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12.09.2014 - 

Logistikzentrum in Erfurt

Arbeitskräftemangel bei Redcoon

Dr. Matthias Hell ist Experte in Sachen E-Commerce und Retail sowie ein Buchautor. Er veröffentlicht regelmäßig Beiträge in renommierten Handelsmagazinen und E-Commerce-Blogs. Zuletzt erschien seine Buchveröffentlichung "Local Heroes 2.0 – Neues von den digitalen Vorreitern im Einzelhandel".
Redcoon tut sich immer schwerer, für das 2012 in Erfurt eröffnete Logistikzentrum, das der Online-Händler gemeinsam mit der Konzernmutter Media-Saturn nutzt, Arbeitskräfte zu finden. Inzwischen wirbt Redcoon gezielt in Polen Logistikmitarbeiter an.
Großzügig dimensioniert: Das Redcoon-Lager in Erfurt
Großzügig dimensioniert: Das Redcoon-Lager in Erfurt

Das Ende 2012 in Erfurt eröffnete Logistikzentrum des Online-Händlers Redcoon ist großzügig dimensioniert: 53.000 qm wurden überbaut, darunter drei Hallen mit einer Logistikfläche von 46.000 qm sowie circa 3.000 qm Bürofläche und Sozialräume. Der Bau kostete ganze 58 Millionen Euro. Genutzt wird das Lager gemeinsam von Redcoon und dem Mutterkonzern Media-Saturn.

Wie aus einem aktuellen Bericht der Thüringer Allgemeinen hervorgeht, tut sich Redcoon schwer damit, die Arbeitsstellen in dem Lager mit örtlichen Arbeitskräften zu besetzen. Dadurch dass inzwischen eine ganze Reihe von Unternehmen Erfurt als Logistikstandort nutzten, sei es schwierig geworden, geeignete Mitarbeiter zu finden, erklärt Jens Neuner, der Leiter des Logistikzentrums von Redcoon. Bereits kurz nach der Standorteröffnung im Herbst 2012 sei es zu einem akuten Mangel an Beschäftigten - vor allem Staplerfahrer und Lagermitarbeiter - gekommen.

Als Lösung habe Redcoon den Blick ins östliche Ausland gerichtet. Nachdem der Online-Händler bereits im nordpolnischen Bydgoszcz ein kleineres Lager betrieben habe, sei es naheliegend gewesen, dort auch nach zusätzlichen Arbeitskräften für das Logistikzentrum in Erfurt zu suchen. Redcoon habe sich in der Follge gezielt um die Vermittlung von polnischen Logistikmitarbeitern nach Thüringen gekümmert und unter anderem eine Betreuerin eingestellt, die beide Sprachen beherrsche und den Polen bei der Wohnungsuche und bei Behördengängen helfe. Inzwischen stamme rund jeder zehnte Arbeiter am Standort Erfurt aus Polen.

Zu groß geplant?

Es stellt sich allerdings auch die Frage, ob der Online-Händler bei seinen Planungen für den Logistikstandort nicht allzu blauäugig war. So erklärte Redcoon-Gründer Reiner Heckel bei der Eröffnung des Lagers noch, das große Arbeitskräfteangebot sei einer der Gründe für die Ansiedlung in Erfurt gewesen. Auch scheint sich der Logistikstandort langsamer zu entwickeln, als ursprünglich geplant: Heute arbeiten in dem Lager 270 Mitarbeiter, ursprünglich sollten dort bereits Ende 2012 350 Beschäftigte angestellt sein, mittelfristig sogar bis zu 500 Personen.

Mit seinem mit 53.000 qm riesig dimensionierten Lager sorgte Redcoon in der Branche bereits bei der Eröffnung für Verwunderung - die in ähnlichen Umsatzregionen angesiedelten Wettbewerber kommen dagegen mit deutlich kleineren Flächen aus: so ist das in Sarstedt bei Hannover gelegene Zentrallager von Notebooksbilliger.de 3.500 qm groß und umfasst das Logistikzentrum von Cyberport im sächsischen Siebenlehn eine Fläche von 7.700 qm. (mh)

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