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19.10.2001 - 

Nach einer Umfrage von Gallup

Arbeitnehmer engagieren sich zu wenig

WIESBADEN (CW) - Nur 16 Prozent der Beschäftigten in Deutschland engagieren sich voll am Arbeitsplatz und identifizieren sich mit ihrer Firma - zu diesem Ergebnis kommt die Gallup GmbH, Wiesbaden, in einer Umfrage.

Lediglich 16 Prozent der über 2000 im Juli und August 2001 befragten Arbeitnehmer engagieren sich stark in ihrem Job: Sie sind loyal, produktiv und empfinden ihre Arbeit als befriedigend. 84 Prozent der Beschäftigten über 18 Jahre in Deutschland fühlen sich indes laut Gallup ihrer Arbeit gegenüber nicht verpflichtet. 15 Prozent davon seien sogar "aktiv unengagiert". Mit dem fehlenden Engagement gingen hohe Fehlzeiten, niedrige Produktivität und eine hohe Fluktuationsrate einher. Den gesamtwirtschaftlichen Schaden durch die Gruppe der unengagierten Mitarbeiter schätzt das Wiesbadener Beratungsunternehmen auf jährlich zwischen 436,4 und 422,9 Milliarden Mark, eine Größenordnung, die fast dem gesamten Bundeshaushalt 2001 entspricht.

Wichtigster Grund für das mangelnde Engagement derart vieler Mitarbeier sei ein schlechtes Management. Arbeitnehmer kritisieren, dass ihre Vorgesetzten sich nicht für sie als Menschen interessierten und dass ihre Ansichten kaum Gewicht hätten. Zudem füllten sie eine Position aus, die ihnen nicht liege. Noch schlimmer wiegt nach Einschätzung von Gallup, dass Mitarbeiter wahrscheinlich immer unengagierter werden, je länger sie in einem Unternehmen bleiben. Menschliches Kapital verliere daher oft an Wert, wo es doch durch Weiterbildung und Entwicklung wachsen sollte. Manager und Unternehmen versäumten es, aus Investitionen in die Mitarbeiterentwicklung Kapital zu schlagen.

Fluktuation kommt Firmen teuer zu stehenLaut Umfrage fehlen aktiv unengagierte Mitarbeiter wegen Krankheit neun Tage im Jahr, verglichen mit fünf Tagen bei engagierten Beschäftigten. Zudem ist die Wahrscheinlichkeit, dass aktiv unengagierte Mitarbeiter ihre derzeitige Firma innerhalb eines Jahres verlassen, mit 41 Prozent wesentlich höher als bei ihren engagierten Kollegen, von denen nur zehn Prozent diese Absicht äußern.

Dies bedeutet laut Gallup eine höhere Mitarbeiterfluktuation, die Unternehmen teuer bezahlen. Die Wiesbadener Berater schätzen, dass einem Unternehmen mit rund 10000 Mitarbeitern bei einer hohen Fluktuationsrate zwischen drei und neun Millionen Mark pro Jahr an zusätzlichen Kosten entstehen. Der Grad des Engagements, so das Fazit von Gallup, liegt in Deutschland niedriger als in den USA. Dort seien immerhin 30 Prozent der Arbeitnehmer engagiert, also 14 Prozent mehr als hierzulande.