Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

15.03.1991 - 

Serienmäßiger Hardwareschutz gegen Datenklau und Computerviren

Apricot: Frontalangriff auf IBM-PS/2 und Compaq

MÜNCHEN (gs) - Ein Jahr nach der Vernahm durch die Mitsubishi Electric Corp, präsentiert die britische Apricot Computer jetzt eine Familie von sieben High-end-PCs, mit denen sie weltweit die Marktführer IBM und Compaq herausfordern will. Vor allem das serienmäßig eingebaute Sicherheitssystem hebt sie von der Konkurrenz ab.

Die sieben Mikrokanal-Rechner, die in Deutschland erstmals auf der CeBIT präsentiert werden, verteilen sich auf drei Produktlinien: Stand-alone-PCs, Server und LAN-Workstations. Die Bandbreite reicht vom LAN-Arbeitsplatz ohne eigene Disketten- oder Festplattenlaufwerk bis zum Abteilungsrechner für 64 Benutzer. Mit dem 80286 gibt Apricot sich nicht mehr ab; schon das Einstiegsmodell basiert auf einem mit 16 MHz getakteten 80386SX-Prozessor. Zu den Top-Modellen sorgen 25 MHz schnelle 386- und 486-Prozessoren für die, nötige Leistung.

Zwei Prozent Marktanteil anvisiert

Bei den Absatzerwartungen gibt sich Apricot bescheiden: Langfristig wird in Deutschland ein Marktanteil von zwei Prozent bei den 386/486-Systemen angepeilt. Dabei setzt das Traditionsunternehmen (es besteht seit 1965) auf indirekte Verkäufe durch Systemhäuser und VARS. In den nächsten 12 Monaten hofft es, etwa 100 davon für sich gewinnen zu können. Bis 1994 soll ihre Zahl auf etwa 200 steigen.

Auch die gegenwärtigen Mitsubishi-Händler, erklärte Walter Mundt, Marketing-Leiter für Computer und Peripherie, dürften die Apricot-Computer verkaufen.

Weil die meisten indes nur begrenzte Netzwerk-Erfahrungen hätten und die neuen Rechner, die weit in den Anwendungsbereich klassischer Minicomputer reichten, äußerst beratungs- und supportintensiv seien, verspricht er sich von diesem Vertriebskanal vorerst nicht allzuviel.

Die eigene PC-Mannschaft will Mitsubishi Deutschland noch in diesem Jahr auf 20 Mitarbeiter aufstocken (bis 1994 sollen es 40 werden). Sie soll den Vertriebspartnern bei der Konfiguration, Systemintegration und bei Anbindungsproblemen zur Seite stehen. Für Kunden mit Wartungsvertrag offeriert das Unternehmen einen 24-Stunden-, und auf Anfrage auch einen 4-Stunden-Service vor Ort.

Das herausragende Merkmal der neuen Apricot-Rechner ist ein derzeit einzigartiges Sicherheitssystem, das (außer beim kleinsten Modell) bereits zur Grundausstattung gehört: Zum ersten Mal wurden in einen PC Sicherheitsfunktionen eingebaut, die diesen Namen zu Recht tragen. Vergleichbares gibt es von anderen Herstellern noch nicht mal als Zusatzoption.

Dieses Sicherheitssystem besteht aus separater Hardware, mit eigenem Prozessor und Speicher, batteriegestützter Stromversorgung und Echtzeituhr. Jeder Versuch, es zu umgehen - etwa durch ein Entfernen der Batterie - deaktiviert den Rechner komplett. Er kann anschließend nur noch vom Systemverwalter wieder zum Leben erweckt werden.

Zugang zum Rechner erhält nur, wer eine korrekte Benutzerkennung und das richtige Paßwort eingibt und zusätzlich mit einer scheckkartengroßen Kontrollkarte ein passendes Infrarot-Signal sendet. Nach einem dreimaligen Fehlversuch deaktiviert sich der PC für längere Zeit.

