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19.05.1995

Application-Management-Tools sollen Software pruefen Ressourcenfressende Programme gefaehrden Client-Server-Loesungen

FRAMINGHAM (IDG) - Kaum ein Anwendungsunternehmen waehlt heute seine Client-Server-Applikationen unter Effektivitaetskriterien aus. Niemand weiss genau, wie sie mit den Server- und Netzressourcen umgehen. Deshalb fordern Anwender und Analysten in den USA die Entwicklung von Application-Management-Tools, die Anwendungssoftware in bezug auf ihren Ressourcenverbrauch vergleichbar machen.

Viele IS-Manager sind in ihrem Glauben bestaerkt worden, dass jeder Leistungsengpass in verteilten Computerumgebungen durch zusaetzliche Rechnerkapazitaet oder Netzbandbreite behoben werden kann. Deshalb waehlen viele Anwender ihre Client-Server-Applikationen ausschliesslich danach aus, ob sie die Geschaeftsbeduerfnisse des jeweiligen Unternehmens erfuellen. Wie effektiv die Anwendungen mit den CPU- oder Netzwerkressourcen umgehen, scheint dagegen kein Kriterium fuer die Kaufentscheidung zu sein.

Das koennte sich schon bald aendern. Anwendern und Analysten zufolge werden ressourcenfressende Multimedia-Anwendungen schlecht geplante Client-Server-Umgebungen in die Knie zwingen. Spaetestens dann duerfte Applikations-Management zu einem aktuellen Thema werden. Aus diesem Grunde nutzen vorausschauende IT-Nutzer bereits heute Netzwerk-Modellierungs-Tools, um sich auf den nicht mehr allzu fernen Tag vorzubereiten, an dem hochaufloesende Grafiken und Video von allen und nicht mehr nur von Power-Usern genutzt werden. "Wir machen uns grosse Sorgen darueber, was passieren wird, wenn wir Multimedia-Anwendungen in unser Netz bringen", aeusserte zum Beispiel Pompi Malik, MIS Director von Brewers Retail Inc. in Mississauga, Ontario. Waehrend naemlich einige dieser Anwendungen verschiedene Server gleichzeitig nutzen, "haben wir bisher noch keine Tools gesehen, die es uns erlauben, derartige Anwendungen so zu trimmen, dass wir sie kosteneffektiv einsetzen koennen", fuegt der IS-Chef hinzu.

Bisher sei die Hardware immer leistungsfaehiger gewesen als die Applikationen, die auf ihr laufen, gibt Randy Smith, IS-Project- Manager bei United Parcels, zu bedenken. Doch in Unternehmen, die Videos und Grafiken auf Servern speichern und sie an raeumlich weit entfernte Clients verteilen, schwinden diese Leistungsreserven immer mehr dahin.

Daher erwarten Analysten, dass das Thema Applikations-Management schon bald die Aufmerksamkeit der Unternehmensspitzen erregen wird. "Wenn ich ein leitender Manager waere, wuerde ich wissen wollen, ob eine neue Anwendung mehr Ressourcen braucht als eine andere Software, die aehnliches leistet. Ich wuerde ausserdem meiner DV-Abteilung Mittel an die Hand geben, um diese Dinge herauszufinden", erklaert Jill Huntington-Lee, Chefberaterin bei Brandywine Network Associates in Cinnaminson, New York.

Letztendlich werden Application-Management-Tools Anwender in die Lage versetzen, Leistung und Ressourcenverbrauch konkurrierender Programme zu vergleichen. Da diese Werkzeuge aber in den naechsten ein, zwei Jahren noch nicht verfuegbar sein duerften, fuerchten Hersteller noch nicht, dass ihre Programme in bezug auf ihre Effektivitaet beurteilt werden. "Heute ist es um die Faehigkeit, das Verhalten von Anwendungssoftware zu kontrollieren und zu verstehen, noch

so schlecht bestellt, dass Tool-Anbieter noch keine Features zur Verfuegung stellen koennen, die Software vergleichbar machen wuerden", erklaert John McConnell, President der McConnell Consulting Co. in Boulder, Colorado. Noch fehlten, fuegt der Berater hinzu, bessere Mess- und Kontrollverfahren in den Betriebssystemen, eine hoeherwertige Ausstattung der Applikationen und die Faehigkeit, unterschiedliche Informationen so zu korrelieren, dass deutlich wird, wie sich ein bestimmtes Programm auf Clients, Server und Netzwerke auswirkt.

Dieses Problem werde um so draengender, je mehr sich die Branche von Client-Server-Anwendungen der ersten Generation verabschiedet und hochkomplexe Systeme ueber ein Netzwerk verteilt, urteilt Malik von Brewers Retail. "Alle Application-Management-Tools, die ich bisher gesehen habe, stecken noch in den Kinderschuhen", sagt der IS-Manager. Angesichts der komplexer werdenden Programme und ihrer vielschichtigeren Verteilung muesse sich die Anbieterschaft dieses Problems endlich annehmen.