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17.01.2005

Apples Mini-Mac ist kein Schnäppchen

Mit einer Kleinausgabe des Macintosh will Apple nun auf der Erfolgswelle reiten und das Rechnergeschäft ankurbeln. Billig ist der "Mac Mini" allerdings nicht.

Wir können auch billig", lautet das neue Motto des ansonsten für kostpielige Designerware bekannten Macintosh-Herstellers. Apple-Chef Steve Jobs stellte zur Macworld Expo in San Francisco den Mac Mini vor, der je nach Ausstattung ab dem 22. Januar für 489 oder 589 Euro zu haben sein soll. Mit dem Gerät, das nicht viel größer als eine Zigarrenkiste ist, kann allerdings nur etwas anfangen, wer seine bereits vorhandene Peripherie anschließt oder noch einmal in die Tasche greift und Bildschirm, Tastatur und Maus zukauft. Sogar vergleichsweise teuer wird es, wenn ein "Superdrive" (DVD/CD-Brenner) und ein WLAN- oder ein Bluetooth-Modul nachgerüstet werden sollen.

Der Mac Mini wird in einem kompakten, weiß-silbernen Gehäuse geliefert. Die preiswertere Variante ist mit einem G4-Prozessor mit 1,25 Gigahertz, 256 MB Arbeitsspeicher und einer 40-GB-Festplatte ausgestattet. Der größere Bruder bringt es auf eine Taktrate von 1,42 Gigahertz und ist mit einer doppelt so großen Festplatte bestückt. Bildschirme lassen sich sowohl analog als auch digital anschließen, ansonsten sind Anschlüsse für USB 2.0, Firewire, Kopfhörer, Ethernet und Modem im Paket.

In einer Komplettausstattung ist der Bonsai-Mac damit nicht billiger als ein iMac. Ein Rechenbeispiel: Wer für 589 Euro den Mac Mini kauft und sich dazu im Apple-Shop mit dem Superdrive, den WLAN- und Bluetooth-Modulen, dem drahtlosen Keyboard und der zugehörigen Maus ausstattet, zahlt 996,99 Euro. Kommt ein angemessener Monitor hinzu, beispielsweise der "Syncmaster 913 N" von Samsung zum Ladenpreis von 449 Euro, sind insgesamt 1445,99 Euro zu berappen. Wählt man Apples eigenen 20-Zoll-Monitor "Cinema", stehen sogar 1995,99 Euro zu Buche. Ein G5-iMac (1,8 Gigahertz) mit 20-Zoll-Monitor, 512 Megabyte RAM, einer 160-Gigabyte-Platte, Airport Extreme, Bluetooth und drahtlosem Keyboard plus Maus kommt auf 2147 Euro.

iPod Shuffle mit Flash-Speicher

Während angesichts dieser Kalkulation nicht ganz klar ist, an wen sich Apple mit dem Angebot wendet, dürfte die neue Sparversion des populären Media-Players "iPod" den Massengeschmack treffen. In zwei Varianten ist der "iPod Shuffle" für 99 Euro (512 Megabyte) oder für 149 Euro (ein Gigabyte) zu haben. Im Gegensatz zu seinen Vorgängern enthält er keine Festplatte, sondern einen Flash-Speicher. Apple verzichtet bei diesem Lowend-Modell außerdem auf eine LCD-Anzeige. Jobs sagte, er habe sich den Markt für Flash-Player angesehen und bewusst gegen ein weiteres Gerät mit einer "gequälten Benutzerschnittstelle" entschieden.

Der iPod Shuffle, nicht größer als ein Päckchen Kaugummi, besitzt nur die nötigsten Bedienelemente: Start/Stop, leise/laut, vorheriger/nächster Titel. Mit Hilfe der neuen Version 4.7.1 der Jukebox-Software "iTunes" können Anwender den Player nach dem Zufallsprinzip oder gezielt via Playlist aus ihrer Musikbibliothek auffüllen. Der via USB 2.0 anschließbare Music Player kann auch als Speicher-Stick zum Einsatz kommen.

In San Francisco kündigte Apple außerdem neue Software an. Das Büropaket "iWork", Nachfolger des in die Jahre gekommenen und zuletzt kaum noch weiterentwickelten "Apple Works", enthält zwei Anwendungen: das bereits bekannte Präsentationsprogramm "Keynote" in der funktional deutlich erweiterten Version 2.0 und die neue Software "Pages".

Dabei handelt es sich um einen Mix aus Textverarbeitungs- und Desktop-Publishing-Programm, das vornehmlich mit vorgefertigten und flexibel veränderbaren Vorlagen arbeitet. Mit 79 Euro ist iWork günstig zu haben: Allein Keynote hatte in der ersten Version mit 99 Euro zu Buche geschlagen. Einem Vergleich mit Microsofts Office-Suite für den Mac hält die Apple-Software hinsichtlich des Umfangs und der Möglichkeiten jedoch bei weitem nicht stand.

iWork wird mit allen neuen Macs mitgeliefert. Das gilt auch für Version 5 der Consumer-Suite "iLife", die ansonsten ebenfalls mit 79 Euro zu Buche schlägt. Enthalten sind die für Photo-, Audio- und Videobearbeitung konzipierten Programme iTunes, "iPhoto", "Garage Band", "iMovie" und "iDVD". Sämtliche Programme haben erhebliche Verbesserungen erfahren.

Neue Funktionen für Tiger

Schließlich widmete sich Apple-Boss Jobs auf der Macworld Expo ausführlich der neuen Betriebssystem-Version Mac OS X 10.4, genannt "Tiger". Unter anderem sind eine neue Desktop-Suche ("Spotlight"), eine Foto-Diashow, das direkte Speichern von Mail nach iPhoto, Quicktime 7 mit H.264-Video und damit verbesserte Videokonferenzmöglichkeiten sowie eine Fülle weiterer Funktionen enthalten. Tiger soll im ersten Halbjahr herauskommen.

Für professionelle Anwender in Unternehmen hatte Apple keine Neuigkeiten. Der verbesserte "Xserve" samt "Xsan"-Filesystem war bereits vor der Macworld Expo angekündigt worden.

Angesichts des enormen Erfolgs des iPod - allein im vierten Quartal wurden 4,5 Millionen Stück verkauft - verstärkt sich der Eindruck, dass sich Apple derzeit auf das Privatkundengeschäft konzentriert. (tc)