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01.02.2008

Application-Hosting und Mietsoftware

Die auf der CeBIT gezeigten Services rund um den Betrieb und die Betreuung von Unternehmensanwendungen richten sich auch an den Mittelstand.

Den Betrieb von Unternehmensanwendungen in die Hände eines externen IT-Diensteisters zu legen, hat Vorteile: Der Kunde profitiert von gesichertem Betrieb und einem laufenden Support durch den Provider. Zudem kann er sich auf seine Kernkompetenzen konzentrieren, die Betriebskosten senken und sich Investitionen in die IT-Infrastruktur sparen. Detaillierte Abrechnungen schaffen zudem Transparenz über die Kosten. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Applikationen von Dienstleistern betreiben und unterhalten zu lassen (siehe Kasten "Anwendungsbetrieb durch Externe"). Bei den Angeboten, die auf der diesjährigen CeBIT zu sehen sind, stehen vor allem SAP-Hosting-Services sowie CRM-Anwendungen (Customer-Relationship-Management) zur Miete im Vordergrund.

Vor allem das Mietmodell gilt als zukunftsträchtig. Die Analysten von Gartner prognostizieren, dass bis zum Jahr 2012 mindestens ein Drittel der Ausgaben für Business-Anwendungen auf dem Saas-Modell anstatt auf Produktlizenzen basieren wird. Hierzulande lässt die Akzeptanz allerdings noch zu wünschen übrig. Neben Sicherheitsbedenken schreckt die Anwender vor allem die Tatsache ab, dass sich Mietapplikationen schwer an individuelle Kundenbedürfnisse anpassen lassen. Dagegen finden Hosting- und Outsourcing-Services derzeit regen Zuspruch. Einer Umfrage der Fachhochschule Aschaffenburg im Auftrag der Intargia Management-Beratung GmbH zufolge stellen die Nutzer von Application-Hosting-Diensten mit 24,5 Prozent den größten Anteil an "sehr zufriedenen" Outsourcing-Anwendern. Mit 18 Prozent an zweiter Stelle folgen die Nutzer von Application-Management-Services (siehe Grafik "Outsourcing-Zufriedenheit in Deutschland").

T-Systems

Die Lösungen, die die Geschäftskundentochter der Deutschen Telekom, T-Systems (Halle 26, Stand A01), unter dem Stichwort "Hosting und Housing" zeigt, reichen von modularen Hardwareangeboten bis hin zu dynamischen Diensten für den Betrieb von IT-Infrastruktur und Unternehmensanwendungen. So bietet das so genannte Rack-Housing Anwendern die Möglichkeit, Hardware und Backup-Leistungen in T-Systems-Rechenzentren anzumieten. Damit befindet sich das Equipment in professionellen Händen, während der Kunde den vollen Zugriff auf seine Anwendungen behält.

Auf Wunsch übernimmt T-Systems den kompletten Betrieb der IT-Infrastruktur und hostet die Unternehmensanwendungen. Der Anwender kann beispielsweise ERP-Ressourcen (Enterprise Resource Planning) flexibel aus dem Rechenzentrum des Bonner Konzerns beziehen und damit kurzfristige Lastspitzen während des Saisongeschäfts abfedern, ohne in neue Hardware investieren zu müssen. Die Abrechnung erfolgt on Demand, also entsprechend den bezogenen Leistungsmengen. Laut Firmenvertretern ermöglichen die Hosting-Angebote den Anwendern, Personal einzusparen, Soft- und Hardware effizienter einzusetzen und die Servicequalität zu steigern, weil viele Fehler durch ein präventives Management erst gar nicht auftreten.

TDS

Auch die TDS Informationstechnologie AG (Halle 4, Stand G37) aus Neckarsulm bietet ihren Kunden ein modular aufgebautes Outsourcing-Portfolio - vom System-Management per Fernzugriff über das Application-Hosting bis hin zum kompletten BPO (Business Process Outsourcing). Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem Hosting von SAP-Anwendungen. Nicht nur für mittelständische Anwender, auch für große Unternehmen entwirft der seit Ende 2006 zur Servicesparte des Fujitsu-Konzerns gehörende IT-Dienstleister komplexe Systemlandschaften, implementiert Standard- sowie Individualsoftware und betreibt sie anschließend in seinen Rechenzentren. Wartung und Support sowie die funktionale Weiterentwicklung und Verbesserung der Anwendungen gehören ebenfalls zum Angebot.

