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10.09.1999 - 

Kann Jobs Kunden im Profisegment zurückgewinnen?

Apples G4 soll Pentium-PCs die Stirn bieten

MÜNCHEN (CW) - Wenn Apples Interims-Boß Steve Jobs öffentlich auftritt, zieht er meistens ein As aus dem Ärmel. Anläßlich seiner Einführungsrede auf der Seybold-Publishing-Konferenz Ende August in San Franzisko präsentierte er den Mac-Fans mit dem G4-Rechner das neue Apple-Flaggschiff.

Herzstück ist der G4-Prozessor, der gemeinsam mit IBM und Motorola entwickelt wurde. Der Chip soll laut Hersteller seine Stärken besonders bei Multimedia-Anwendungen ausspielen. Die Apple-CPU besitzt eine sogenannte Velocity-Engine, die mit einer Bandbreite von 128 Bit rechnet und dafür sorgt, daß Befehle parallel abgearbeitet werden. Nach den Worten von Jobs sei der G4 doppelt so schnell wie der derzeit leistungsstärkste Pentium-PC.

Die drei Basisversionen des neuen Power-Macs sind mit auf 400, 450 oder 500 Megahertz getakteten Prozessoren ausgerüstet. Der Arbeitsspeicher läßt sich von standardmäßig 64 MB auf maximal 1,5 GB ausbauen. Bei den Festplatten stehen Laufwerke von 10 bis 27 GB zur Auswahl. Insgesamt kann der G4 über 100 GB Festplattenspeicher verwalten. Peripheriegeräte lassen sich über zwei Universal-Serial-Bus-(USB-) oder zwei Firewire-Schnittstellen anschließen.

Beim Design der neuen Macs hält sich der im kalifornischen Cupertino ansässige Computerpionier an das Vorläufermodell G3. Einziger Unterschied sind die Farben: Statt im blau-weißen Plastikkleid präsentiert sich der Neue in Silber und Anthrazit.

Mit dem G4 zielt Apple auf den Profi-Markt. Anwender aus Grafik, Multimedia und dem Desktop-Publishing-Bereich - im Grunde die klassische Macintosh-Klientel - will der Hersteller mit dem neuen Rechner zurückgewinnen. In diesem Segment ließen sich über die höheren Preise bessere Gewinnmargen erwirtschaften, so das Management.

Allerdings wird es Apple nicht leicht haben, verlorengegangenes Terrain zurückzugewinnen. So setzt zum Beispiel Adobe, Hersteller von "Photoshop" und "Pagemaker", als interne Entwicklungsrechner trotz lobender Worte für die neuen Apple-Rechner lieber Wintel-Maschinen von Dell ein.

Mit der Ankunft des G4 werden die noch nicht einmal ein Jahr alten G3-Rechner auslaufen. Das dürfte für einigen Unmut bei den Kunden sorgen, die sich erst vor kurzem einen G3-Mac gekauft haben. Mit der aktuellen ROM-Version im G3 läßt sich das ehemalige Mac-Zugpferd nicht ohne weiteres mittels einer Upgrade-Karte aufrüsten. Offensichtlich will Apple erst einmal genügend G4-Rechner absetzen, bevor die Hersteller von Prozessorkarten mitmischen dürfen. Denn das G3-ROM ließe sich per Firmware-Update eigentlich problemlos austauschen.

Die 400-Megahertz-Version des G4-Macintosh ist ab sofort bei den Apple-Fachhändlern oder online im Apple Store verfügbar. Im Laufe des Septembers soll der G4 mit dem 450-Megahertz-Chip und im Oktober dann die 500-Megahertz-Variante folgen. Die Preise für die 400-Megahertz-Variante beginnen bei etwa 3850 Mark.