Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

28.10.1988 - 

Katerstimmung bei Mini- und Mainframe-Herstellern:

Apple schiebt sich auf Branchen-Platz 6 vor

MÜNCHEN (CW) - Mit zweistelligem Wachstum ist es für die meisten amerikanischen Computerhersteller vorerst vorbei. Nur PC-Anbieter wie Apple hatten im dritten Quartal Anlaß zur Freude. Bei Unisys stagnierte der Verkauf fast, während DEC bei steigendem Umsatz einen Gewinneinbruch verzeichnete. Auch Wangs Rendite verschlechterte sich.

Dank einer starken Nachfrage außerhalb der USA konnte Digital Equipment im ersten Geschäftsquartal 1988/89 (30. September) die Einnahmen um 16 Prozent auf 2,94 Milliarden Dollar steigern; der Anteil des Auslandsgeschäfts erreichte mit 53 Prozent einen neuen Höchststand. Doch der Gewinn geriet unter Druck: Mit 223,4 Millionen Dollar lag er um 17 Prozent unter dem Vorjahreswert (vergleiche auch Seite 71, "Talfahrt der Preise ging DEC zu schnell").

Nahezu zum Stillstand kam es bei der Unisys Corp., was die Umsatzentwicklung betrifft. Die Verkaufs- und Service-Erlöse des dritten Quartals kletterten um nur zwei Prozent auf 2,27 Milliarden Dollar, so daß der Traum von Chairman W. Michael Blumenthal vom zweiten Platz in der Branche vorerst ausgeträumt ist - es sei denn, Unisys würde tatsächlich einen weiteren Mitbewerber aufkaufen. Aus kaufmännischer Sicht ist der Sperry-Nachfolger dennoch auf dem aufsteigenden Ast, denn der Netto-Profit verbesserte sich um 16 Prozent auf 151 Millionen Dollar. Freilich hat Unisys damit noch nicht DECs Umsatzrendite eingeholt.

Die NCR Corp. hingegen verdient prächtig - mit einer Marge von 1 1,8 Prozent. Allerdings hat das Wachstum deutlich an Tempo abgenommen, und der Gewinn hält bei dieser Entwicklung mit dem Umsatz nicht Schritt. Die Zahlen: 870 Millionen Dollar (plus 6,9 Prozent) bei den Einnahmen, 103,1 Millionen Dollar (plus 5,4 Prozent) beim Eintrag.

Regelrecht in den Keller stürzte der Gewinn bei der Wang Laboratories Inc., die ohnehin in den letzten Jahren finanziell etwas schwach auf der Brust war. Nach 22,5 Millionen Dollar im Vorjahresquartal brachte der Minicomputerhersteller aus Lowell es nur noch auf 13,1 Millionen Dollar (minus 42 Prozent). Den Umsatz verbesserte das Unternehmen in seinem ersten Geschäftsquartal allerdings um vier Prozent auf 723 Millionen Dollar. Die Ertragsdecke ist dennoch mit 1,8 Prozent der Einnahmen denkbar dünn.

Rundum zufrieden mit dem abgelaufenen Vierteljahr geben sich nur einige Mikrocomputerfirmen wie etwa die Apple Computer Inc. Der Mac-Konzern aus Cupertino, der Ende September auch das Geschäftsjahr abschloß, setzte im Quartal mit 1,17 Milliarden Dollar 49 Prozent mehr um als ein Jahr zuvor. Für das gesamte Geschäftsjahr erzielte Apple einen Ertrag nach Steuern von 400,3

(217,5) Millionen Dollar aus einem Umsatz von 4,07 (2,66) Milliarden Dollar.

Das ungewöhnlich hohe Plus des PC-Pioniers überraschte nicht nur Analysten, sondern Apples Manager selbst, die solche Steigerungsraten nicht zu versprechen gewagt hatten. Meinte Wertpapier-Analyst Daniel C. Benton von Goldman Sachs & Co. im "Wall Street Journal": "Kaum zu glauben, daß eine so große Firma so schnell wächst." Den Grund dafür sieht Benton im Erfolg des Macintosh im Markt für kommerzielle Anwendungen. Apple ist jetzt das sechstgrößte amerikanische Computerunternehmen.