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23.08.1996 - 

Mac-OS 8 kommt häppchenweise

Apple muß seine Terminpläne gründlich revidieren

Das Mac-OS 8, Codename "Copland", war bereits mehrfach verschoben worden. Zuletzt hatte es geheißen, daß Mitte 1997 mit der Veröffentlichung gerechnet werden könne. Jim Gable, Vice- President der Applesoft-Division aus Cupertino, mußte auf der Macworld Expo zugeben, daß nicht vor 1998 mit dem neuen Betriebssystem zu rechnen sei.

Warten auf den Microkernel

Bereits im Januar kommenden Jahres soll die Interimsversion "Melody" ausgeliefert werden. Entgegen früheren Ankündigungen wird dieses Release aber noch keine Funktionen von Copland beinhalten. Vielmehr liegt bei dieser Zwischenversion der Schwerpunkt auf Internet-Technik und auf der Integration von Systemerweiterungen, die bisher nur als Zusatz erhältlich waren, beispielsweise Opendoc und der darauf basierende Web-Browser "Cyberdog". Damit sollen die Entwickler in die Lage versetzt werden, sinnvoll an Anwendungen zu arbeiten, die auf der Komponententechnologie beruhen, beispielsweise "Live Objects". Der neue, objektorientierte Finder wird in Melody hingegen noch nicht enthalten sein. Mac-OS-Produkt- Manager Vito Salvaggio mußte einräumen, eine diesbezügliche Ankündigung irrtümlich gemacht zu haben.

Wirklich neue Technologien wird es dann ein halbes Jahr später, im Juli 1997, mit dem Release "Harmony" geben. Jim Gable wollte sich allerdings nicht darauf festlegen, welche neuen Bestandteile seine Entwickler bis dahin in das Mac-OS integrieren werden. "Bis dahin müssen wir noch einige Hausaufgaben machen, um herauszufinden, was wir alles realisieren können", so Gable. "Hier werden wir aber erstmals Copland-Technik sehen."

Das erste eigentliche Mac-OS 8 wird dann 1998 die lange angekündigte Integration eines Microkernels beinhalten. Dieser wird den Verzicht auf viele Komponenten, die das jetzige System 7.5x noch bremsen, ermöglichen und die Stabilität der Software verbessern. Auch nach der Veröffentlichung der "finalen" Version seines neuen Betriebssystems will Apple halbjährlich weitere Updates herausbringen, in die jeweils neu entwickelte Bestandteile integriert werden sollen. Einen Vorteil soll laut Apple die Zersplitterung des Betriebssystems in viele kleine Update-Häppchen haben: Auch Anwender mit älteren Macs, in denen als Herz noch ein Motorola-Prozessor aus der 680x0-Familie schlägt, werden noch in den Genuß vieler Bestandteile der Copland-Technik kommen.

Ein weiteres Opfer der Firmenpolitik ist die Common Hardware Reference Platform (CHRP). Apple-Chef Gilbert Amelio sagte in seinem Eröffnungsvortrag in Boston, die ersten Power-Macintoshs auf CHRP-Basis werde es frühestens Mitte 1997 geben und nicht wie angekündigt Ende 1996. Geopfert wird die Referenzplattform, die Apple gemeinsam mit IBM, Motorola und einigen kleineren Herstellern entworfen hatte, zugunsten der Entwicklung von Internet-, objektorientierten Technologien und des Betriebssystems.