaeren Hard- und Software-Architektur doch isoliert auf dem PC-Markt. Zwar gibt es mittlerweile einige Lizenznehmer, die Macintosh-Clones vertreiben. Doch sind diese im Vergleich zum gesamten PC-Markt verschwindend gering.

Die Bruttogewinnmarge wurde zudem im abgelaufenen Vierteljahr durch Abschreibungen beeinflusst, die Apple auf den Wert des Inventarbestandes in Hoehe von 80 Millionen Dollar vornehmen musste. Gleichzeitig gab die Spindler-Company in ihrem ersten Fiskalquartal 1995/96 mit 594 Millionen Dollar 18,9 Prozent mehr fuer Forschung und Entwicklung sowie fuer die Verwaltungs- und Vertriebskosten aus (viertes Fiskalquartal 1994/95: 547 Millionen Dollar).

Acht Prozent der Mitarbeiter verlieren ihren Arbeitsplatz

In diesen Bereichen eruierte Apples Fuehrungs-Crew auch das groesste Potential fuer Entlassungen. Insgesamt werden acht Prozent der insgesamt rund 17000 Apple-Angestellten einen blauen Brief erhalten. Zur Finanzierung dieses Exodus plant das Unternehmen fuer das zweite Geschaeftsquartal bereits Kosten von 125 Millionen Dollar vor Steuern ein.

Um aus dem Teufelskreis schwindender Gewinne und eines nur mehr schwer zu bekaempfenden Vertrauensverlusts in der Oeffentlichkeit auszuscheren, will Apple ein neues Geschaeftsmodell auflegen. Man werde sich, so Spindler, auf Topsysteme fuer die Maerkte Bildung sowie kommerzielle Kunden und Heimanwender konzentrieren und das Thema Lizenzrechtsvergabe von Apple-Technologien nun sehr viel beherzter angehen.

Wie prekaer die Lage von Apple mittlerweile ist, zeigen die Ausfuehrungen zu den Zukunftsaussichten des Unternehmens gegenueber der Presse, mit denen das Management die Tuer zur Geruechtekueche noch weiter oeffnet. Theresia Wermelskirchen, Sprecherin der Apple Computer GmbH, bestaetigte zwar, diese Formulierungen seien durch das US-amerikanische Aktienrecht vorgegeben. Im Rahmen eines Quartalsberichts sind sie dennoch sehr ungewoehnlich.

Abgesehen von den berichteten Geschaeftszahlen, wuerde es sich bei den in der Pressemitteilung diskutierten Inhalten um Zukunftsprojektionen handeln, die "Risiken und Unsicherheiten" beinhalten.

Nicht vorhersehbar sei beispielsweise, welche Auswirkungen der anhaltende Wettbewerbsdruck auf Apple haben und wie sich dieser auf die Kaufentscheidungen potentieller Apple-Kunden auswirken werde. Unklar sei auch, wie sich etwaige weitere Verluste auf den Bedarf von Apple an liquiden Mitteln auswirken und wie sich die angekuendigten und moegliche zukuenftige Umstrukturierungsmassnahmen auf die Leistung des Unternehmens auswirken werden (weitere Informationen zu Apple siehe Seite 27).