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16.04.1976 - 

Verkaufsabrechnung bei den Stahlwerken Röchling-Burbach

Arbeitsteilung zwischen Groß- und MDT-Computern

Als ein Beispiel für den seit einiger Zeit zu beobachtenden Trend der Arbeitsteilung zwischen Großrechnern und MDT-Computern innerhalb von Großunternehmen kann die Organisation der Stahlwerke Röchling-Burbach, GmbH (SRB), Völklingen/Saar, für den Bereich der Verkaufsabrechnung gelten.

Röchling-Burbach entschied sich für den Einsatz von vier DDS-CTM 70 Computern im Rahmen der bestehenden Ablauforganisation, um die gesamte Edelstahl- und Nebenprodukte-Fakturierung über diese MDT-Anlagen abzuwickeln. Hierbei ist bemerkenswert, daß für die Nebenprodukte-Fakturierung ein vollautomatischer Ablauf besteht. Zur Zeit werden zwar die Berechnungen für den Walzstahlbereich noch durch die Groß-EDV erstellt, es ist allerdings Vorsorge Betroffen, daß diese Fakturierungen auch über die MDT berechnet werden können.

Echte Aufgabenteilung

Mit der softwareseitigen Realisation wurde das Systemhaus ORG-TEAM GmbH, Bad Homburg, beauftragt. "Es wurde eine organisatorische Lösung erarbeitet, die nicht nur den jeweiligen Besonderheiten der einzelnen Abrechnungsmodalitäten gerecht wird, sondern auch die klassischen Verarbeitungsformen - Batch in der Großanlage, tastaturorientiert bei den MDT-Computern - so ausnutzt, daß hier von einer echten Aufgabenteilung gesprochen werden kann", berichtet Günther Barke, Leiter der SRB-Abteilung Verkaufsabrechnung.

Die Stahlwerke Röchling-Burbach GmbH haben für ihre Werke und die Verkaufsgesellschaften für das In- und Ausland das System der zentralen Fakturierung gewählt. Die von den einzelnen Röchlingstahl-Geschäftsstellen erstellten Fakturen, die bis auf die Ausrechnung alle kunden- und artikelspezifischen Daten enthalten, werden deshalb zur weiteren Bearbeitung zur Verkaufsabrechnung nach Völklingen geschickt. Die hier mit der endgültigen Fertigstellung der Rechnung verbundene Arbeit läßt sich in zwei Kategorien einteilen:

1. Erfassung aller relevanten Daten, die für nachgelagerte Arbeiten im Rechenzentrum benötigt werden.

2. Endgültige Fertigstellung der Rechnung.

Fakturen als "Abfallprodukt"

Beide Arbeiten wurden so ineinander integriert, daß ihre Ergebnisse quasi als "Abfallprodukt" der jeweiligen anderen Arbeit angesehen werden können, d. h. die Originalbelege wurden so gestaltet, daß sie gleich als Erfassungsbelege an den MDT-Systemen dienen, Hier werden nun die Daten über die Tastatur erfaßt und, soweit für die Weiterleitung an das RZ interessant, auf eine Kassette aufgezeichnet. Der andere Teil der Daten wird für die Fertigstellung der Rechnung benötigt. Die Rechnungswertermittlung in der Stahlindustrie und besonders bei einer weitgefächerten Produktpalette, wie sie durch Röchling-Burbach angeboten wird, ist ein reichlich kompliziertes System von positionsabhängigen und -unabhängigen Zu- oder Abschlägen, die mit dem jeweiligen Grundpreis in Abhängigkeit von kunden- und artikelbezogenen Kriterien verknüpft werden. Der gewählte Abrechnungsweg führt durch eine einzige, im Kernspeicher platzsparende Formel für alle Produkte zum Ergebnis.

Um das Problem Original-Formulare, die zudem noch Einzelformulare sind, nachträglich maschinell, zu vervollständigen, gab es zwei Lösungswege: entweder über einen Formulareinzug oder, und diese Lösung wurde hier gewählt, über selbstklebende

Etiketten, die auf einen Endlosträger aufgebracht sind. Diese Etiketten, etwa zweimal so groß wie ein Adreßaufkleber, werden nach der Beschriftung auf die Formulare geklebt und diese werden dann vervielfältigt. Dieses Verfahren hat neuen der Geschwindigkeit noch den Vorteil, daß im Falle eines "Verschreibens" nicht der Original-Beleg, sondern nur der jeweilige Aufkleber noch einmal geschrieben werden muß.

Die Verbindung zum RZ stellt ein EDV-kompatibles Magnetband dar, das an ein System angeschlossen ist und auf das nach Beendigung der Arbeiten die auf Kassetten aufgezeichneten Daten konvertiert werden.

Feedback vom Großrechner

Die Verkaufsabrechnung von Röchling-Burbach stellte nach Übernahme der Programme und Einarbeitung des Bedienungspersonals fest, daß die erwartete Leistung pro Monat mit vier Anlagen erreicht wird und gleichzeitig noch eine beruhigende Maschinenzeitreserve vorhanden ist (die gleiche Leistung wurde bis dato von acht Fakturierautomaten, deren Programme noch gefädelt waren, erbracht). Zu erwähnen ist noch, daß bei dieser Applikation nicht nur die MDT-Systeme Zulieferer und Aufbereiter von Daten sind, die für weitere Arbeiten im RZ benötigt werden, sondern daß dieser Weg auch umgekehrt beschritten wird: Das RZ liefert seinerseits nach der Übernahme der angelieferten Daten ein Magnetband, von dem an den MDT-Anlagen ganz bestimmte Auswertungen und Statistiken gefertigt werden, die hier wesentlich kurzfristiger und vor allem kostengünstiger erstellt werden können.

* Klaus Kühl ist freier Unternehmensberater