Anwendungsbetrieb durch Externe

Application-Hosting, auch Hosted-Application-Management genannt: Der Anwender übergibt seine Standardapplikationen an einen externen Dienstleister, der sie in seinem Rechenzentrum betreibt. Häufig werden im Rahmen dessen auch die für den Anwendungsbetrieb erforderliche IT-Infrastruktur - Server, Speicherlösungen, Energieversorgung und Backup-Systeme - sowie der zugehörige Support an den Dienstleister ausgelagert.

SaaS (Software as a Service) und dessen Vorgänger ASP (Application-Service-Providing): Der Provider stellt speziell für die Vermietung konzipierte, weitgehend standardisierte Anwendungen sowie damit verbundene Services über das Internet bereit und verlangt dafür eine monatliche, bedarfsabhängige Gebühr (on Demand). Die Softwarelizenzen sind Eigentum des IT-Dienstleisters. Die Grenzen zwischen Application-Hosting- und Saas/ASP-Angeboten sind jedoch fließend, teilweise werden die Begriffe synonym verwen-det.

Application-Management: Diese auch als Application-Outsourcing bezeichnete Variante beinhaltet neben Betrieb und Support zusätzliche Dienstleistungen - etwa die Weiterentwicklung der Anwendungen. In der Regel erfolgt hier ein Übergang von Mitarbeitern und Assets zum Provider.

Die Services sind im Baukastensystem verfügbar: Über Parameter wie Instanzen oder Speicher werden je nach Bedarf klare Verrechnungseinheiten gebildet und abgerufen. Über den Basisbetrieb der Anwendungen hinaus bietet TDS Mehrwertdienste im Bereich Application-Management an - etwa die Überwachung von Geschäftsprozessen oder auch ein komplexes Batch-Management. Aufgrund der flexiblen Angebotgestaltung macht TDS keine Angaben zu Preisen.

CI-Gate

Die CI-Gate Development & Consulting GmbH (Halle 9, Stand C15) aus Bremerhaven positioniert sich als Softwarevermieter. Die Angebote, die auf der CeBIT zu sehen sind, lassen sich Firmenangaben zufolge schon ab einer geringen User-Zahl nutzen. Da keine Investitionen in Softwarelizenzen sowie in den Betrieb und die Pflege der Anwendungen erforderlich sind, können Anwender laut Firmenvertretern bis zu 30 Prozent ihrer IT-Gesamtausgaben einsparen. Das ASP-Basispaket beinhaltet die Nutzung der Infrastruktur von CI-Gate, die Lizenzgebühren für Anwendungs- und Systemsoftware (Microsoft Office und Outlook, Internet, Virenschutz), tägliche Backup- und Datensicherung sowie Server-Administration, Störungsbehebung und Support. Der Preis für das ASP-Basispaket beträgt rund 100 Euro pro Monat (ab 50 User) beziehungsweise 120 Euro (ab zehn User). Hinzu kommt ein einmaliger Einrichtungspreis von 49 Euro pro User.

Darüber hinaus bietet CI-Gate das selbst entwickelte Dokumenten-Management-System "C-DMS" als ASP-Service an. Kostenpunkt: 14,50 Euro monatlich pro User plus einmalige Bereitstellungsgebühr von 219 Euro. Auch zwei von Microsoft für Hosting-Anbieter konzipierte Systeme - die CRM-Lösung "Dynamics CRM 4.0" und die ERP-Anwendung "Dynamics NAV 5.0" - bietet CI-Gate im ASP-Modell an. Preise: 79 Euro monatlich pro User plus 1600 Euro Grundeinrichtung (Microsoft Dynamics CRM) sowie 100 Euro pro User und Monat plus 2400 Euro Grundeinrichtung (Microsoft Dynamics NAV).

