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04.03.1988 - 

Softwarehäuser wild auf AUX-Programm-Entwicklung:

Apple will den Workstation-Markt erobern

DALLAS (IDG) - Ihren Angriff auf den Workstation-Markt hat die Apple Computer Inc. jetzt mit der Ankündigung der Unix-Version A/UX für den Macintosh begonnen. Ziel ist es, das Betriebssystem eingebunden in günstigere Systemlösungen einer breiteren Anwenderschicht zugänglich zu machen.

Den Vorstoß in den traditionell von Sun und Apollo dominierten Markt bezeichnet Apple-Chef John Sculley als eine "Strategie mit geringerem Risiko", da die Macintosh-Benutzeroberfläche für den Anwender leichter zu erlernen sei. "Wir sehen ein riesiges Potential für Systeme unter 10 000 Dollar im technischwissenschaftlichen Bereich," sagte Sculley. Und weiter: "Wir wollen nicht in den Mips-Krieg einsteigen, denn in bezug auf eine Erweiterung der Unix-Plattform ist die Frage nach Benutzerfreundlichkeit einfach wichtiger."

A/UX basiert auf AT&Ts Unix V.2.2 und enthält die Erweiterungen der Berkeley-Version 4.2 und 4.3 für Kommunikation sowie für die Portierung von Berkeley-Unix-Applikationen. Es schließt ferner C-, Bourne- und Korn-Shells sowie das von Adobe entwickelte Transcript ein und unterstützt X-Windows, wodurch Entwickler die Möglichkeit haben, Netzwerk-Applikationen selbst zu entwickeln. Implementiert wurden zudem die TCP/IP-Protokolle. Apple liefert A/UX auf vorkonfigurierten 80-MB-Festplatten, auf denen einige Programm-Features integriert sind, die die Systemverwaltung vereinfachen.

Die Weiterentwicklung von A/UX sieht eine engere Verbindung des Mac mit dem Unix-Betriebssystem vor. Das erste Release läßt auch noch die Unterstützung von Farbgrafikanwendungen und Appletalk sowie die Möglichkeit, mehr als ein Programm zur selben Zeit laufen zu lassen, vermissen.

Als Flaggschiff-Konfiguration sieht Apple das Entwicklungssystem für 8400 Dollar. Es umfaßt einen Mac II, eine 80-MB-Festplatte, eine PMMU (Paged Memory Management Unit) und 4 MB Hauptspeicher, jedoch keinen Monitor. Für Mac-II-Besitzer wird es A/UX auf einer 80-MB-Platte gebündelt mit einer PMMU für knapp 5000 Dollar geben.

Etwa fünf Prozent aller Anwendungen sollen ohne Modifikationen unter A/UX laufen können. Mindestens 25 Unternehmen haben während der Unix-Messe Uniforum A/UX-kompatible Produkte teils angekündigt, teils präsentiert. Hierzu zählen die Anbieter relationaler Datenbanken Informix Software, Relational Technology und Oracle, ferner Innovative Software (Tabellenkalkulation Wingz), R Systems (Textverarbeitung und Desktop-Management-Programme), Unisoft (C-, Fortran- und Pascal-Compiler), Absoft (Fortran77-Compiler), Alsys (Ada-Compiler) und eine Reihe weiterer Firmen. Dieser enorme Zuspruch zeigt, daß die Softwarehäuser die Mac-Umgebung wesentlich attraktiver finden als die IBM-AIX-Variante, was dem Marktführer starkes Kopfzerbrechen bereiten muß. Einen der Gründe für die Unterstützung des Apple-Unix-Engagements sieht das Londoner Fachblatt Computergram International darin, daß die wenigsten Branchenbeobachter IBM das Lippenbekenntnis zu Unix abnehmen.