Auch für einen berechtigten Benutzer ist das System nicht in jedem Fall völlig offen: Für bis zu 25 verschiedene Benutzer kann individuell festgelegt werden, welche Ressourcen sie nutzen dürfen. Auf diese Weise kann ihnen beispielsweise der Zugriff auf Festplatten oder Ports gesperrt oder auch der Schreibzugriff auf Diskettenlaufwerke verboten werden. Jedes Zugriffsrecht kann zeitlich beschränkt werden, so daß etwa außerhalb der normalen Arbeitszeit der Rechner völlig unbenutzbar ist. Über eine einstellbare Lebensdauer für Paßwörter können die Benutzer gezwungen werden, sie regelmäßig zu ändern. Eine Paßwort-History achtet darauf, daß sie nicht immer wieder dieselben verwenden.

Läßt ein Anwender seinen laufenden PC unbeaufsichtigt, genügt ein Infrarotsignal mit der Kontrollkarte, um den Bildschirm zu löschen und die Tastatur zu sperren. Schafft es dennoch jemand, mit bösen Absichten in das System zu kommen, verhindert ein Verschlüsselungssystem, das für jedes Laufwerk mit einem anderen Schlüssel arbeitet, daß Daten gestohlen oder Programme von nichtautorisierten Disketten eingespielt werden. Infektionen mit Computerviren sind damit weitgehend ausgeschlossen.

Noch umfassender sind die Sicherheitsvorkehrungen bei den Servermodellen. Hier sind bewegliche Speichermedien wie Disketten oder Streamer-Tapes durch eine verschließbare Frontklappe geschätzt. Der Verschluß ist softwaregesteuert und kann nur von berechtigten Personen geöffnet werden. Der Versuch, ihn mit Gewalt zu öffnen löst ein durchdringendes Alarmgeheul aus, das nur mit der Infrarot-Karte des Administrators beendet werden kann. Auf die gleiche Weise sind die Seitenteile des Rechners, die Bedienknöpfe an der Vorderseite und der Reset-Schalter geschützt.

Darüber hinaus ist jeder Server mit einer unterbrechungsfreien Stromversorgung ausgestattet, die bei einem Stromausfall den Betrieb 20 bis 30 Minuten aufrechterhält und so die Möglichkeit bietet, alle laufenden Anwendungen sauber zu beenden.

Der "kleinste" Server zu einem Preis von 29 500 Mark (inklusive Mehrwertsteuer), er bringt mit einem 80386-Prozessor eine Rechenleistung von Mips und ist standardmäßig mit 4 MB Hauptspeicher, 32 K Cache, einer 347-MB-Festplatte sowie einem 31/2-Zoll-Floppylaufwerk ausgerüstet.

Das Topmodell für 52 70 Mark kommt mit einem 48 Chip auf eine Leistung von 20 Mips (mit zwei CPUs erreicht es 35 Mips). In der Grundausstattung enthält es 16 MB RAM (maximal 4 GB), 128 KB Cache, ein Floppylaufwerk, 1047 MB Plattenkapazität (maximal 5 GB) und 64 serielle Anschlüsse.

Passend zu den Servern biete Apricot LAN-Stations mit 386SX-CPU (Taktfrequenz 16 oder 20 MHz), serienmäßige Ethernet-Anschluß, VGA-Grafik (bei den 20 MHz-Modellen mit einer Auflösung von 1024 x 768 Punkten), Mausanschluß und einer seriellen Schnittstelle. Im Gegensatz zu den massigen Servern (mit Abmessungen von 62,5 x 62,5 x 41 Zentimeter und einem Gewicht von 65 Kilo) sind die LS-Modelle mit 35 x 32 x 5,7 Zentimetern und eine Gewicht von 5,2 Kilogram recht zierlich ausgefallen. Je nach Ausbaustufe kosten sie zwischen 3950 und 7100 Mark.

Ergänzend zu diesen Netzwerkrechnern präsentiert Apricot mit der "Qi"-Familie drei Stand-alone-PCs mit 386SX, 386DX- und 486-CPU.

Standardmäßig enthalten sie 2 (SX-Modelle) beziehungsweise 4 MB Hauptspeicher, ein 31/2 Zoll-Diskettenlaufwerk, eine VGA-Controller und eine Festplatte (47 bis 320 MB). Die Preise bewegen sich zwischen 6600 und 26 200 Mark.