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Neues Betriebssystem soll IBM und Microsoft Konkurrenz machen:


21.07.1989 - 

Apples Attacke auf den OS/2-Markt

CUPERTINO (IDG} - Apple Computer verspricht sich viel von seinem neuen Betriebssystem, System 7.0, das nächstes Jahr ausgeliefert werden soll. System 7.0 ist als Konkurrenz zu OS/2 gedacht. das von IBM und Microsoft als PC-Betriebssystem der Zukunft angepriesen wird.

Auf das neue Betriebssystem hat Apple nach eigenen Angaben mehrere Jahre Entwicklungsarbeit und viel Geld verwendet, um OS/2 Paroli zu bieten. Beide Produkte zeichnen sich allerdings mehr durch gemeinsame als unterschiedliche Charakteristika aus.

System 7.0 soll voll abwärtskompatibel werden

Beide bieten die Möglichkeit, bestehende Daten von verschiedenen Sofwareapplikationen zu nutzen. Virtuelle Speicherverwaltung, grafische Benutzeroberfläche und ausgeklügelte Bildverarbeitungsmöglichkeiten sind ebenfalls bei beiden vorhanden. Das System 7.0 stellt darüber hinaus sowohl den Zugang zu externen Datenbanken wie etwa Oracle als auch echte 32-Bit-Adressierbarkeit zur Verfügung. Im Gegensatz zu OS/2 jedoch verfügt System 7.0 nicht über Multitasking mit verteilten Prioritäten. Apple behauptet, diese Form des Multitasking-Betriebs könne die Geschwindigkeit der im Vordergrund ablaufenden Applikation herabsetzen und sei deshalb nicht akzeptabel.

Während OS/2 bereits verfügbar ist, betont man bei Apple, System 7.0 werde auf allen Macintosh-Systemen laufen und einen angenehmen Systemwechsel bieten, weil man großen Wert auf die Ahwärtskompatibilität gelegt habe.

Diese Abwärtskompatibilität sieht Apple als größten Vorteil gegenüber OS/2 an, das diese Eigenschaft nicht bietet. J. Davis, Direktor der Abteilung für Systemsoftware bei Apple, wies ferner auf die Probleme in der DOS-Welt hin, die -verwirrende und oft inkompatible Betriebssysteme zur Verfügung stelle, einschließlich Standard-OS/2, des kommenden OS/2-386 und der DOS-Versionen 3.x und 4.x.

Was als Vorteil des neuen Betriebssystems verkauft werden soll, verdeckt allerdings einen Pferdefuß: Alle Macintosh-Programme werden zwar unter System 7.0 laufen. Sie müssen jedoch, um das Betriebssystem in seiner ganzen Leistungsstärke nutzen zu können, komplett umgeschrieben werden.

Obwohl der Source-Code erst noch ausgeliefert werden muß, haben viele Macintosh-Proqrammentwickler schon Interesse angemeldet. Cricket Software beispielsweise stoppte seine Softwareproduktion für zwei Wochen, nachdem es über System 7.0 unterrichtet war, um zu prüfen, wie eine Unterstützung für das neue Apple-Betriebssystem in seinen zur Zeit in Entwicklung befindlichen Softwareprodukten verwirklicht werden könne. Der Vice President für Produktentwicklung bei Cricket, Bob Roblin, meinte zum Vergleich von System 7.0 und Presentation Manager, beide Systemapplikationen seien einander sehr ähnlich. Allerdings gäbe es beim Presentation Manager das große Problem, daß er nicht über ähnlich klar definierte Schnittstellenprotokolle verfüge wie dies bei Apple der Fall sei.