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Initiative von Sozialministerium und Gewerkschaftsbund


16.06.1983 - 

Arbeitsvermittlung online und Landesteil

EISENSTADT/WIEN (bi) - Alle Offenen Stellen sollen in Osterreich künftig schneller, das heißt online, besetzt werden. Ein entsprechend konzipiertes Vermittlungssystem präsentierte die IBM Osterreich kürzlich im Arbeitsamt Eisenstadt und Im Bundesministerium für soziale Verwaltung in Wien. "Eine Verkürzung der durchschnittlichen Arbeitslosigkeitsdauer um einen Tag Ist mit einer Senkung der Arbeitslosenzahl um tausend Beschäftigte gleichzusetzen", umriß Sozialminister Alfred Dallinger vor Journalisten den erhofften Wirkungsgrad des Systems, das bereits in 80 Prozent aller österreichischen Arbeitsämter arbeitet.

Für folgende Ziele der Arbeitsverwaltung läßt sich das Abfragesystem bereits einsetzen, beziehungsweise soll es in Zukunft noch ausgebaut werden:

- Arbeitsuchende schneller zu vermitteln;

- offene Arbeitsstellen schneller zu besetzen;

- Lehrstellen und Lehrwünsche besser aufeinander abzustimmen;

- die Beratung der Arbeitsuchenden individueller zu gestalten,

- größere Transparenz des Arbeitsmarktes zu erreichen;

- Arbeitsmarktförderungsmaßnahmen gezielter anzusetzen und ihre Wirkung laufend zu überwachen.

Realisiert ist das System auf mehreren IBM-Rechnern (3081, 3033 und 3031), die bei der Elektronischen Datenverarbeitung Ges.m.b.H., einer 100prozentigen Tochter des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB), stehen. Sie bedienen über 200 Bildschirme IBM 3278 sowie 40 Drucker IBM 3287/3262 in den Arbeits- und Landesarbeitsämtern; diese betreuen 95 Prozent aller Arbeitsuchenden in Österreich. Die Betriebs- und Anwendungssoftware wurde ebenfalls von der Elektronischen Datenverarbeitung Ges.m.b.H. geschrieben, die den Zuschlag für diesen Auftrag bereits 1981 erhielt. Fünfzig Prozent der Programmierung erfolgte bei Linz, im Waldviertel, einer Gegend mit traditionell vielen Arbeitslosen.

In den bereits mit Terminals bestückten Arbeitsämtern kann sich der Arbeitsuchende im "Besucherbereich" am Bildschirm über offene Stellen in ganz Österreich informieren. Er kann sich direkt bewerben oder zum Sachbearbeiter gehen und sich dort beraten und vermitteln lassen. Offene Stellen werden den österreichischen Ämtern offenbar zuverlässiger und bereitwilliger mitgeteilt, als dies in der Bundesrepublik geschieht; von der privaten Wirtschaft gibt es nach Auskunft der Beamten am wenigsten Schwierigkeiten mit der rechtzeitigen und vollständigen Information.

Die Beratung erfolgt im Dialog über den Bildschirm durch Abgleich der gespeicherten Daten (genormte Terminologie der Berufe). Das Ergebnis ist die Zusammenführung von Arbeitsuche und Stellenangebot und eine individuelle Stellenangebotsliste. Der Sachbearbeiter sorgt in Verbindung mit dem Arbeitgeber für die Aktualisierung der Datenbankbestände. Wenn die individuelle Suche am Bildschirm online nicht den gewünschten Erfolg hat, dann kann noch das zentrale Job-Matching in Stapelverarbeitung in Anspruch genommen werden.

Bis 1985 sollen, rascher als ursprünglich vorgesehen, alle Arbeits- und Landesarbeitsämter Osterreichs (insgesamt 118 arbeitsvermittelnde öffentliche Stellen) EDV-unterstützt arbeiten. Dallinger nannte als geplante Standardausstattung die Installation von insgesamt 600 Bildschirmgeräten und 150 bis 180 EDV-Druckern. Damit käme auf jeweils zwei Berater ein Bildschirm.