Pironet NDH

Auch Pironet NDH (Halle 3, Stand D32) setzt auf Software zur Miete. Die Kölner zeigen auf der CeBIT, wie ihre Kunden die Microsoft-Anwendungen "Office Communications Server 2007" und "Dynamics CRM 4.0" als Service nutzen können. Die beiden Angebote richten sich vor allem an kleinere und mittlere Unternehmen, die die Integration der IP-Kommunikation in die Office-Welt nicht mit eigener Kraft bewältigen beziehungsweise kein aufwändiges Customizing betreiben können. ERP-Lösungen von SAP und Microsoft sowie Groupware, Datenbanken, Portale und E-Business-Lösungen diverser Hersteller gehören ebenfalls zum SaaS-Portfolio von Pironet. Auf Wunsch betreibt der IT- und TK-Dienstleister in seinem Rechenzentrum auch UC-Lösungen, die sich in die anderen Mietlösungen integrieren lassen. Mit der Hosted-UC-Lösung sollen sich die Anwender die Kosten für die Anschaffung leistungsfähiger Server sowie den Aufwand für den hochsicheren Betrieb geschäftskritischer Anwendungen sparen. Preisangaben liegen nicht vor.

Pironet NDH präsentiert sich auf der CeBIT auch als SaaS-Partner für das Incubation-Center-Programm von Microsoft (Halle 4, Stand A 26).

AC-Service/All for One

Auch der SAP-Dienstleister All for One (Halle 4, Stand F38) zeigt auf der CeBIT, wie Software und Dienstleistungen verschmelzen. Im Rahmen seiner Managed-Service-Portfolios bietet das Tochterunternehmen der Stuttgarter AC-Service-Gruppe Application-Management-Dienste vorrangig im SAP-Bereich an. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Security, IT-Stabilität und Umweltaspekten: Neben dem Schutz vor Systemausfällen durch Bedienfehler, Viren und Datenmissbrauch sollen die Services mit Hilfe von intelligenten Netztechniken Energie sparen und den Ausstoß von Emissionen reduzieren. Neu ist das Managed-Service-Angebot "AC-EAP": Der "elektronische Arbeitsplatz" beinhaltet Telefonie, PC oder Notebook, Weit- und Nahverkehrsverbindungen (WAN und LAN), Zugang zu den Anwendungen und Periperhiegeräten sowie deren Betrieb, Wartung und Pflege. Den First-Level-Support übernimmt ein zentraler Service-Desk.

Darüber hinaus präsentiert All for One einen Implementierungsservice für Mysap-Anwendungen. Bereitstellung, Betrieb und Unterhalt aller Systeme, die in der Einführungsphase erforderlich sind, erfolgen komplett aus dem Servicecenter des Anbieters. Anwendungsplattformen, Entwicklungs- und Testsysteme, WAN- und LAN-Infrastrukturen, Firewall- und Speicherösungen sowie Berechtigungskonzepte müssen damit nicht gesondert beschafft und eingerichtet werden, und die ERP-Einführung kann früher starten.

Siemens

Siemens Enterprise Communications (Halle 13, Stand D37) konzentriert sich beim Thema Hosting auf Voice over IP (VoIP) und Unified Communications (UC) im SaaS-Modell. Zielgruppe sind unter anderem IP-Netzbetreiber, die ihren Kunden VoIP-Services zur Verfügung stellen wollen. Mit dem SIP-Softswitch "Hipath 8000" lassen sich VoiP-Anwendungen in einem zentralen Rechenzentrum hosten und als Service über das Netz anbieten. Auch die UC-Anwendung "Openscape" gibt es als gehostete Lösung. Mit Hilfe von Schnittstellen für die Bereitstellung, Abrechnung und das Management der Services soll sich "Openscape Enterprise Hosted" schnell, einfach und kostengünstig in die Netzwerke von Providern jeglicher Größe einbinden lassen. Diese können die Dienste gegen eine monatliche Gebühr nutzen und ihren eigenen Kunden die Kollaborations-Möglichkeiten schlüsselfertig zu geringeren Einstiegsgebühren zur Verfügung stellen, als dies mit einer Installation am Kundenstandort der Fall wäre.

Außerdem zeigen die Münchner eine Hosted-Version ihrer Contact-Center-Lösung: Die Kombination aus "Hipath Procenter Enterprise" und dem "Enterprise-Softswitch Siemens Hipath 8000" soll hoch skalierbar sein und bis zu 5000 gleichzeitig arbeitende Agenten unterstützen. Die Funktionen werden im On-Demand-Modell überall dort bereitgestellt, wo ein sicherer IP-Netzwerkzugriff möglich ist. Durch zusätzliche Schnittstellen lassen sich die Contact-Center-Funktionen direkt in Geschäftsprozesse und Anwendungen einbinden.