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26.05.2000 - 

Entwicklerkonferenz ohne Sensation

Apples Mac-OS X hat Verspätung

SAN JOSE (IDG) - Mac-Anwender, die das groß angekündigte Betriebssystem "OS X" schon nicht mehr abwarten können, müssen sich gedulden. Apple kann den ursprünglichen Zeitplan nicht einhalten.

Anfang dieses Jahres versprach Apple noch, das neue Betriebssystem X werde Mitte 2000 ausgeliefert. Wer gehofft hatte, es könne schon zur Worldwide Developers Conference (WWDC) 2000 erscheinen, war zu optimistisch. Dabei bot der Auftritt von Apple-Chef Steve Jobs zur Eröffnung der Veranstaltung noch allen Anlass für Hoffnungen.

"Mac-OS X bedeutet für unsere Software, was G4 und Imac für unsere Hardware waren", erklärte Jobs, als werde er gleich das versprochene Produkt aus der Tasche ziehen. Frenetischer Beifall der 4000 Konferenzgäste. Aber dann wechselte er in das Futur und präsentierte doch nur das vierte und angeblich "letzte" Entwickler-Release. Jetzt ist bei Apple nicht mehr von einem "shrink-wrapped"-Produkt für Mitte 2000 die Rede, sondern von einer Betaversion. Die Auslieferung erster Macs mit vorinstalliertem OS X peilt das Unternehmen für Januar nächsten Jahres an.

Phil Schiller, Apple-Vice-President mit Zuständigkeit für weltweites Produkt-Marketing, gelang zum Dementi der Verzögerung höhere Sprachakrobatik: Die "Beta" sei eigentlich identisch mit der "final" Version, man habe nur den Ausdruck "shrink-wrapped" nicht mehr verwenden wollen. Allerdings mochte er nicht sagen, dass Anwender die umdefinierte Endversion nach den Beta-Release-Usancen umsonst bekommen oder ob Apple künftig Betaversionen in Läden verkauft.

Das vierte "Developer Release" (DR4) enthält den Kernel "Darwin" des kommenden Mac-Betriebssystems. Es birgt die "endgültigen" Programmier-Schnittstellen (APIs), damit Entwickler nun ihre Anwendungen an das neue System anpassen können. Das Pre-Release umfasst eine spezielle Version des "Internet Explorer 5" von Microsoft. Es unterstützt die Java-2-Plattform. OS X setzt Macs mit Power-PC-CPUs ab G3 sowie mindestens 64 MB Arbeitsspeicher voraus.

Im Umfeld des Betriebssystems tut sich derzeit mehr. Die unlimitierte Variante des Applikations-Servers "Web Objects 4.5" für die Betriebssysteme Mac-OS X Server, Windows NT/2000, Solaris und HP-UX gibt es ab sofort für knapp 700 Dollar. Bisher hatte das Produkt, das inklusive kompletter Entwicklungsumgebung geliefert wird, mehr als 50 000 Dollar gekostet. Ende dieses Jahres soll die komplett in Java geschriebene Version 5 erscheinen. Sie soll aktuelle Standards wie Enterprise Javabeans (EJB) und Java Database Connectivity (JDBC) unterstützen.

Weitere Neuigkeiten gab es zur Multimedia-Technik "Quicktime" für Mac-OS und Windows. Die in der aktuellen Version 4.1 laut Apple bereits rund 50 Millionen Mal per Internet verbreitete Software soll im Sommer in einer neuen Ausführung erscheinen. Diese wird die Videoformate MPEG 1 und 2 sowie Macromedias vektorbasiertes Animationsformat "Flash" unterstützen. Ferner soll die 3D-Komponente "Quicktime VR" (= Virtual Reality) künftig auch vertikale Schwenks erlauben.