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22.10.1999 - 

Hersteller räumen Lieferengpässe ein

Arbeitsspeicher wird rar

MÜNCHEN (CW) - Die Situation im Markt für Speicherchips hat sich dramatisch geändert. Nachdem im Sommer dieses Jahres ein Überangebot für eine Flut billiger SDRAM-Bausteine sorgte, müssen die Hersteller jetzt den Verkauf rationieren (SDRAM = Synchronous Dynamic Random Access Memory).

Als erstes Unternehmen hat Micron Technology Inc. vor der wachsenden Nachfrage kapitulieren müssen. Der Halbleiterhersteller aus Idaho räumte ein, daß sein SDRAM-Speichervorrat für das vierte Quartal 1999 bereits jetzt ausverkauft sei.

Andere Firmen wie Toshiba oder Hitachi rationieren ihre Speicherbausteine. Das bedeutet, daß OEM-Partner auf Zuteilungslisten gesetzt und nur noch mit begrenzten Kontingenten versorgt werden. Jamie Stitt, Marketing-Manager bei Toshiba, erklärte, sein Unternehmen habe die Kunden bereits vor zwei Monaten vor einer möglichen Verknappung von Speicherchips gewarnt. Die Rationierung werde vermutlich bis zum ersten Quartal 2000 dauern, befürchtet der Manager.

Auch Analysten wie Bill McClean von IC Insights Inc. haben die Krise vorhergesagt. Weil praktisch alle Hersteller die Produktion von Speicherbausteinen deutlich gedrosselt haben, sei es nur eine Frage der Zeit gewesen, bis ein Mangel an SDRAM-Chips eintrete, erläutert der Marktbeobachter. Auch das Erdbeben in Taiwan, durch das Chipfabriken beschädigt wurden, wird sich negativ auf das Speicherangebot auswirken.

Die Preise für Speicherbausteine schossen in den letzten Wochen in die Höhe. Kostete ein SDRAM-Modul mit 64 Mbit im Sommer noch 4,50 Dollar, müssen Rechnerhersteller jetzt bis zu zehn Dollar auf den Tisch legen. Auf dem nicht durch Lieferverträge geregelten Tagesmarkt werden sogar bis zu 20 Dollar bezahlt.

Von allen Halbleiterherstellern scheint Samsung noch am besten dazustehen. Wie Vice-President Avo Kanadjian beteuert, müsse sein Unternehmen die Speicherprodukte noch nicht rationalisieren. Allerdings versetzten die Rationierungen den ohnehin angespannten Markt zusätzlich in Panik, kritisiert der Manager.