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HWWA kritisiert Hindernisse im Arbeitsrecht:


09.01.1987 - 

Arbeitspotential sollte flexibler sein

HAMBURG (pi) - Neue Arbeitsplätze werden auf Dauer nur dann geschaffen, wenn sie auch durch die Mobilisierung des brachliegenden Arbeitspotentials auf rentable Weise besetzt werden können, schreibt der Präsident des HWWA-lnstituts für Wirtschaftsforschung - Hamburg, Professor Armin Gutowski, in der wirtschaftspolitischen Monatszeitschrift "Wirtschaftsdienst".

Zum einen behinderten zahlreiche gesetzliche und tarifvertragliche Regelungen die bessere Auslastung von Sachkapazitäten, zum anderen entspreche die Struktur des Arbeitskräfteangebots nicht der Struktur der Nachfrage. Dies gelte in fachlicher, räumlicher und zeitlicher Hinsicht.

Viele Arbeitslose, nicht nur Facharbeiter, seien kaum bereit, dorthin umzusiedeln, wo sie Arbeit finden. Andere, insbesondere auch Frauen, die Teilzeitarbeit suchten, wollten nur zu Zeiten arbeiten, zu denen die verfügbaren Arbeitsplätze bereits besetzt seien. Die Neigung, den Beruf zu wechseln, andere Qualifikationen zu erwerben und Arbeiten zu verrichten, die nicht der Ausbildung entsprechen, sei gering. Diese Phänomene, so der HWWA-Präsident, schränkten das ökonomisch relevante Produktionspotential gegenüber dem technisch erreichbaren ein und könnten mit einer allgemeinen Nachfrageankurbelung nicht aus der Welt geschafft werden.

Die Ursache dieser Erscheinungen ließen sich nicht über den Markt lösen, also über eine Differenzierung der Arbeitslöhne nach Knappheit der angebotenen Leistungen. Vielmehr werde der Markt daran gehindert, seine Punktion zu erfüllen. Gutowski führt zweierlei Hindernisse an: Zum einen seien Widerstände gegen Mobilität, die mit Unbequemlichkeiten und sogar Härten verbunden sei, durch unser Rechts- und Sozialsystem sowie durch die dazu ergangene Rechtsprechung erheblich verstärkt worden. Zum anderen sei die Lohnstruktur durch tarifliche Vereinbarungen weitgehend zementiert.

Die durch Steuern und Sozialabgaben zusätzlich aufgeblähten Arbeitskosten für Tätigkeiten geringer Qualifikation seien zu hoch. Unternehmensgründungen etwa in Teilen des Dienstleistungsbereichs, in dem ungelernte Arbeitskräfte gefragt wären, unterblieben daher.

Nach Meinung des HWWA-Präsidenten wäre der Weg zu einem Höheren Beschäftigungsgrad viel leichter, wenn er vom Abbau von Mobilisierungsschranken und anderer Hindernisse im Steuer-, Sozial- und Arbeitsrecht flankiert wäre.