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10.04.1992 - 

APPN-Support für Mainframes: IBM will SNA-Fiasko abwenden

STUTTGART (pg) - Die IBM gibt sich wieder einmal offener, als sie ist, Big Blue versuch, seinen jetzt angekündigten APPN-Produkten (,Advanced Peer-to-Peer Networking) den Stempel "heterogen" aufzudrücken, obwohl die Offenheit in erster Linie nur für Anwender innerhalb der SNA-Welt gilt, Internetworking hängt dagegen davon ab, ob andere Hersteller für die proprietären Network-Node-Spezifikationen des APPN Lizenzen erwerben. Jetzt ist die Katze endgültig aus dem Sack. IBM stellt, wie es in einer Mitteilung heißt, mit den kommenden APPN-Produkten "die Weichen für die Integration von heterogenen Netzwerken". Dabei bezeichnen die Strategen von IBM die APPN-Technologie als automatisches Verkehrsleitsystem für den Datentransfer in und zwischen Computernetzwerken". Ziel der Entwicklung sei die Zusammenführung der funktionalen Eigenschaften von SNA mit den Funktionen für Verbindung, Transfer, Steuerung und Automatisierung in APPN. Mit anderen Worten: APPN wird für alle Betriebssysteme von DOS und OS/2 über AIX bis zu MVS sprich: für die SNA-Welt durchgängig.

Nach Ansicht von Franz-Joachim Kauffels, einem unabhängigen Unternehmensberater, bleibt IBM nichts anderes übrig, als den Anwendern ein funktionsfähiges Protokoll wie APPN anzubieten. "Die alten SNA-Umgebungen können sonst nicht mehr wachsen", begründet Kauffels die IBM-Entscheidung und sieht darüber hinaus noch einen weiteren Grund: "IBM hat das Problem, daß aufgrund der neuen Produktlinien PS/2, RS/6000 und AS/400 innerhalb der reinen IBM-Welt vieles nicht mehr zusammenpaßt. APPN ist dafür eine Lösung."

Die APPN-Unterstützung plant IBM nicht nur für die RS/ 6000 und die entsprechenden Erweiterungen AIX SNA Services/6000e sondern auch für den Multiprotokoll-Prozessor 6611, das Netzwerk-Management-Systems Netview und vor allem für die /390-Großrechner.

APPN soll auf die Mainframes durch die Software "ACF/ VTAM" für alle MVS/ESA-Großrechner-Betriebssysteme ausgedehnt werden, wodurch diese Rechner als Netzwerkknoten fungieren können.

In einem Jahr soll die erste Software kommen

Außerdem will Big Blue Anwendern durch die Software "VTAM, Version 4", ermöglichen, 3270-Terminal-Host-Applikationen unverändert über APPN-Verbindungen zu fahren.

Genaue Angaben über die Auslieferung und Preise der Produkte konnte Jürgen Führer, Sprecher der IBM, nicht machen.

Bei IBM Deutschland, so Führer, rechne man im ersten Quartal nächsten Jahres mit der Realisierung der ersten angekündigten Software, wobei die Preise aufgrund der unterschiedlichen Konfigurationen differieren werden und noch nicht festgelegt seien.

Neben den Produktankündigungen gab IBM auch die Lizenzierung des Softwarecodes für die APPN-Netzwerkknoten bekannt, ein Schritt, den die unabhängige Unternehmensberaterin Petra Borowka für sehr wichtig hält. Viele Anwender haben ihrer Ansicht nach nämlich den Wunsch, im Internetworking ein Multiprotokoll-Backbone zu betreiben und darüber auch ihre IBM-Datenkommunikation zu schleusen. "Das geht bis heute nur durch Verrenkungen", meint Borowka, die es lieber sähe, wenn IBM statt APPN mehr TCP/IP unterstützen würde.

"Offen ist IBM mit APPN nur im Sinne einer offengelegten Herstellerarchitektur", bewertet die Expertin die Heterogenität des Protokolls. Die Tatsache, daß Big Blue seine APPN-Network-Nodes-Spezifikationen aber für Drittanbieter zur Lizenzierung freigibt, sei, so Borowka, bei IBM schon als Erfolg zu werten.

"Kein SNA im klassischen Sinn"

Offen sind nach Ansicht der Beraterin aber nur international standardisierte Protokolle, was für APPN nicht zutreffe. Trotzdem glaubt sie, daß sich APPN in SNA-Umgebungen klar durchsetzen wird, weil es sehr viel komfortabler sei, als das traditionelle SNA. Dabei fügt sie hinzu: "Im klassischen Sinne ist das kein SNA mehr, weil die Hierarchie jetzt aufgebrochen ist."