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09.05.1986

(...)-Arbeitsmarktanalyse weist höchste Angebotsquote seit dem Jahr 1980 auf:In führenden Branchen Boom für den OrgDVer

HAMBURG (lo) - Middle-Management und Spezialisten und besondere Renner: Der Stellenmarkt für Fach- und Führungskräfte im ersten Quartal dieses Jahres zeigt für sie ein Rekordergebnis. Dies weist die jüngste Arbeitsmarktanalyse der SCS Personalberatung GmbH in Hamburg nach. Jedes achte Angebot zielt dabei auf die Spitzengruppe EDV/Organisation. Sie vereinigt 75 Prozent des Zuwachses in sich.

Nachdem die Unternehmen jahrelang eine ausgesprochen "dünne Personaldecke" bevorzugten, hat sich das Bild zu Beginn 1986 laut SCS-Anzeigenanalyse geändert. Mit etwa 15 000 Positionen sind 35 Prozent neue Stellen für Fach- und Führungskräfte für die mittlere Etage mehr als im vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres ausgeschrieben worden. Dieser Zuwachs an Nachfrage sei vergleichsweise hoch und markiere, so die Personalberater von SCS, die Spilzenquote seit 1980.

Sechs Branchen stellen - schon fast traditionell - die Hälfte der Offerten: Dazu gehören die Elektrotechnik, die mit 16,7 Prozentpunkten auf dem Hoch der jüngsten wirtschaftlichen Entwicklung "mitgeschwommen" ist. Der Maschinen- und Apparatebau weist einen 13,5 prozentigen Anteil auf, die Chemische Industrie, der Fahrzeugbau und die Pharma-Industrie erreichen bei SCS je etwa fünf Prozent. Mit dem Markt gewachsen sind die Computerhersteller, beträgt doch ihr Anteil, der im Vorjahr noch ein Zehntel darunter lag, 4,8 vom Hundert.

Spitzenreiter unter den Branchen bei den Steigerungsraten war nach Werten der SCS-Untersuchung der Stahl- und Leichtmetallbau. Hier wurden fast doppelt so viele Angebote veröffentlicht wie im ersten Quartal 1985. Am Gesamtangebot werden damit jedoch nur 2,1 Prozent erreicht. Mehr als die Hälfte der Ausschreibungen richtete sich vornehmlich an Ingenieure, vorwiegend Fachrichtung Maschinenbau.

Besonders deutlich wächst der Bedarf an Experten für organisations- und produktionsorientierte Aufgaben, stellten die Hamburger fest. Dies resultiere offensichtlich aus dem anhaltenden Konjunktur-Hoch, das die Unternehmen zu mehr Innovation und Investition ermutige, kommentieren sie dieses Ergebnis. Mit 75,6 Prozent verbuchte dabei der Org/DV-Sektor die stärkste Zunahme aller genannten Unternehmensbereiche. Jede achte Angebot betraf nämlich diesen Funktionsbereich. Neben der informationstechnischen Industrie suchten auch die Elektroindustrie, der Maschinenbau und der Fahrzeugbau in großem Umfang Spezialisten: fast zur Hälfte DV-Fachleute wie etwa Programmierer, Analytiker, Datenbankexperten oder Softwareprofis und zu einem Viertel Informatiker. Knapp zwanzig Prozent der Nachfragen richteten sich an Ingenieure.

Auf dem Dienstleistungssektor signalisierten die Beratungsunternehmen für den Eigenbedarf mit 88 vom Hundert mehr Ausschreibungen den höchsten Bedarfszuwachs. Sie suchten dabei in erster Linie ebenfalls Ingenieure, DV-Spezialisten und Informatiker. Die Offerten aus dem Versicherungsgewerbe galten hauptsächlich Org/DV-Fachleuten und Experten für das Finanz- und Rechnungswesen. Insgesamt steigerte diese Branche die Zahl der Positions-Inserate um 60 Prozent.

Aus dem Kreditgewerbe stammten gegenüber dem Vergleichszeitraum des vergangenen Jahres um ein Drittel mehr Ausschreibungen, in denen vorrangig Betriebswirte angesprochen wurden. Die Hamburger Berater differenzierten in ihrer Erhebung dabei nicht ausdrücklich nach gewünschtem DV-Wissen, Erfahrungswerten nach werde es aber in aller Regel verlangt.

Auch der Anteil der Angebote speziell für Produktions- und Fertigungsbereiche steigt kontinuierlich. Im ersten Quartal 1984 betrug er 11,6 Prozent, entsprechend ein Jahr später legte er zwei Punkte zu und in den ersten drei Monaten in 1986 konnten 14,7 Prozentpunkte festgestellt werden. Im Vergleich zum Vorjahresquartal ermittelten die SCS-Personalberater eine Zunahme der Ausschreibung für diesen Unternehmensbereich um knapp die Hälfte.

Bei zwei Dritteln dieser Angebote dominierten Maschinenbau- und Elektroingenieure.

Auch die Zahl der Offerten für die Konstruktionsabteilungen nahm überproportional um 41 Prozent zu, dennoch: Daß Computer Integrated Manufacturing "CIM" als Terminus für Qualifikationsanforderungen bei Vakanzen stünde, komme - allerdings ohne Regelmäßigkeit - wohl vor, vermerkt SCS, häufiger allerdings, so die ergänzende Feststellung, weil es derzeit einfach ein Modewort wäre. Gleiches gilt beispielsweise auch für Expertensysteme oder künstliche Intelligenz. Der Stellenmarkt mit seiner Terminologie hinke eben erfahrungsgemäß hinter der eloquenten Produktwerbung her.

Auf den letzten Plätzen findet sich das Verkaufs- und Vertriebspersonal. Der Zuwachs blieb mit 27 vom Hundert deutlich unter der Durchschnittsrate von 35 Prozent. Hatte der entsprechende Strukturanteil 1984 noch 31 Prozentanteile betragen, war er in 1985 auf 22 Punkte der Angebotsskala gesunken und hält sich mittlerweile bei 20 Prozentpunkten. Allerdings, so die SCS-Personalberater aus Hamburg, differiert innerhalb der einzelnen Branchen die Nachfrage nach Vertriebs- und Verkaufsfachleuten stark.